Montag , 17 Juni 2024
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Blasenentzündung – Verstecktes und schmerzhaftes Leiden

nierenbereichÄußerlich nicht erkennbar, jedoch für die Betroffenen ein akutes bis chronisches Leiden, erweist sich eine Zystitis, so der medizinische Ausdruck für eine Blasenentzündung, als schmerzhaft und reichlich nervenaufreibend. Neben der Tatsache, dass nicht immer und sofort der Auslöser der Erkrankung ermittelt werden kann, erweist sich, bei einer genaueren Betrachtung, selbst die Behandlung nach Schema F nicht als sinnvoll. Warum leiden eigentlich besonders Frauen und Mädchen unter einer oftmals ständigen, in unterschiedlichen Abständen auftretenden, Blasenentzündung?

Welche Maßnahmen, sowohl im Sinne einer Prävention als auch hinsichtlich einer Behandlung, helfen tatsächlich, wenn sich eine Zystitis bemerkbar macht? Sind Naturheilmittel besser oder Antibiotika und kann man mit der Ernährung einer Blasenentzündung vorbeugen? Ist etwas dran an der Behauptung, dass nasse Kleidung oder Kälte im Nierenbereich eine Zystitis fördern?

Fragen über Fragen, die immer wieder von Betroffenen oder besorgten Müttern und  pflegenden Angehörigen gestellt werden, die sich im Sinne der ihnen anvertrauten Menschen mit diesem gesundheitlichen Problem konfrontiert sehen. Ein Problem, für das es keine konkrete Zahlen darüber gibt, wie viele Menschen in Deutschland von einer Blasenentzündung oder einer sogenannten BPS/IC betroffen sind. Von BPS/IC sprechen die Mediziner im Übrigen dann, wenn sich die, im folgenden erklärten, Symptome über einen Zeitraum von sechs Monaten und mehr aufweisen und auch die Ursache selbst nicht gänzlich geklärt ist, da oftmals keine Erreger nachweisbar sind.

Zahlen und Fakten eines chronischen Blasensyndroms

BPS/IC steht für das chronische Blasenschmerzsyndrom / Interstitielle Zystitis, das wiederum laut, der aktuellen Veröffentlichung der Ärztezeitung, neunmal mehr Frauen und Mädchen betrifft als Männer und hierbei ein mittleres Alter der Betroffenen von 42 bis 53 Jahren umfasst. Die vermuteten Betroffenenzahlen liegen zwischen 1,1 und 12.600 je 100.000 Einwohner, was allein schon offensichtlich werden lässt, wie wenig selbst die Statistiker über genaue Zahlen im Bezug auf chronische Blasenentzündungen im Land verfügen.

Hinsichtlich der Symptome zeigt sich, dass sowohl bei einer akuten als auch bei einer chronischen Entzündung der Blase diese sich, wenn auch individuell unterschiedlich in der Intensität, sehr ähnlich sind. Charakteristisch für eine Blasenentzündung sind ein ständiger Harndrang, der allerdings beim Toilettengang oftmals nur ein Tröpfeln des Harns ermöglicht, Schmerzen und Druck im Unterbauch sowie ein Brennen beim Harnlassen. Nicht selten tritt bei den Betroffenen weniger ein Schmerz, denn mehr ein ständiges Unbehagen auf, was vielfach dazu führt, dass nicht immer gleich an eine Blasenentzündung gedacht wird.

Diese kann sich nicht nur mit verschiedenen Symptomen bemerkbar machen, sondern auch im Bezug auf die Ursachen variieren. In den meisten Fällen entsteht eine akute Blasenentzündung aufgrund von Erregern, die gerade bei Frauen ein leichtes Spiel haben, da die Harnwege deutlich kürzer sind als es bei Männern der Fall ist. Demgegenüber stehen jedoch bei einer BPS/IC weitere Möglichkeiten in Form von Veränderungen der Blasenschleimhaut, zytotoxische Substanzen innerhalb des Urins, Infektionen, autoimmune Prozesse oder auch eine mangelhafte Durchblutung der Organe und Muskeln im Becken. Schlussendlich kann die wahre Ursache nur durch eine eingehende Untersuchung durch einen Arzt herausgefunden werden, wobei man an dieser Stelle erwähnen muss, dass für die genannten Symptome auch andere Erkrankungen verantwortlich sein können als „nur“ ein  chronisches Blasensyndrom. Folglich bleibt einem, bei derartigen, anhaltenden Beschwerden,  der Gang zu einem Mediziner nicht erspart.

Prävention und Behandlungsmaßnahmen bei Blasenentzündung oder Blasensyndrom

Grundsätzlich ist es wichtig, dass, wenn sich die Beschwerden als Blasenentzündung aufzeigen, viel Flüssigkeit zu sich genommen wird, da diese wiederum mögliche vorhandene Erreger regelrecht ausspülen kann. Noch relativ neu ist gerade bei dem Thema des Trinkens, dass Cranberrysaft eine gute Hilfe darstellen kann, da diese Beeren Inhaltsstoffe aufweisen, die den Erregern regelrecht Beine machen können. Auch Tee, sei es eine bestimmte Lieblingssorte oder spezielle Nieren- und Blasenteesorten, ist eine gute Alternative gegenüber einfachem Wasser, das nicht viele Menschen in reiner Form mögen. Oftmals treten besonders bei einem Blasensyndrom verstärkt Beschwerden auf, wenn der Betroffene Kaffee oder Zitrusfrüchte konsumiert hat, so dass es sich lohnen kann hier ein gezieltes Augenmerk auf einen möglichen Zusammenhang zu haben.

Sinnvoll ist es zudem dafür zu sorgen, dass der Unterleib nicht auskühlt oder aufgrund von nasser Bekleidung Bakterien ein leichtes Spiel zur Vermehrung und einen Aufstieg in die Blase erhalten. Die Nieren- und Unterleibsregion warm und zugfrei zu halten, sollte bei akuten wie chronischen Beschwerden geradezu obligatorisch werden. Gleiches gilt für die Füße, denn nicht wenige Frauen, Kinder und selbst Männer bekommen Probleme mit der Blase oder sonstigen im Unterleib befindlichen Organen und Muskeln, wenn ständig Kälte von unten nach oben ausströmt. Die genannten Maßnahmen können hierbei präventiv ebenso durchgeführt werden als auch im akuten Fall, und lassen in vielen Fällen die Beschwerden wesentlich rascher abklingen oder erst gar nicht auftreten.

Hat es einen dann doch richtig mit einer Blasentzündung oder einem chronischen Blasensyndrom erwischt, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Diese reichen von homöopathischen und anderen Naturheilmitteln über konventionelle Medikamente, wie etwa Antibiotika, Analgetika, Antihistamika oder Botox, Heparin und Chondroitinsulfat (um nur einige zu nennen), bis hin zu Operationen oder auch Akupunktur. Behandlungsmöglichkeiten, die an dieser Stelle sicherlich nur einen Bruchteil derer umfassen, die heutzutage zum Einsatz gelangen können. Interessanterweise haben viele Frauen verstärkt die genannten Symptome einer Blasenentzündung, wenn sie unter dauerhaftem Stress oder Depressionen leiden. Folglich wird gerade von Medizinern empfohlen auch hier für einen seelischen Ausgleich zu sorgen, der durchaus eine der vielen Entspannungsmethoden als Hilfe in sich bergen kann.

Unter welcher Form man auch leidet, es sollte grundsätzlich ein Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden, um eine konkrete und sinnvolle Diagnose sowie eine individuelle abgestimmte Behandlung, zur Anwendung und Hilfe gelangen zu lassen. Ein wichtiger Hinweis, da gerade eine verschleppte Blasenentzündung oder ein chronisches Blasensyndrom weitere Erkrankungen nach sich ziehen können.

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