Donnerstag , 13 August 2020
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Wanderung der Wildtiere in der Serengeti bald Vergangenheit?

Der Serengeti Nationalpark in Tansania ist nicht nur landschaftlich sehr reizvoll und gleichzeitig Lebensraum zahlreicher Wildtiere, sondern zudem auch UNESCO Weltnaturerbe. Durchzog bislang dieses Naturschutzgebiet keine mehrspurige Straße, könnte sich das nun bis zum Jahr 2012 ändern. Geht es nach dem Willen des tansanischen Präsidenten Jakaya Kikwete, soll in relativ kurzer Zeit mit dem Bau einer zweispurigen Fernstraße durch die Serengeti begonnen  werden. 27 Wissenschaftler und Naturexperten protestieren nun gemeinsam mit Naturschutzorganisationen gegen die Pläne des Präsidenten.

serengeti_tansania

Viele Regionen rund um den Erdball beherbergen eine vielfältige Fauna und Flora, die es zu schützen gilt und nicht zuletzt auch aus dem Grund, um das natürliche, leicht anfällige Ökosystem in einer ausgewogenen Balance zu halten. Diese Balance könnte nun, mit zahlreichen Folgen, in dem Serengeti Nationalpark in Tansania bedroht werden. Nicht weil die Natur kollabiert, sondern der Präsident des Landes nach rund 30 Jahren sein Ziel umgesetzt haben will, dass da heißt, eine knapp 50 km lange, zweispurige Fernstraße bauen zu lassen.

Eine Fernstraße, na und, wird so manch einer nun denken. Sicherlich ist eine neue, breite Straße augenscheinlich kein Weltuntergang, allerdings nicht in besonderen Gebieten, zu denen auch die Serengeti gehört. Jährlich wandern allein circa 1,3 Millionen Gnus in Richtung Norden durch das Naturschutzgebiet, um in der Trockenzeit an Wasser zu gelangen. Wissenschaftler und Naturschutzexperten befürchten durch den Straßenbau nicht nur einen signifikanten Artenrückgang, begründet durch einen Rückgang der Gnubestände, sondern zusätzlich das Zunehmen von großen Buschbränden. Dass es neben dem Zusammenbruch des Ökosystems folgend auch noch zu einer Kohlenstoffsenke und fortwährend zu einem CO2 emittierenden System kommen kann, sehen die Forscher mehr als wahrscheinlich an.

Relativ kurzsichtig ist somit das Ansinnen des Landespräsidenten, zumal außer Tansania gleichzeitig Kenia unter den weitreichenden Folgen solch einer Straße zu leiden hätte. Hier findet sich der Grund in der Tatsache, dass mit dem Rückgang der Wildtiere und den Auswirkungen auf die Natur, sich der Tourismus reduzieren würde, der bislang, beispielsweise, in Tansania knapp 23% Deviseneinnahmen im Jahr bedeutet und nicht zuletzt deshalb ermöglicht werden, weil Reisende sich im Serengeti Naturschutzpark erholen und, unter anderem, die Wildtiere beobachten wollen. Zudem: Es liegen von anderen Naturschutzgebieten Dokumentationen vor, wie sehr sich durch Bauvorhaben solchen Ausmaßes die Ökosysteme negativ verändert haben.

Experten prognostizieren hinsichtlich der geplanten Trasse in Tansania, dass auch die Menschen nur bedingt einen Nutzen davon hätten, denn bei einer Straße in Richtung Norden würden wohl nur etwas mehr als 430.000 profitieren, bei einer alternativen Südroute hingegen 2,3 Millionen. Doch auch bei solch einem südlichen Bauvorhaben, würden die Auswirkungen im ökologischen System der Serengeti nicht ausbleiben und somit bleibt es abzuwarten, ob die geplante Strasse im Weltnaturerbe gänzlich zum Kippen gebracht werden kann oder ob der Mensch wieder einmal einen der schönsten Flecken der Erde systematisch zerstört.

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