Montag , 17 Juni 2024
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Der Mensch als laufende Schadstoffbombe

luftverschmutzungSeit vielen Jahren werden Raucher damit konfrontiert, wie schädlich sich das Inhalieren von Nikotin und Kondensat auf die Gesundheit auswirkt. Noch tragischer sollen die Auswirkungen auf Nichtraucher sein, folglich werden diese mittlerweile durch unzählige Gesetze und Bestimmungen zumindest in öffentlichen Räumen geschützt. Dass der Mensch jedoch anderweitigen Schadstoffen ausgesetzt ist, die bis heute in ihren negativen Wirkungen nicht annähernd erforscht sind, wird gerne totgeschwiegen. Der Mensch als laufende Schadstoffbombe, ist somit durchaus eine Realität, der nun einmal näher auf den Grund gegangen wird. 

Umweltschadstoffe umgeben uns überall und zu jederzeit. Hierbei sind sie nur selten sicht- oder greifbar, finden sich in den Böden, im Wasser, in Nahrungsmitteln und Getränken oder in der Luft und werden von uns Menschen folglich über unterschiedliche Wege unbemerkt aufgenommen. Macht man sich einmal die Mühe und sucht nach den am weitest verbreiteten Umweltschadstoffen, dann wird es einem beim Lesen schon schummrig: Formaldehyd* (giftige Chemikalie), Permethrin* (Insektizid), PCB* (polychlorierte Biphenyle), PCP* (Organochlorpestizid), CKW* (chlorierte Wasserstoffe), PAK-Mix* (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe), 1,6-Diisocyanatohexan* (Zwischenprodukt der chemischen Industrie), Phthalsäureanhydrid* (Phthalsäure) oder auch Dichlofluanid* (Wirkstoff für Holz- und Pflanzenschutzmittel) und Lindan* (Kontaktinsektizid). Und das sind nur einige von hunderten von Schadstoffen, die wir täglich über verschiedene Transportwege aufnehmen.

Erschreckend ist es hierbei, dass die meisten der gerade genannten Gifte uns nicht nur umgeben, sondern wir diese auch noch direkt an unsere Haut lassen. Formaldehyd etwa, wird beispielsweise in kosmetischen Produkten wie Shampoo, Mundwasser oder Nagelhärter ebenso eingesetzt als auch in Textilien, Holzwerkstoffe, Fußböden und vielen weiteren Produkten des täglichen Gebrauchs. Gift im Mundwasser? Da überlegt man es sich doch gleich zweimal, ob man nicht einfach nur simples Wasser zum Spülen des Mundraumes benützt. Allerdings ist auch dieses trotz zahlreicher Kontrollen alles nur nicht schadstofffrei. Umweltschadstoffe verbreiten sich bekanntlich überall, so auch über den Regen bis hin zum Grundwasser. Folglich werden selbst mit dem Trinkwasser oder mittels der Verwendung von Wasser in der Produktion von Nahrungsmitteln Insektizide, Blei, Quecksilber oder radioaktive Stoffe übertragen und mit der Ernährung oder der Hautreinigung aufgenommen.

Ernährung ist ein wichtiges Stichwort, wenn es darum geht, was der Mensch so alles zu sich nimmt, das nicht als gesund zu bezeichnen ist und oft über Jahrzehnte im Körper verbleibt. Vor einigen Monaten gingen die Schlagzeilen um die Welt, dass in vielen Getränkedosen die Hormon-Chemikalie Bisphenol A zu finden ist (wir haben darüber berichtet), dass durchaus negative Belastungen auf den Organismus auslösen kann, zumal dieser Stoff als krebserregend deklariert ist. Verwerflich: Selbst in Babyschnuller wurde dieses Gift bereits nachgewiesen und macht deutlich, wie verantwortungslos bereits mit der Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern umgegangen wird. Kurzfristige Erkrankungen sind übrigens nur selten, wenn es um Schadstoffe und deren Aufnahme geht, doch gibt es nachwievor viel zu wenig wissenschaftliche Dokumentationen über die langfristigen Folgen für den Menschen.

Allerdings ist bereits heute bekannt, dass es zu Allergien, Atemerkrankungen, Unfruchtbarkeit, Krebsleiden, Erkrankungen der Haut und viele weitere physische und psychosomatische Beschwerden kommen kann, wenn man in einem direkten Kontakt mit den Umweltgiften kommt oder sich diese über einen längeren Zeitraum im Körper ansammeln. Gerade bei vorhandenen Allergien entstehen zudem immer häufiger sogenannte Kreuzallergien, die für die Betroffenen gleich eine Mehrfachbelastung darstellen. Solch eine Kreuzallergie entsteht beispielsweise dann, wenn man eine Latex-Allergie aufweist, die eine Latexsensibilisierung und eine Allergie gegen bestimmte Obstsorten ebenso in sich beinhalten kann als auch die Variante, dass man gegen die Birkenfeige allergisch reagiert. Ein Beispiel von vielen, denn Schadstoffe können zahlreiche gesundheitliche Probleme auslösen, die fatalerweise nicht immer gleich auf mögliche Umweltgifte zurückgeführt werden.

Die meisten eingesetzten Umweltchemikalien bleiben über Jahrzehnte im Menschen erhalten. So konnte unter anderem auch heute noch das seit rund 35 Jahren verbotene Pestizid DDT in einer Untersuchung von Muttermilch nachgewiesen werden, was sehr gut deutlich macht, welche chemische Keulen der Mensch über Jahrzehnte mit sich herumschleppt. Zu finden übrigens in Zellen, Knochen, Muskeln, Haaren, Schleimhäute und allen anderen Körperbestandteilen des Menschen. Eine Tatsache, die nicht zu verleugnen ist, auch wenn nur ungern darauf hingewiesen wird, dass die Umwelt mit ihren industriell geförderten Schadstoffen dem Menschen schädliche Folgen zufügen kann. Wir atmen Luft, nehmen Nahrung und Wasser auf, halten uns in Räumen auf, bewegen uns im Freien, setzen unsere Haut allen möglichen Kontakten aus, und bei all dem ist es leider nur sehr eingeschränkt – und oft überhaupt nicht – möglich, präventive Maßnahmen zu setzen, um unseren Organismus vor der Flut unwillkommener Schadstoffe zu schützen. Fühlen Sie sich also keineswegs zu sicher, bloß weil man Sie mit allen Mitteln vor Tabakqualm zu schützen versucht.

Quelle: http://www.bund.net/nc/bundnet/

*Erklärung der Fachbegriffe: http://www.imd-berlin.de/index.php?id=545

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