Montag , 8 August 2022
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Sensationelle Erfindung aus Japan: Öl aus Plastik

plastik_oelDie Idee könnte aus einem futuristischen Film stammen. Statt Benzin, schlicht Abfälle in den Tank werfen, die automatisch in Energie umgewandelt werden. Akinori Ito, Gründer der Blest Corporation in Japan, ging von der Tatsache aus, dass Plastik aus Erdöl hergestellt wird. Warum sollte es sich nicht in den ursprünglichen Zustand, also in Öl, zurück versetzen lassen lassen? Nach mehrjährigen Experimenten entwickelte er eine Maschine, die mit geringem Energieaufwand 1 kg Plastik in 1 Liter Öl umwandelt. Ohne Abfall, ohne Geruch und ohne Umweltbelastung.

Auch wenn wir selten daran erinnert werden, die Entsorgung von Kunststoffen, von denen jährliche Millionen von Tonnen hergestellt werden, stellt ein ernsthaftes Problem dar. Gleichzeitig bringen wir mit jedem Einkauf aber eine ganze Menge von Plastik, ungeachtet ob als Gebrauchsgegenstände oder Verpackungsmaterial in unser Haus. Die meisten Kunststoffe sind biologisch nicht abbaubar. Wirklich zufriedenstellende Lösungen der Entsorgung liegen bis jetzt nicht vor.

Es mag sein, dass die hohe Bevölkerungskonzentration in Japan das Problem der Müllberge, die zu etwa einem Drittel aus Kunststoff bestehen, dort in den Vordergrund rückte. Insbesondere die um das Jahr 2000 einsetzenden Diskussionen über die globale Erwärmung ließen Akinori Ito nach einer Möglichkeit suchen, Plastik in Öl zurück zu verwandeln. Das Video (japanisch mit englischen Untertiteln) zeigt den Erfinder mit der von ihm entwickelten Maschine. Die Kunststoffabfälle brauchen weder bearbeitet noch zerkleinert zu werden. Der Deckel wird abgenommen und die Maschine wird gefüllt. Nach dem Verschließen wird der Strom eingeschaltet, die Temperatur steigt an und der Kunststoff beginnt, sich zu verflüssigen. Ist der Siedepunkt erreicht, werden die Dämpfe durch Rohre in einen mit Wasser gefüllten Teil der Maschine zur Abkühlung weiter geleitet. Durch genau diesen Vorgang, Verdampfung und Abkühlung, wird der zuvor feste Kunststoff wieder in flüssiges Öl umgewandelt.

Als Vergleich verweist Akinori Ito darauf, dass 1 kg Kunststoff beim Verbrennen 3 kg CO2 ausstößt. Wird durch die Verwendung von Elektrizität und Wärme fester Kunststoff in flüssiges, neu verwendbares Öl transformiert, lässt sich der CO2-Ausstoß um 80 Prozent reduzieren. Die benötigte Energiemenge zur Rückversetzung von 1 kg Plastik in etwa 1 Liter Öl wird mit 1 kW angegeben, was Kosten von rund 20 Cents verursacht. Wie Akinori Ito erklärt, könnte dieses Gerät weltweit dazu beitragen, den Menschen ins Bewusstsein zu führen, dass Plastik kein Abfall, sondern ein wertvoller Rohstoff ist.

Einer raschen Verbreitung dieser revolutionierenden Technologie dürfte vorläufig jedoch der hohe Anschaffungspreis der Maschine entgegen stehen. Obwohl die Herstellungskosten bereits etwas niedriger liegen, beläuft sich der Preis für die kleinste Ausführung, die im folgenden Video auch dargestellt ist, auf 950.000 Yen, was rund 8.500 Euro entspricht. Zwar gibt es noch keine Angaben, wie weit sich dieser Preis durch Massenproduktion reduzieren ließe, doch wäre zu erwarten, dass sich Umweltschutz-Organisationen und öffentliche Stellen für eine Verbreitung dieser Technologie einsetzen.

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Weitere Quellen: OurWorld2.0,  die offizielle Webseite der Blest Corporation gibt es vorläufig nur auf japanisch.

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