Mittwoch , 19 Februar 2020
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Wenn dem Volk das Lachen vergeht

smiley lachLachen ist gesund. Eine Erkenntnis, die mittlerweile recht bekannt ist, jedoch hier im Land nicht wirklich zum Tragen kommt. Doch wie heißt es angelehnt an eine Werbung so schön „Ihnen wird geholfen“, denn Lachtherapien boomen. Erfreulich einerseits, ein Armutszeugnis anderseits – für ein Volk, dem das Lachen im Halse stecken bleibt, weil das Leben nicht viel zum Lachen übrig lässt. Weshalb das so ist und was alles in einem befreiten Lachen positives steckt, soll an dieser Stelle auf den Grund gegangen werden.

Wenn der Mensch lacht, ist das als wenn er ein aktives Ganzkörpertraining in einem Fitness-Studio absolviert. Neben der Tatsache, dass man nur die Hälfte der rund 64 Gesichtsmuskeln beim Lachen benötigt, werden die Organe auf eine sehr angenehme Art und Weise trainiert, der Körper an sich besser durchblutet und das Stimmungsbarometer akut in die Höhe getrieben. Hierbei werden die berühmten Glückshormone, bekannt als Endorphine, in einem Übermaß ausgeschüttet, was folglich selbst leichten Depressionen entgegenwirken kann. Lachen ist tatsächlich gesund und hat selbst die Kraft in sich, das Immunsystem zu stärken und somit den Organismus weniger anfällig für Bakterien und Viren zu machen. Allerdings ist das nur eine Seite der Medaille, denn neben den rein körperlichen Vorgängen bei einem herzhaften Lachen, wird das soziale Miteinander gefördert, einem Gegenüber die eigene Friedfertigkeit offeriert und folglich eine gewisse offene Bindung ermöglicht.

Die Liste der positiven Aspekte eines befreiten Lachens ließe sich noch endlos weiterführen, doch gibt es, wie bereits erwähnt, in Deutschland – und in vielen weiteren Teilen der Erde – nicht immer etwas zu lachen. Finanzielle Krisen, Arbeitsplatzverlust oder die Angst vor dessen Eintritt, private Sorgen, Krankheiten und schlechte Nachrichten aus aller Welt, führen immer häufiger dazu, dass Frauen, Männern und selbst Kindern immer öfter das Lachen vergeht. Dass hierbei Depressionen, eine höhere Anfälligkeit für Erkrankungen und eine gewisse Einsamkeit mit inbegriffen sind, soll nur der Vollständigkeitshalber eine Erwähnung finden. Verständlich. Einerseits. Denn bei einer genaueren Betrachtung ändern sich das Leben und der Alltag mit seinen Belastungen und Anforderungen nun nicht dadurch, dass man nicht mehr lacht. Im Gegenteil, davon wird die globale und vor allem persönliche Misere ja nicht besser. Und doch lachen die Menschen im Land nicht mehr viel, was zahlreiche Folgen nach sich ziehen kann und leider auch immer wieder tut.

Doch angesichts der vielfältigen Möglichkeiten im Land dieser Entwicklung entgegen zu steuern, muss das nun wirklich nicht sein. Am 2. Mai fand wieder einmal der Weltlachtag statt, in dessen Rahmen weltweit gelacht wurde. Zumindest lachten diejenigen, welche sich bei einem Lach-Yoga oder in einem Lach-Club trafen, von denen es, beginnend mit der ersten Begründung im Jahr 1960, rund um den Erdball etwa 1.200 in verschiedenen Formen gibt. Tendenz steigend. Lachen auf Kommando, unter Anleitung und in der Gemeinschaft heißt folglich nicht nur an solch einem Weltlachtag die Devise und das durchaus mit entstehenden Kosten, die einem, bei bestehenden monetären Krisen, eher das Lachen vergehen lassen als es auf den Tagesplan zu rufen. Kosten zwischen erschwinglichen vier Euro für eine lachende  Stunde und teuren 90 Euro aufwärts für ein Lach-Seminar, sind hierbei gänzlich normal. Wirklich normal?

smiley zweifelDem Menschen, der trotz Widrigkeiten im Alltag das Lachen noch nicht im Halse stecken bleibt, erscheint solch eine Praktik reichlich paradox, wenn nicht gar absurd, denn neutral betrachtet, ist solch eine Lach-Therapie nicht mehr als das Herumdoktorieren an einer Krankheit. Eine Krankheit, die das marode System einer Gesellschaft in sich birgt, die sich im wahrsten Sinne des Wortes das Lachen nehmen lässt, oder anders ausgedrückt, sich das Lachen nimmt. Auf die Idee zu kommen das System Familie, Beruf oder gar das einer ganzen Regierung zu hinterfragen und die „Krankheit“ von Grund auf zu kurieren, wird leider nicht sonderlich aktiv betrieben. Bei genauerem Hinsehen ist das ja auch nicht nötig, denn mitunter ist es leichter in einer Gruppe nach Zeitplan zu lachen, als sich die Mühe zu machen, das Lachen generell wieder ins Leben zu holen. Folglich werden auch die vielen Lach-Trainer ihre Freude haben, denn deren Konto bringt diese an jedem Ersten des Monats wirklich zum Lachen und das mit dem guten Gewissen, der Menschheit einen Dienst erwiesen zu haben.

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