Donnerstag , 8 Dezember 2022
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Diäten – Fettgefahr und Schwachsinn

uebergewichtDeutschland verfettet. Bereits heute werden die stark übergewichtigen Kinder im Land auf rund zwei Millionen geschätzt, was durch die Tatsache ergänzt wird, dass  innerhalb der europäischen Union Frauen und Männer in Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes die Hitliste der Übergewichtigen aller Länder anführen. Dicke sorgen für hohe Gesundheitskosten, die wiederum auf die schlanken Menschen der Nation verteilt werden und führen aufgrund ihres hohen Gewichtes für eine Steigerung der CO2-Ausschüttung, welche bekanntlich das Ozonloch zusätzlich vergrößern lässt. Adipositasbelastete Menschen leiden häufiger unter Herz-Kreislauf- und Gelenkerkrankungen und sterben früher, züchten eine neue Generation der Fetten heran, stinken bis zum Himmel und sind einfach unästhetisch.

Harte Worte, die jedoch quer durch alle Medien gehen und Millionen übergewichtige Menschen voller Scham auf das Sofa versinken und täglich neue Diäten ausprobieren lassen. Und Ärzte, Nahrungsmittelhersteller sowie Pharmaunternehmen samt weiterer an der Fettsucht verdienenden Firmen zu einem fröhlichen, zufriedenen Händereiben animiert, denn der Rubel mit den Dicken und deren verzweifelten Diätversuchen rollt. Einer, der in Sachen Dicke, Diäten und Geldmacherei wahrlich kein Blatt vor den Mund nimmt ist Udo Pollmer, seines Zeichens kein Hungerhaken und passionierter Diätgegner. Wer bislang noch nie von diesem Mann gehört hat, weiß nicht was er verpasst hat, denn er haut bezüglich Diätenwahn und vielen weiteren heutzutage unter dem Deckmantel der Gesundheit deklarierten Ernährungsempfehlungen, kräftig auf den Tisch. Und Recht hat der 56 jährige deutsche Lebensmitteltechniker und Fachbuchautor, denn bei einer genauen Betrachtung einer seiner Aussagen, die da lautet „Diäten sind wider der Natur und lässt die Menschen nur noch dicker werden“, offenbart sich eine Wahrheit, die dank raffgierigen Anti-Fett-Gegnern bei den meisten Übergewichtigen noch nicht zum Tragen kommt.

Etwas provokant ist der 1954 in Himmelpforten geborene Experte in Sachen Ernährung ja schon, aber wer sich etwas näher mit seinen Ausführungen zum Thema Mensch, Ernährung und Diäten beschäftigt, wird rasch hinter den hohen Wahrheitsgehalt und den vielen kapitalistischen Machenschaften der Gesundheitsapostel kommen. esst_endlich_normal_coverIn seinem Buch „Esst endlich normal! – Das Anti Diät Buch„, erschienen im Piper-Verlag, macht er auf viele Details aufmerksam, die tatsächlich im Alltag Millionen Menschen Realität sind. Zunächst einmal ist es eine offensichtliche Tatsache, dass Tag für Tag neue Diäten und Wunderkuren auf den Markt kommen, die dem ach so armen und kranken Dicken endlich zu einem Normalgewicht verhelfen sollen. Ob Diätdrinks oder Super-Schlank-Wunder-Pillen – all diesen Hilfsmitteln auf dem Weg zu einer sexy und gesunden Figur sind zwei Dinge gemeinsam: Die Hersteller polstern sich ihr Konto gesund und die Übergewichtigen wandern von einem Versuch zum nächsten endlich schlank zu werden und wundern sich über einen ständigen JoJo-Effekt, der in der Regel nach dem Absetzen der Pillchen und Pülverchen sowie diätischen Kasteiungen nie lange auf sich warten lässt. Dass einzig der Geldbeutel abnimmt, ist zwar den meisten recht bekannt, aber was tut man nicht alles um endlich so auszusehen wie die „Normalen“.

Aber was ist bitteschön im Sinne des Gewichtes schon als Normalität zu betrachten? Laut Udo Pollmer ist das Dicksein zunächst eine Frage der Definition, die sich jedoch aufgrund der unterschiedlichen menschlichen körperlichen, genetischen und alltäglichen Gegebenheiten als sehr dehnbar erweist. Schublade auf, Schublade zu, geht folglich beim Thema Mensch und (Über-) Gewicht nicht. Auch der zumeist hochgehandelte BMI-Wert ist in seinen Augen ein Schwachsinn und er vergleicht das auf eine herrliche Art und Weise mit einem Schlachthofarbeiter, der, würde er den Fettgehalt eines Schweines mittels BMI messen wollen, „für klinisch dumm“ erklärt und gefeuert werden würde. Doch im menschlichen dicken Alltag wird genau das als Maß genommen, um einer Frau oder einem Mann zu sagen „Sie sind viel zu dick und müssen Diät halten“. Nach Ansicht von Udo Pollmer setzt hier der Schwachsinn erst recht ein, denn je mehr die Menschen Diät halten und Angst vor dem Essen bekommen, desto mehr nehmen sie zu oder ihr Gewicht bleibt hartnäckig bei der unerwünschten Kilozahl.

Wer bereits die eine oder andere Diät hinter sich hat, wird dieser Aussage gewiss mit einem Seufzer der Erleichterung zustimmen können. Endlich mal jemand der sagt, was Sache ist und folglich bei vielen Ernährungsexperten und Herstellern zu einem bitteren Aufstoßen führt. Immerhin darf man bei dem Thema „Dicksein und Diäten“ nicht übersehen, dass zig Milliarden Euro mit den dicken Menschen gemacht wird. Pillen, Pulver, vorgefertigte Diätnahrung, Kuren, Kliniken, Fettabsaugen setzen klingende Münzen um und auch Ernährungsberater, Ärzte und Fitnessstudios verdienen sich eine goldene Nase mit dem Leid der Dicken, die sich mittlerweile kaum mehr getrauen zu sagen, dass ihnen Essen nicht nur Kalorienzufuhr, sondern auch  Genuss bedeutet. Kein Wunder, denn magersüchtige Models in Werbung und TV offenbaren das gesunde und schöne Nonplusultra der Zeit, wobei, wirft man einen Blick in viele Länder, genau diese Frauen als krank bezeichnet und sicherlich nicht geheiratet werden, weil die Männer befürchten, dass diese hungrige Kranke bei der Geburt eines Kindes sterben könnte. Alles relativ und doch in Deutschland ein Thema, das permanent präsent ist.

Sicherlich ist ein zu hohes Übergewicht nicht unbedingt das was man als gesundheitsfördernd betrachten kann, allerdings sollte man sich bei dieser Thematik einmal vor Augen führen, weshalb die Menschen immer dicker werden. Einst noch viel im Haus und Beruf in Bewegung, wurden täglich zigfach Kalorien fast von selbst verbrannt. Die Mahlzeiten waren zwar vielfach deftig, aber frisch zubereitet und Süßigkeiten oder Snacks oftmals nur etwas, das an besonderen Tagen oder am Sonntag gegessen wurde. Heute mangelt es gewiss nicht an tausenden verschiedenen verführerischen Nahrungsmittel, denen allerdings in vielen Fällen Geschmacksverstärker beigesetzt sind, die fast suchtartig mehr essen lassen als man es eigentlich möchte. Kinder und Erwachsene verbringen aus Mangel an Alternativen und Gelegenheit mehr Zeit vor dem Fernseher und Computer, töten somit die alltägliche Langeweile oder auch den Frust des Geldmangels und greifen eben zu den im Schnitt immer billiger werdenden Lebensmitteln. Unschwer lassen diese wenigen Hinweise rasch klar werden, dass hier etwas gewaltig faul ist im Land und wie stets keine Ursache ihre Wirkung verfehlt. Dass hierbei das Projizieren eines schlechten Gewissen und die Angstmacherei bei den Menschen im Land nicht außen vor gelassen wird, dafür sorgen dann jedoch nicht nur die Medien, sondern vor allem diejenigen, die sich Monat für Monat eine goldene Nase mit Diäten und Co verdienen.

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