Dienstag , 29 September 2020
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Infektion durch Staub und Mäusedreck

hanta virenHantaviren sind innerhalb der breiten Bevölkerung kaum bekannt und doch wäre es gut zu wissen, dass man diese Viren relativ leicht aufnehmen kann. Die Übertragung der Viren, die durchaus einen tödlichen Ausgang der resultierenden Erkrankung auslösen können, erfolgt überwiegend durch die Kombination Mäuse und Staub. Bereits Ende April 2010 vermeldete das Robert Koch-Institut (RKI) 266 Infektionen in Deutschland. Tendenz steigend.

Gegenüber der Gesamt-Vorjahreszahl in Höhe von 181 Erkrankten, lassen die bereits für 2010 registrierten Neuerkrankungen im Besonderen Experten hellhörig werden, was offensichtlich macht, dass eine starke Hantavirus-Saison zu befürchten ist. Der Hantavirus selbst tritt mit sogenannten Subtypen bevorzugt in Asien und in Europa auf. In Deutschland konnten bislang überwiegend in den Regionen rund um das Münster- und Osnabrückerland, auf der Schwäbischen Alb, im Main-Spessart-Gebiet, sowie im Bayrischen Wald neue Infizierte registriert werden, wobei häufig die Hantaviren des Typs Puumala zur Diagnose gelangen konnten.

Von Mensch zu Mensch scheinen die Viren nicht übertragbar zu sein, allerdings gelten gerade Nagetiere wie Ratten und insbesondere Mäuse in der Verbindung mit Staub als Wirt der gefährlich werdenden Viren. Aufgrund der Abgabe von Kot und Urin, gelangen die Erreger in den auf natürliche Weise vorhandenen Staub, der wiederum durch eine Aufwirbelung von Menschen eingeatmet und somit übertragen wird. Während in der Wohnung keine großen Risiken für eine Erkrankung bestehen, zeigt sich leider gerade außerhalb der eigenen vier Wände die Gefahr einer Infektion mit einem der Hantaviren als weitaus höher. Ob beim Aufräumen einer Gartenlaube, der Garage, einem Campingaufenthalt oder Aktivitäten in der Natur – eine Ansteckungsgefahr besteht immer, wobei dem Kenntnisstand der Experten zufolge, durch einen direkten Biss eines Nagers, der Virus nicht in den menschlichen Organismus gelangen kann.

Aufmerksam sollte man nach einem Aufenthalt im Freien bzw. nach einem Kontakt mit viel Staub werden, wenn sich nach rund 12-21 Tagen der Inkubationszeit folgende Symptome bemerkbar machen: Fieber, eine hohe Ausscheidung von Eiweiß über den Urin (Proteinurie), sowie geringe Blutungen aus den Kapillaren über die Schleimhäute oder die Haut, die sich in der Größe eines Stecknadelkopfes aufzeigen. Diese Symptome heilen in leichten Fällen sehr gut wieder aus. Demgegenüber steht jedoch die Tatsache, dass bei rund einem Drittel der Erkrankten ein schwerer Krankheitsverlauf auftritt, der nach der ersten Fieberphase folgende Symptome sein Eigen nennt: Muskelschmerzen (Myalgien), Kopfschmerzen, Haut- und Schleimhautblutungen, Blutungen der Augenbindehaut, sowie Herzrasen, Bluthochdruck (Hypertonie) und Bewusstseinsstörungen. Ist dieser Zustand erst einmal eingetreten, kann unter anderem eine Anämie ebenso folgen als auch die Tatsache, dass die Nieren angriffen und zum beidseitigen Stillstand gebracht werden. In zahlreichen Fällen dauert eine Ausheilung viele Monate und leider kommt für viele Betroffene jegliche medizinische Versorgung nach solch einer schweren Infektion zu spät.

Grundsätzlich sollte bei einem Verdacht einer Hanta-Viren Infektion möglichst rasch ein Arzt aufgesucht werden, der bei einer entsprechenden Diagnose die umgehende Einweisung in eine Klinik veranlassen wird. Diese Einweisung wird deshalb notwendig, da aufgrund der möglicherweise hohen Urin- und Eiweißausscheidung extreme Belastungen der Nieren auftreten können und folglich diese mittels einer intensiven medizinischen Versorgung unter Beobachtung gestellt werden sollten. Von weiteren schwerwiegenden Symptomen ganz zu schweigen. Zudem ist eine Infektion mit einem Hanta-Virus meldepflichtig, um Warnhinweise an die besonders stark betroffenen Landesregionen zu geben, als auch für eine Dezimierung der Mäusepopulation Sorge tragen zu können.

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