Mittwoch , 19 Februar 2020
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„Rheuma-Viren“ nun auch in Deutschland

malariamueckeSie sind klein, kaum zu sehen, reichlich nervig beim Anflug und erweisen sich unter anderem als Transporteure für die sogenannten Sindbis-Viren. Die Rede ist hier von Mücken, die hierzulande schon ohne vorhandene Erreger eine wahre Plage sein können, nun jedoch zusätzlich die bisher in Schweden, Finnland oder auch in Afrika vorhandenen „Rheuma“-Viren Sindbis nach Deutschland eingeschleppt haben.

Wissenschaftler entdeckten diese durch Mücken übertragbaren Viren kürzlich erstmalig in Baden-Württemberg und das gleich bei drei unterschiedlichen Mückenarten, die folglich dafür sorgen, dass die Viren eifrig eine Zirkulation in Deutschland erfahren können. Die möglichen Folgen bei einer Übertragung der Viren: Die Pogosta Krankheit.

Wissenschaftler des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) konnten im Herbst 2009 in einer Zusammenarbeit mit der KABS (Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) anhand Untersuchungen von rund 16.000 Mücken, bei drei Mückenarten den Sindbis-Virus nachweisen. Diese Viren-Art hat ihren Ursprung in Afrika, wurde bereits 1950 entdeckt und folgerichtig zur Dokumentation gebracht. Verantwortlich für die Übertragung der Viren, die zu einer fiebrigen Erkrankung mit rheumatischen Beschwerden führen können, sind sowohl die Mückenarten Culex torrentium und Culex pipiens (beide schon aus Finnland und Schweden als Überträger bekannt) als auch die nun erstmalig als Transporteur identifizierte Malariamücke Anopheles maculipennis.

Die Symptome einer Erkrankung mit den Sindbis-Viren (auch als Rheuma-Viren bezeichnet) erweisen sich bei einem Betroffenen der Pogosta Krankheit, die auch unter dem Namen Ockelbo bekannt ist, mit Fieber und Entzündungen der Gelenke, die in ihrer Kombination sehr einer rheumatischen Erkrankung ähneln. Rheuma selbst ist hingegen lediglich ein umfassender Begriff, der rund 450 bekannte rheumatische Unterformen zu einem Ganzen zusammenfasst. Die Übertragung der Viren erfolgt bei einem Stich der Mückenweibchen, die diese Erreger beim Blutsaugen über ein Sekret an den Menschen weitergeben können. Dass die als Überträger in Frage kommenden Mückenarten in Deutschland mit denjenigen aus Schweden eine „Verwandtschaft“ aufweisen, konnte zusätzlich aufgrund der Analysen bereits durch die Forschungsgruppe nachgewiesen und dokumentiert werden. Folglich bleibt abzuwarten, ob und in welcher Höhe in diesem Jahr auch in Deutschland die Erkrankungszahlen hinsichtlich der Pogosta Krankheit dank der Schnaken einen Anstieg erfahren werden.

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