Samstag , 7 Dezember 2019
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Fukushima-Strahlung umkreist die Welt

michio_kaku_cbsImmer seltener finden sich Berichte, die an das tragische Schicksal der Menschen von Fukushima erinnern. Noch seltener werden wir mit Informationen darüber versorgt, dass radioaktive Strahlung keine Grenzen kennt. Ungehindert breitet sie sich um den gesamten Erdball aus. Jeder von uns trägt bereits strahlende Partikel in sich. Partikel des beinahe vergessenen Reaktorunfalls in Tschernobyl, Partikel aus Fukushima – und wer weiß, von woher noch. Liz Hayes, Reporterin für die CBS-Sendung „60 Minutes“, bereiste sowohl Japan als auch die Ukraine. Und sie ließ Michio Kaku zu Wort kommen, einen der führenden Experten zum Thema.

Einige Bilder in dieser Reportage, dessen Aufzeichnung (englisch) sich am Ende des Artikels findet, erinnern an das tragische Schicksal jener Menschen, deren Heimat zuerst durch das Erdbeben und dem folgenden Tsunami, und danach durch die radioaktive Strahlung für immer zerstört wurde. 135.000 Menschen wurden zwangsevakuiert. Viele von ihnen leben in Notunterkünften, in durch Pappkartons abgegrenzten Zellen, die in öffentlichen Gebäuden eingerichtet wurden. Niemand weiß, welche Nahrung genießbar ist. Jeder befürchtet, und versucht darüber hinwegzusehen, dass alles Essen, das Wasser und auch die Luft verseucht sind.

Der international anerkannte Physiker Michio Kaku erklärt unverblümt, dass es sich bei diesen Menschen um „Versuchskaninchen“ handle. Mit den Jahren wird sich zeigen, wie hoch die Krebsraten unter ihnen ansteigen werden.

Doch wie geht es mit den beschädigten Reaktoren weiter? Wie lange werden sie noch strahlen? Ist die Gefahr einer noch größeren Katastrophe nun endlich gebannt? Dazu Professor Michio Kaku wörtlich:

„Es wird gesagt, dass der Reaktor stabilisiert ist. Ja, das stimmt. Stabilisiert in einer Art, als würden Sie am Rande eines Abgrunds hängen, sich mit Ihren Fingernägeln festhalten, und ein Fingernagel nach dem anderen beginnt zu brechen. Das ist mit Stabilität gemeint. In anderen Worten: Es ist ein Wettlauf mit der Zeit.“

Um ein besseres Bild über die Gefahr nuklearer Strahlung zu geben, reiste Liz Hayes sogar nach Tschernobyl. Sie zeigt Bilder aus der Geisterstadt Prypjat, in der einst 53.000 Menschen lebten, die über Nacht ihre Häuser verlassen mussten. Sie zeigt Bilder krebskranker Kinder, die lange nach dem Reaktorunfall von 1986 geboren wurden. Und sie berichtet auch über das Kernkraftwerk selbst, das von einem sogenannten Sarkophag abgedichtet wurde, der langsam zu zerbröckeln beginnt. Gebannt ist die Gefahr noch lange nicht. Die Brennstäbe im Inneren strahlen weiter. Eine gigantische Explosion wird von Experten zwar als „höchst unwahrscheinlich“ bezeichnet, doch auszuschließen ist sie noch lange nicht.

Michio Taku erinnert: „Jeder von uns trägt ein Stück Tschernobyl in seinem Körper“. Für immer. Denn die nach dem Reaktorunfall freigesetzte Strahlung verbreitete sich im Laufe der Jahre rund um den Erdball.

Und genau das gleiche passiert mit jener Strahlung, die von den beschädigten Reaktoren in Fukushima ausgeht. Von Westen nach Osten umrundet sie die Erde. Immer und immer wieder.

Obwohl die Krebsforschung im Laufe der vergangenen Jahrzehnte enorme Fortschritte erzielen konnte, obwohl immer mehr Maßnahmen zur Verbeugung und Früherkennung gesetzt werden, nehmen die Zahlen der Krebskranken trotzdem regelmäßig zu. Zusammenhänge mit der weltweit steigenden radioaktiven Belastung fallen angeblich in den Bereich der Spekulation. Auf Grenzwerte wird verwiesen, die regional immer wieder angehoben werden, um der Bevölkerung eine bedenkenlose Situation vorzugaukeln.

Der Fernsehsender CBS und Liz Hayes verdienen unseren Respekt. Es ist nur schade, dass wir nicht öfter an die traurige Wahrheit erinnert werden.

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