Mittwoch , 8 Dezember 2021
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Studie beweist: Koffein kann Ängste auslösen

kaffee_tassenKaffee, des Deutschen liebstes Getränk zum Munterwerden oder Wachbleiben, gilt als eine natürliche Droge und wird von Frauen und Männern nur allzu gerne konsumiert. Dass das enthaltene Koffein wach machen kann, ist hierbei hinlänglich bekannt. Unbekannt war jedoch bislang, in welchem Maße sich Koffein auf die Aufmerksamkeit oder gar Ängste des Menschen auswirken. Diese Frage zu klären lag im Fokus eines wissenschaftlichen Teams, das im Rahmen einer Studie ein erstaunliches Ergebnis hervorbrachte. 

Koffein wird inzwischen schon lange nicht mehr nur in Form des beliebten Heißgetränkes Kaffee konsumiert, sondern findet sich als Tein im Tee, sowie in unterschiedlichen Energydrinks. Die Naturdroge wird ebenso zum Wachwerden eingesetzt als auch zum Wachbleiben, so etwa am späten Nachmittag oder in den Abendstunden. Forscher der Universitäten Münster, Bristol, Würzburg und London, hatten es sich zur Aufgabe gemacht herauszufinden, in welcher Form Koffein mit der menschlichen Genetik zusammenhängt und vor allem, ob durch diese Kombination Genetik-Koffein bestimmte Einflüsse auf die Psyche ausgelöst werden.

Um diese Frage zu beantworten, wurde eine Studie durchgeführt, an der insgesamt 379 Probanden teilgenommen haben. Unterteilt in zwei Gruppen mit Koffeinabstinenzlern und Koffeinjunkies, wurde zunächst ein Koffeinentzug für rund sechszehn Stunden angeordnet. Danach bekam die Hälfte der Teilnehmer entweder ein Placebo oder Koffein. Für die Forscher waren hierbei die Auswirkungen auf die Aufmerksamkeit, Kopfschmerzen, aber auch mögliche Angstgefühle durch den Koffeinentzug von einem besonderen Interesse. Zeitgleich führten die Wissenschaftler Gentests durch, in deren Fokus wiederum ein bestimmter Rezeptor namens Adenosin-A2A stand. Bereits vor einigen Jahren konnten ebenfalls Forscher aus Münster den Einfluss dieses Rezeptors im Sinne einer bestimmten Genvariante in eine enge Verbindung mit einem Angstgefühl bringen.

Erstaunlicherweise konnten die Experten einerseits den Nachweis bestätigen, dass dieser Rezeptor im menschlichen Gehirn als Andockstelle für das Koffein benutzt wird und anderseits, dass bei einem Koffeinentzug durchaus Ängste eine Entstehung finden können. Ermöglicht wurde diese Erkenntnis durch genetische Analysen im Labor der „Molekulare Psychiatrie“ der Uni-Klinik Münster, wobei zeitgleich festgestellt werden konnte, dass gerade ein Koffeinentzug relativ rasch Kopfschmerzen und eine eingeschränkte Aufmerksamkeit entstehen lässt, was natürlich verstärkt bei den Studienteilnehmern zu  beobachten war, die einen hohen Koffeinkonsum in ihrem Alltag aufweisen.

Auch interessant an den Studienergebnissen ist, dass je höher der Konsum von Koffein liegt und parallel eine bestimmte genetische Variante vorhanden ist, desto rascher die Gewöhnung und ein Absinken der Angstgefühle entsteht. Allerdings konnte zusätzlich die Erkenntnis gewonnen werden, dass bei einem regelmäßigen Koffeingenuss zwar die Aufmerksamkeit etwas erhöht sein kann, jedoch nur bedingt, so dass es sich wohl doch eher um eine Illusion handelt, wenn man davon ausgeht, nun nach dem Genuss von Kaffee, Tee oder Energydrink tatsächlich aufmerksamer und somit wacher zu sein.

Quelle: www.klinikum.uni-muenster.de

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