Mittwoch , 8 Dezember 2021
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Hochbegabung – die schönste kindliche Behinderung

kind hochbegabtJedes Kind scheint bei seiner Geburt ein unbeschriebenes Blatt oder Buch zu sein und immer noch glauben zahlreiche Menschen, dass ein neugeborener Mensch überwiegend durch äußere Einflüsse sein Wissen und Können erlangt. Doch das dem absolut nicht so ist, beweisen die 2-3% aller Kinder im Land, die als hochbegabt gelten. Und in einer gewissen Weise gleichzeitig den Mantel übergezogen bekommen behindert zu sein. Paradox? Ja, genau das, doch diese „Behinderung“ ist wohl die schönste, die ein Mensch sein Eigen nennen kann, auch wenn sich dadurch schon im Kindergartenalter so mache Problematik aufzeigt, die für das Kind selbst und für all seine sozialen Kontakte eine alltägliche Herausforderung darstellt.

Hochbegabt, was bedeutet das überhaupt, welche Merkmale gelten als Indizien für eine Hochbegabung und welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Begleiten Sie uns durch eine kindliche Welt, die aufregend und deprimierend zu gleich ist und auch im Erwachsenenalter so manchen Tribut von den Hochbegabten und den Menschen in ihrer Umgebung einfordert.

Hochbegabung. Bei diesem Begriff denken viele Menschen an mathematische Genies, Leute die alles rückwärtssprechen können oder innerhalb weniger Minuten ein Buch „verschlingen“ und den Inhalt wiedergeben können. Tatsächlich handelt es sich hierbei um einen Teil der Hochbegabung, die sich irgendwann als „laut“ präsentiert und dann wohlwollend durch die Medien geistert und im Grundsatz als Inselbegabung oder Savant-Syndrom bezeichnet wird. Auf dieses Savant-Syndrom, sehr gut bekannt aus dem Film „Rainman“ mit Dustin Hoffman aus dem Jahr 1988, bei dem rund 50% der Betroffenen ein Autismus vorhanden ist, soll an dieser Stelle jedoch nicht näher eingegangen werden. Vielmehr sind hier all diejenigen Kinder (und spätere Erwachsene) Thema, die Tag für Tag aufgrund ihrer geistigen und emotionalen Fähigkeiten zu leiden haben und oft verkannt werden in ihrer Genialität.

Hochbegabung, Missachtung und Ausgrenzung

kinder ausgrenzungAls hochbegabtes Kind soll man leiden? Tatsächlich ist dem so und viele Kinder mit herausragenden Fähigkeiten landen in einer Förderschule für geistig Behinderte. Unvorstellbar und doch eine Realität, die zwar inzwischen anhand der gewonnenen wissenschaftlichen, sozialen und pädagogischen Kenntnisse eine Änderung erfährt, jedoch nachwievor vorhanden ist. Vielfach werden die kleinen Hochbegabten verkannt und in ihrem Anderssein ausgegrenzt, bespottet, missachtet und seelisch fast schon zerstört. Nicht immer erkennen Eltern, Erzieher und Lehrer gleich und sofort, dass sie es mit einem Kind zutun haben, dass aufgrund seiner Fähigkeiten, und folglich eine damit einhergehende innere Zerrissenheit, einfach anders ist. Anders im Sinne von positiv, allerdings fallen Kinder durch Handlungen und Denkweisen auf, die durchaus als negativ betrachtet werden.

Zu diesen scheinbar negativen Seiten einer Hochbegabung zählen unter anderem bereits ab dem Kindergarten der Hang sich mit älteren Kindern zu umgeben, altersgerechte Spiele als „doof“ zu betrachten, sich anders als andere „normale Gleichaltrige“ zu empfinden, da diese mit den umtreibenden Themen des hochbegabten Kindes heillos überfordert sind oder auch die Tatsache, dass durch eine Langeweile im Unterricht das Kind zu stören oder zu diskutieren beginnt. Lehrer, die mit dem Thema Hochbegabung noch nicht direkt konfrontiert waren, sehen darin eine Unfähigkeit und Unreife des betreffenden Kindes oder gar eine ADHS-Erkrankung. Behandlungsbedürftig, wohl bemerkt. Dass es sich hierbei um ein Kind mit besonderen und sehr ausgeprägten Fähigkeiten handelt, wird folglich sehr oft übersehen, was katastrophale Folgen nach sich ziehen kann. Von den Spielkameraden oder Mitschülern als Sonderling oder Streber abgestempelt, von vielen Eltern und Erzieherin als Störenfried und dummes Kind bezeichnet, versucht sich ein hochbegabtes Kind in seinem Wissen und Können zurückzuhalten, gar es zu verbergen, denn Anderssein ist nicht erwünscht. Letzteres zumindest solange, bis jemand auf den Gedanken kommt, dass für all die auftretenden Merkmale eine Hochbegabung der Auslöser ist oder doch zumindest sein könnte.

Da der kindliche Leidensweg zwischen geistigem Hochwissen und Verdecken des selbigen oftmals sehr lange sein kann, verwundert es kaum, dass viele Betroffene im Laufe ihres noch jungen Lebens eine oder psychische Störungen bekommen, die im Grundsatz einer therapeutischen Behandlung bedürfen. Dass dem tatsächlich so ist, kann der Heilpraktiker für Psychotherapie und geprüfter Psychologischer Berater Jan Göritz von „ichwerk“ in Hamburg, bestens bestätigen. Selbst hochbegabt, hilft und unterstützt er unter anderem auch hochbegabten Menschen, die dank ihrer natürlichen Fähigkeiten einen Leidensweg hinter sich haben oder immer noch darin feststecken. Depressionen, Selbstzweifel, eine abgeschwächte Form des Autismus, Symptome eines ADHS-Syndroms und viele weitere die Psyche betreffende Störungen, können immer wieder bei Hochbegabten zur Diagnose gelangen. Jan Göritz weiß, wie sich Betroffene Frauen und Männer fühlen, die nicht nur in den meisten Fällen über einen IQ von über 130 verfügen, sondern auch in zahlreichen weiteren Bereichen außerhalb herkömmlicher Wissensgebiete, herausragende Leistungen erbringen. Auf der Suche nach einem Weg der „inneren Heilung“, bieten im Besonderen Psychologen und Psychologische Berater Möglichkeiten, um mit dem Leben und seinem Anderssein eine beruhigende und gesunde Balance zu erhalten.

An dieser Stelle auf jegliche Merkmale, Diagnosemöglichkeiten oder auch Förderungen eines hochbegabten Kindes einzugehen, würde den Rahmen sprengen, zumal es mittlerweile sehr gute Anlaufstellen für Eltern, Erzieher, Lehrer und junge Hochbegabte gibt, die zu diesem wichtigen Thema zahlreiche Informationen, Tipps und Adressen von Experten oder Schulen mit Hochbegabtenförderung breithalten. Eine informative Unterstützung findet sich beispielsweise bei der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind e. V. , welche speziell für hochbegabte Kinder und deren Eltern ein Wegweiser darstellen kann der „Behinderung“ Hochbegabung auf den Grund gehen zu können. Allerdings steckt auch bei der Hochbegabung wieder einmal der Teufel im Detail, da nicht immer die ersten Hinweise auf das eigene Kind zutreffen, denn auch wenn es gewisse Merkmale gibt, ist und bleibt jedes hochbegabte Kind eine individuelle Persönlichkeit, die in ihren Fähigkeiten von einem Schemata herausfallen und doch eine Hochbegabung ihr Eigen nennen kann. Eine letzte Anmerkung zu diesem Thema sei noch gestattet: Sich lediglich damit zufrieden zu geben einen Intelligenztest bei dem Kind durchführen zu lassen, wird dem betreffenden Kind nicht immer gerecht, denn zahlreiche Kinder, die „nur“ einen IQ von 75 bis 100 aufweisen, sind trotzdem sehr hochbegabt und gleichzeitig hochsensibel.

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