Donnerstag , 18 Juli 2019
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Fukushima, die Massenmedien und die sich formierende Stimme des Volkes

fukushima tsunami legendeNach Angaben der Atomlobby hätten die Fukushima-Reaktoren das Erdbeben schadlos überstanden und seien erst durch den Tsunami zerstört worden, so dass es zur Kernschmelze kam. Eine internationale Studie widerlegt diese Annahmen bereits im letzten Jahr und ließ damit an der Erdbebensicherheit aller Meiler zweifeln. Die Reaktoren in Fukushima waren für ein Beben der Stärke 8,0 bis 8,3 ausgelegt worden. Das Erdbeben am 11. März hatte aber die Stärke 9. Im Schatten des Mythos von der sicheren Atomkraft, welcher eine ganze Nation – nein, immer noch viele Nationen – in seinen Bann hat, stellt sich die Frage, wie und von wem ein solcher Mythos vorsätzlich aufgebaut wurde.

Die Tsunami Legende

Das Ausmaß der radioaktiven Kontamination ist heute in Japan sehr groß, denn es ist eigentlich doppelt so viel Cäsium freigesetzt worden, wie bislang offiziell zugegeben wird, was in etwa 40 Prozent der Austrittsmenge von Tschernobyl entspricht. Luft, Wasser und Nahrung sind davon betroffen. In Fukushima haben aber nicht nur die Kontrollinstitutionen versagt, denn zudem wurde auch ein System der vorsätzlichen Täuschung der Bevölkerung aktiviert. So werden nach wie vor Fakten verschwiegen und heruntergespielt.

Die Atomindustrie strickte nach dem Unfall die Legende, dass nicht das Erdbeben, sondern erst der Tsunami der überragende Faktor gewesen sei für den Unfall. In der Öffentlichkeit wurde vorsätzlich von TEPCO das Bild von einer 14 Meter hohen „Monsterwelle” aufgebaut, die sonst nicht noch einmal auf der Welt entstehen könne, um nicht in den Zugzwang zu geraten, auf Grund der allgemeinen Erdbebengefahr, alle Kernkraftwerke abschalten zu müssen.

Der genaue Regierungsbericht spricht interessanterweise nur von einer geschätzten Hauptwelle von 8 Metern, so stellte es die IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) bei einer Pressekonferenz am 6. 3. 2012 in Berlin klar.

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Dr. Angelika Claußen und Henrik Paulitz bei der IPPNW Pressekonferenz vom 6. März 2012 unter dem Titel: Fukushima – was wirklich geschah (Foto: Thorsten Wiesmann)

Auch ein entsprechender Bildbeweis dafür, dass das Fukushima Dai-ichi Kraftwerk wirklich überflutet wurde, gibt es nicht. Es gibt keine nachvollziehbaren wirklichen Beweise für die Schäden aufgrund der Welle. Sicherheitssysteme versagten nach dem Tsunami unabhängig von dieser. TEPCO spricht trotzdem in Berichten immer wieder von vermutlich Tsunami-bedingten Schäden.

Alleine das Erdbeben um 14.46 Uhr, inklusive drei starker Nachbeben in unmittelbarer Zeitnähe, ist nach offiziellen Angaben der Auslöser des Unfalls. Diese Tatsache wird mit der Legende vom Tsunami versucht aufzuweichen. Zudem wies die Anlage extrem schwere Defizite zur Zeit des Unfalls auf. Es gab eine einzige Pumpe, die überhaupt nur in diesem Reaktor Wasser fördern konnte. Auch gab es unter anderem keine Backup -Systeme und auch keine ausreichende Autarkie der Versorgungssysteme. Zudem setzten die Notfall- Maßnahmen viel zu spät ein, die die Kernschmelze hätten verhindern können.

So sind noch unendlich viele Fragezeichen offen, was den genauen Unfallablauf angeht. Unter anderem kann das, was TEPCO über die Funktion ihrer Sicherheitsventile veröffentlichte, definitiv nicht stimmen.

Fukushima zeigt uns so exemplarisch auf, wie die unzureichende sicherheitstechnische Auslegung von Atomkraftwerken weltweit in eine Katastrophe führen kann. Sicherheitsmaßnahmen funktionieren nur in der Theorie, nicht aber in der Praxis.

Die IPPNW empfiehlt deswegen das schnellstmögliche Stilllegen der Atomkraftwerke weltweit, da es überall nicht beherrschbare Sicherheitsrisiken gibt. Die Kosten für genügende Sicherheitsvorsorge, wenn so etwas überhaupt möglich wäre, würden die Atomkraft unrentabel machen. Genügende Sicherheitsnachrüstungen, die die Erfahrungen aus Fukushima ausreichend mit einbeziehen würden, finden auch momentan in Deutschland nicht statt. Und zu all dem wurden seit letztem Jahr auch noch die Strahlenschutz-Richtwerte weltweit zum Schutz der japanischen Wirtschaft hochgesetzt, nicht zum Schutz der Bevölkerungen.

Sieben soziale Sünden

Da die Verflechtungen zwischen Nuklearindustrie, Regierung und Aufsichtsbehörden in Japan besonders stark und undurchsichtig sind, steht die japanische Bevölkerung vor keiner anderen Aufgabe als der, sich von ihrer herrschenden Elite kritisch zu distanzieren, will sie sich von den Gefahren, welche die momentane Lage im Lande heraufbeschwören, wirklich befreien.

Koide Hiroaki, Assistenzprofessor am Kyoto University Research Reactor Institute – Autor der auf japanisch erschienenen Bücher „Wir brauchen keine Atomkraftwerke“, „Die Lüge der Kernkraft“ und „Versteckte Wahrheiten der Nuklear-Industrie“, die erst jetzt nach der Katastrophe viele Leser fanden – ist seit 40 Jahren eine Stimme gegen Atomkraft. Er bringt die Lage in Japan mit folgenden Worten auf den Punkt: „Einige sagen, wir sollten dafür sorgen, dass TEPCO angemessene Entschädigungen zahlt. Aber egal wie viel sie zahlen – oder falls sie auch nur so viel zahlen müssten, dass sie selbst bankrottgehen – wird dies nicht genug sein. Selbst wenn TEPCO mehrfach bankrottgehen müsste, wäre dies immer noch nicht ausreichend, denn das Ausmaß des Schadens dieses Unfalls wird so groß sein, dass selbst wenn das ganze Land Japan dafür aufkommen wollte, es mehrfach bankrottgehen würde. Dies natürlich vorausgesetzt, dass sie überhaupt wirklich für den von ihnen angerichteten Schaden aufkommen wollten. In Anlehnung an die sieben sozialen Sünden, vor denen Mahatma Gandhi uns warnte und die auf seiner Gedenktafel stehen, möchte ich die sieben Sünden der Nuklear-Industrie benennen. Die Erste ist ‘Politik ohne Prinzipien’, dann folgen ‘Wohlstand ohne Arbeit’, ‘Freude ohne Bewusstsein’, ‘Wissen ohne Verantwortung’ und ‘Geschäfte ohne Moral’. Alle sind auf sämtliche Nuklearfirmen zutreffend, einschließlich TEPCO. Und mit der nächsten, ‘Wissenschaft ohne Menschlichkeit’, beziehe ich mich auf die Akademiker des Landes und ihrem vollständigen Einsatz im Sinne der nationalen Atomkraft-Industrie, und hier muss ich mich selbst mit einschließen. Die letzte ist ‘Verehrung ohne Hingabe’. Diejenigen von uns, die noch einen Funken Glauben besitzen, sollten sich diese Worte zu Herzen nehmen.”

Allein in den Tanks um das zerstörte AKW Fukushima lagern noch 90.000 Tonnen verstrahltes Wasser. Was soll damit geschehen und wohin soll es entsorgt werden? Ab Mai wird Japan frei von Atomstrom sein, aber noch ist völlig unklar, ob, unter welchen Bedingungen und wie viele der abgeschalteten Reaktoren wieder angefahren werden können.

Die Kommissionsmitglieder eines nationalen Untersuchungsausschusses gehen davon aus, dass es kaum möglich sein wird, Einzelne zur Verantwortung für die Katastrophe zu ziehen, da eigentlich das ganze Atomenergiesystem verantwortlich ist. Weder die Organisation noch die rechtliche Regelung sind so angelegt, dass der Gerechtigkeitssinn der Mitarbeiter in Politik und Wirtschaft hätte besser funktionieren können. Man kann eigentlich nur diejenigen verantwortlich machen, die dieses ganze System des Wegschauens, des Betrugs und der Unverantwortlichkeit einmal eingeführt haben.

150.000 Menschen, die nach dem Unglück evakuiert wurden, bekommen nach wie vor keine ausreichende Unterstützung und Entschädigung. Bis jetzt fehlen konkrete Regelungen und Verfahren dafür. Der verantwortliche Atomkonzern TEPCO wollte sich sogar von seiner Reinigungspflicht des verstrahlten Bodens befreien – mit der Begründung, die Radioaktivität sei in den Besitz der Grundeigentümer übergegangen. Aber was treibt eine Firma zu solchen absurden Begründungen. Wohl Tatsachen, wie die folgende, die von einem französischen Expertenteam letztes Jahr veröffentlicht wurde: Die radioaktive Verseuchung durch die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima ist dauerhaft und langjährig. Dies gilt vor allem für die Belastung mit Cäsium 137, dessen Radioaktivität sich nur alle 30 Jahre halbiert. Außer Acht zu lassen ist im Rahmen solcher Feststellungen auch nicht, dass der japanische Grenzwert für belastete Nahrung momentan bei 500 Becquerel liegt. Das Münchener Umweltinstitut empfiehlt maximal 30 bis 50 Becquerel für Erwachsene, für Kinder nicht mehr als fünf Becquerel.

Widerstand gegen das System

Wenn die Menschen realisieren, dass die Nuklearindustrie große Profite erwirtschaftet, solange alles gutgeht, aber, sobald ein Unfall geschieht, die mit diesem verbundenen Kosten auf die Bevölkerung abgeschoben werden, werden sie erkennen, dass das ganze System, in dem sie leben, falsch ausgerichtet ist. Da zudem die mit der Nukleartechnik verbundenen Risiken niemals kalkuliert werden können, gibt es auch in Japan nur den notwendigen Schritt hin zu einem nachhaltigen effizienten und sicheren Energiesystem, welches Strom günstig produziert und gleichzeitig Millionen hochwertige neue Arbeitsplätze schaffen könnte. Die technischen Pläne hin zu einem solchen Wandel liegen den Experten bereits vor.

Auf welche Art der Widerstand gegen das System sich in Japan nun beginnt zu formieren, ließ sich gerade auf den Berliner Filmfestspielen anhand des Films „Friends after 3.11.“ beobachten, der von einem der wichtigsten Regisseure des jüngeren Weltkinos gedreht wurde, Shunji Iwai, der mit seinem Film „All about Lily Chou Chou“ (2001) eines der eindrücklichsten Portraits präsentierte, über die erste Generation, die mit dem Internet aufwuchs. Auch sein neuer Film beschäftigt sich indirekt wieder mit diesem Thema, denn er verfolgt vor allem Internet-Aktivisten, inklusive der jüngeren und jüngsten Jahrgänge – so etwa die 14 jährige Anti-Atom-Aktivisten Kokoro – bei der Vernetzung ihres Widerstandes gegen den Wahnsinn des um sie herum etablierten Wegschauens. Siehe hierzu auch die hervorragenden Videos von dem Musiker FRYING DUTCHMAN „humanERROR” und von dem Filmemacher Rio Akiyama über eine Anti-Atom-Demonstration in Tokio am 19.2.2012 auf YouTube.

Die Empörung angesichts der Machenschaften von Medien, Politikern und Industrie lässt nun auch in Japan allmählich völlig neue Formen der Zusammenarbeit entstehen. Dabei spielen, wie bei vergleichbaren Bewegungen, die sich zur Zeit weltweit bilden, vor allem die unabhängigen alternativen Medien eine Schlüsselrolle, wie man es in dem Artikel „Indignez-Vous! ‘Fukushima,’ New Media and Anti-Nuclear Activism in Japan“ von Nicola Liscutin aufs genaueste nachlesen kann. Liscutin beschreibt, wie durch den Medien-Aktivismus ein Netzwerk zur Bewusstmachung der Lügen entsteht, mit denen die Bevölkerung bislang, auf Kosten von Sicherheit und Gerechtigkeit, abgespeist wurde. Indem alternative Medien die Bevölkerung dazu aufrufen selbst medien-aktiv zu werden, bilden sich immer mehr Netzwerke der Solidarität. Diese Entwicklung fällt nicht zuletzt auch dadurch auf fruchtbaren Boden, weil die Japaner mehr und mehr frustriert sind über die Informationspolitik des Staates und der Verquickung dieser mit den wirtschaftlichen Interessen einer gewissen Elite: Die japanischen Massenmedien entpuppten sich nach der Katastrophe von Fukushima vor den Augen aller als nichts anderes als das Mundstück der japanischen Regierung und von TEPCO.

Die große Herausforderung

Da es im buddhistischen oder konfuzianischen Denken gar kein Ich gibt, welches sich isoliert betrachten ließe, erkennt sich in Ländern wie Japan auch Jeder tatsächlich als die Gesamtheit der Rollen, die er in Bezug zu anderen spielt. Was bedeutet, dass sich die persönliche Identität ständig verwandelt, je nach den einzelnen Rollen innerhalb eines Gesamtgefüges. Diese Erfahrung macht es dem östlichen Denken auch möglich, als intuitive Grunderkenntnis das Ganze immer in der Beziehung zwischen entgegengesetzten Kräften auszumachen. Das Alt und Neu nicht in Opposition miteinander stehen müssen, sondern an einem Synthesepunkt in einem ständigen Jetzt miteinander verschmelzen können, ist eine tiefe Erfahrung innerhalb des östlichen Denkens.

Die große Herausforderung für die Menschheit besteht heute vielleicht einfach darin, dieses Denken mit der westlichen Zeitauffassung von Evolution und Fortschritt in Einklang zu bringen. „Nachhaltigkeit“ und „Ganzheitliches Denken“ sind Begriffe, die sich ja in unserer Zeit in der westlichen Gesellschaft bilden, um ein neues Wahrnehmen zu bezeichnen, welches einer solchen Synthese entspringt. Aber solche Begriffe greifen natürlich noch viel zu kurz. Es gibt eine zwischenmenschliche Wahrnehmung intuitiver Art, der wir uns bislang auf gesellschaftlicher Ebene noch gar nicht richtig bewusst geworden sind.

Leah Lievrouw unterscheidet zwischen fünf Arten von alternativen Medien- Aktivitäten, die nicht nur in Japan momentan alle einen Synergie-Effekt miteinander eingehen – culture jamming, alternative computing/hacking, participatory journalism, mediated mobilization, und commons knowledge – wobei jeder dieser Arten eine bestimmte, wenn auch nicht festgelegte, Form und Funktion innerhalb der gesamten Bewegung zukommt. In ihrem Selbstverständnis und ihrem Ethos unterscheiden sich alternative Medien stark von den Mainstream Medien, denn sie basieren alle auf der Einsicht, wie Liscutin schreibt, dass eine gerechtere Gesellschaft nur entstehen kann, wenn die Bevölkerung am interaktiven Prozess der Formierung der sozialen Belange beteiligt ist. Zudem tritt so auch ein neues Verständnis dessen hervor, was Journalismus eigentlich leisten kann und sollte. Wir erleben auch in Japan nun das Entstehen eines Journalismus der Teilhabe, bei dem jeder Konsument gleichzeitig potentiell auch ein kritischer Bürger-Journalist ist.

Manuel Castells betont in seinem Buch „Communication Power“ (2009), dass Macht über Menschen vor allem durch die Konstruktion von Bedeutung im menschlichen Gehirn und über Kommunikations-Prozesse ausgeübt wird, die sich im Spielfeld zwischen lokalen und globalen Multimedia-Netzwerken bewegen. Für Castells geschieht eben dies über die beiden Funktion der gegenwärtigen Netzwerk-Gesellschaft, die da wären programming/reprogramming und switching (anders verbinden). Während globale Konzern-Netzwerke der Massenkommunikation, wie z. B. das Murdoch Medien Imperium, die Massen durch Programmierung und Neuverbindung kontrollieren, bilden die Alternativen Medien dagegen eine horizontale Struktur aus, welche die Autonomie der einzelnen Subjekte stärkt.

Castells fasst das in folgenden schönen Worten zusammen:

„… durch das Herausbilden von autonomen Netzwerken horizontaler Kommunikation erfinden die Bürger des Informationszeitalters neue Programme für ihr Leben aus dem Material ihres Leidens, ihrer Ängste, Träume und Hoffnungen. Sie bilden ihre Projekte einfach, indem sie ihre Erfahrung miteinander teilen. Sie unterlaufen die herkömmlichen Kommunikationsprozesse, indem sie die etablierten Medien ausspielen und ihre eigenen Botschaften platzieren. Sie überkommen die Machtlosigkeit ihrer gemeinsamen Verzweiflung, indem sie Netzwerke für ihre Bedürfnisse erschaffen. Sie bekämpfen die herrschenden Mächte, indem sie die bestehenden Netzwerke identifizieren.“

Ganz in diesem Sinne ist in Japan das IWJ (Independent Web Journal) entstanden, gegründet von dem unabhängigen Journalisten Iwakami Yasumi, dessen Motto sich als „Echte Demokratie Jetzt“ übersetzen lässt.

IWJ setzte sich für aktive Beteiligung ein, für offene Kommunikation, Vernetzung in Realzeit via Live-Video und Twitter, sowohl allgemein für Kreativität und hebt sich so ganz entscheidend von den etablierten Massenmedien ab, die ihr Publikum als passive Gemeinschaft ansprechen, um eine vorsätzliche nationale Einheit zu stiften, dabei aber eigentlich nur geschickt Informationen und Produkte platzieren. Gerade in solch einer stark kontrollierten Medienlandschaft wie der japanischen, ist ein Schritt, wie der nun von IWJ markierte, gar nicht hoch genug zu bewerten. Web Iwakami ist schließlich an nichts anderem mehr ausgerichtet als daran, eine Autonomie der Kommunikation zu ermöglichen, die mit den Worten Castells „in direkter Beziehung steht zu Entwicklung von sozialer und politischer Autonomie, Schlüsselfaktoren, um sozialen Wandel herbeizuführen“.

Die weltweite Krise der Legitimität der herrschenden Politik beruht nicht nur auf der in fast allen Ländern weit verbreiteten Korruption, sondern hat ihren gleichzeitigen Ursprung auch in der immer durchsichtiger werdenden Strategie der Medienpolitik selbst. Kaum bedeutende Persönlichkeiten sind so mehr in der Politik verblieben, als hätte dort kaum noch jemand Bedarf für etwas Selbstachtung. Letzte Reste an Würde verkümmerten vor laufenden Kameras.

Das Konzept, durch welches Medien den Raum abstecken, in dem über Macht entschieden wird, beruht auf der Verknüpfung eines Gesichts mit einer Botschaft. Durch diese emotionale Methode wird eine symbolische Verbindung des Vertrauens aufgebaut. Wenn nun aber solche Methoden des politischen Marketings, zusammen mit ihren moralischen Werten und ihrer Vertrauenswürdigkeit weltweit in Frage gestellt werden, tritt auch immer deutlicher eine neue Macht zutage – und mit ihr eine unbestechliche Weisheit: Die Stimme des Volkes selbst, die dann nicht mehr gelenkt wird von grundlegenden Kräften wirtschaftlicher und politischer Macht, sondern vom Verlangen nach einem Gemeinwohl und dem tiefen Bedürfnis nach der Freiheit der Gedanken.

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