Mittwoch , 8 Dezember 2021
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Chimären und die Frage, wie weit darf Wissenschaft gehen

embryoSeit jeher sieht sich der Mensch als allwissend, um nicht zu sagen allmächtig an. Gerade im Bereich der Wissenschaft gab und gibt es Grenzbereiche, die zahllose Fragestellungen aufwerfen, die mal philosophisch oder mal ethisch sind und oft genug auch erschreckend fragen lassen: Wie weit darf der Mensch innerhalb der Wissenschaft gehen? Diese Frage wird besonders dann aufgeworfen, wenn man sich dem Thema „Chimären“ nähert, dass zwiespältiger nicht sein kann und doch alltäglich hinter den Türen der Laboratorien praktiziert wird. Eine Exkursion in die Welt der Halbwesen aus Mensch und Tier. 

Halb Mensch, halb Tier. 100% Gehirn eines Menschen und der Rest einer Maus, äußerlich ein Schaf, jedoch innerlich bestehend aus 15% menschlichen Organen. Menschliche DNA in einer Kuh oder Stammzellen im Gehirn der Affenart Meerkatze. Einige kurz angerissene Beispiele, die sich allesamt rund um den Begriff Chimäre drehen, den so gut wie keiner kennt, es sei denn man verfolgt gezielt wissenschaftliche Publikationen. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff, der Ärzte, Menschenrechtler, Richter oder auch Patentanwälte umtreibt und vor allem Wissenschaftler aus der Biomedizin, Gentechnik und Stammzellenforschung täglich hinter den gut verschlossenen Türen der Labore Experimente durchführen lassen, die oft genug an die Grenzen jeglicher Ethik stoßen?

Chimären. Dieses Wort beinhaltet die Tatsache, dass ein Mischwesen aus menschlichem und tierischem Erbgut entsteht, das innerhalb der Forschung im Labor erschaffen wird. Wer denn Kinofilm „Splice“ (Genforscher erschaffen eine solche Kreatur) bereits kennt, weiß etwas mehr über diese Thematik, die viele Zweifel auf den Plan ruft und die ethische Frage stellen lässt: Wann und wie viel ist ein Mensch, wenn er sich in einem prozentualen Anteil in einem Tier befindet? Wer entscheidet, ob solch ein Halb-und-Halb-Lebewesen bei einem negativen Auftreten als Mensch schützenswert oder doch zum Töten freigegeben ist? Was kann sich aus solch einer Chimäre entwickeln, sprich wie intelligent wird ein derartiges Lebewesen sein und wie wirkt sich die Vermischung aus tierischem und menschlichem „Material“ auf das Denken und Handeln dieses Mischwesens aus?

Fragen über Fragen, die bislang noch keine eindeutigen Antworten gefunden haben, jedoch durchaus als sehr präsent zu betrachten sind. Mögen viele Absichten der Wissenschaftler auch einen sinnigen Hintergrund aufweisen, so etwa das Ziel menschliche Organe für Transplantationen „züchten“ zu können, um damit Leben zu retten, bleibt doch vieles bei diesem Thema offen. Welchem Zweck dient es, wenn menschliche DNA in einer Kuh mit deren Zellen verschmolzen wird? Kann durch das Einbringen von menschlichen Hirnzellen in einer Affenart tatsächlich erreicht werden, der Entstehung der Erkrankung Parkinson näher auf die Spur zukommen? Und wie weit kann ein Mensch mit Embryonen, sei es vom Menschen oder Tier, sowie Stammzellen, nach eigenem Gutdünken umgehen, experimentieren und diese wieder töten?

Das Thema Wissenschaft, deren Beweggründe und die bereits seit Jahrzehnten laufenden Versuche der Chimären-Bildung, ist derart komplex, dass man eigentlich ein oder mehrere Bücher darüber schreiben kann. An dieser Stelle zeigt sich die Komplexität als ein minimales Manko, denn zu vielfältig ist dieses Thema, um es nur auf einer oder zwei Seiten unterzubringen. Wer sich mit der Thematik der Chimären, sprich Halb-Wesen eingehender beschäftigen möchte, dem sei das ausführliche Dossier bei scinexx.de wärmstens empfohlen. Sich schon beim Lesen Gedanken darüber zu machen, was in Zukunft möglicherweise an weiteren Fragen auf die Menschheit zukommen kann, bietet sicherlich reichlich Gesprächsstoff. Wie denken Sie über die Möglichkeiten der Forschung und somit das Eingreifen der Wissenschaft in die natürlichen vorgegeben Gefüge von Mensch und Tier? Und vor allem eine spezielle Frage: Wie würden Sie entscheiden, wenn es darum ginge aggressive Chimären, folglich entstanden aus halb Mensch, halb Tier, zu bändigen?

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