Donnerstag , 22 August 2019
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Zucker als wirksames Mittel bei Ölkatastrophen

wuerfelzuckerDie Meldungen, rund um das Thema Ölpest im Golf von Mexiko, nehmen inzwischen in fast allen Medien einen geringeren Stellenwert ein. Nichtsdestotrotz ist die Ölkatastrophe noch lange nicht Vergangenheit und angesichts der weltweiten Bohrungen, sowie Öltransporte auf dem Seeweg, ist eine neuerliche Katastrophe gewiss nicht für immer und ewig auszuschließen. Zudem können bereits kleinere Mengen an Erdöl zu Umweltschäden führen, so dass dieser Thematik auch zukünftig Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Wie lässt sich ausgelaufenes Öl auf eine effektive, jedoch ökologisch sinnvolle Weise einsammeln, so lautet unter anderem eine der zahlreichen Fragen, die Forscher beständig umtreibt. Eine aktuelle Antwort: Zucker und Fettsäuren könnten in Zukunft ein Mittel darstellen, um verseuchendes Öl aus den betroffenen Gewässern zu entfernen.

Wie heute dem „Spiegel“ zu entnehmen war, scheint sich aktuell die Natur höchstpersönlich an dem Ölteppich im Golf von Mexiko schadlos zu halten. Im positiven Sinne, denn eine bislang unbekannte Bakterienart frisst sich, den Nachrichten zufolge, eifrig durch den Ölteppich und sorgt somit als Aufräumkommando für eine Reduzierung der nachwievor treibenden Ölmengen, welche immer noch reichlich im Golf von Mexiko vorhanden sind. Während scheinbar die Natur selbst aktiv wird, forschen rund um den Globus Wissenschaftler nach einer probaten Substanz, um im Falle neuer Ölkatastrophen, wirksam eine Ausbreitung von Erdöl auf dem Wasser unterbinden zu können.

Könnte Zucker als wirksame Waffe gegen Ölteppiche fungieren? Innovative Entwicklungen lassen ein Ja auf diese Frage zu. Im ersten Moment erscheint solch eine Aussage nicht sonderlich glaubwürdig und doch konnten Wissenschaftler vom City College of New York und der University of Maryland kürzlich von einer erfolgreichen Entwicklung eines sogenannten Gelators berichtet, dessen Basis Zucker und Fettsäuren sind und der in die Kategorie der Geliermittel seinen Einzug hält. Biologisch abbaubar, nicht toxisch, leicht und kostengünstig in der Herstellung, könnten diese Gelatoren aufgrund ihrer Beschaffenheit, tatsächlich ein wirksames Einsatzmittel gegen ausgelaufenes Erdöl sowie Benzin und Diesel  werden.

Alle bisherigen Substanzen, welche zur Bekämpfung von Öl auf flüssigen Materien entwickelt wurden, erweisen sich bei einer genaueren Betrachtung als keine sensationelle wirksame Mittel. Im Gegenteil,  finden sich doch oftmals weitaus mehr negative Effekte  durch deren Einsatz, da sie entweder kaum eine Wirkung aufweisen oder schlussendlich für eine zusätzliche Belastung der Umwelt sorgen. Als Basis dienen für derartige Hilfsmittel Polymere, die allerdings eine Ölrückgewinnung nur mit viel Aufwand ermöglichen oder selbst zu Beginn der Säuberungsaktion sehr schwer eine Bindung mit dem zähflüssigen Erdöl eingehen. Bei dieser Problematik könnten Gelatoren eine sinnvolle Möglichkeit darstellen, um sowohl eine Einbindung als auch eine Rückgewinnung des Erdöls zu ermöglichen.

Aufgebaut in einem Selbstorganisationsprozess, sollen die Moleküle der Gelatoren zu einem dreidimensionalen Netz, bestehend aus Fasern, aggregieren. Kommt nun dieses Netz mit dem Öl in Kontakt, wird dieses wiederum regelrecht aufgesaugt und ermöglicht es, durch ein Aufquellen der Substanz zu einem Gel zu werden, das ein sehr großes Fassungsvermögen entwickelt. Nachfolgend wird das Gel sehr fest, wobei durch eine spätere, bestimmte Form der Destillation, das zuvor gebundene Öl wieder freigesetzt wird. Dieses zurückgewonnene Erdöl kann nach der Trennung ebenso erneut verwendet werden als auch der verwendete Gelator. Die Wissenschaftler sehen in dieser Neuentwicklung einen positiven Ansatz, um zukünftig Mittel zu entwickeln, die für eine Bekämpfung von Ölflächen, auch im Sinne der Natur, geeigneter sein werden als es die bisherigen Produkte sind.

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