Mittwoch , 17 Juli 2019
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Kanadische Studie beweist: Marihuana lindert Schmerzen

marihuanaSeit rund einem Jahr ist die Verwendung von Marihuana für medizinische Zwecke in Kanada erlaubt. Diese spezielle Gesetzeslage führt zu erweiterten Studien bezüglich der schmerzlindernden Wirkung von Cannabis-Produkten. Ein Forscherteam der McGill-University in Montreal führte die Versuche an einer Gruppe von Patienten durch, bei denen alle herkömmlichen Schmerzmittel wirkungslos blieben. Die verabreichte Menge bezog sich auf drei kleine Dosen täglich. Vergleiche mit unterschiedlicher THC-Konzentration sowie verabreichten Placebos bewiesen: Marihuana, auch in kleinen Mengen, lindert Schmerzen.

In Kanada sollen es zur Zeit knapp 5.000 Menschen sein, denen, aus medizinischen Gründen, legal Marihuana verabreicht wird. Geschätzte zwei Prozent der Bevölkerung leiden unter schmerzvollen Erkrankungen des Nervensystems. Die Studie beschränkte sich auf Patienten, die unter sogenannten neuropatischen Schmerzen litten und bei denen durch herkömmliche pharmazeutische Produkte keine Verbesserung zu verzeichnen war. Die Testpersonen wurden in vier Gruppen geteilt. Eine davon wurde mit einem Placebo versorgt, während die anderen Marihuana mit einer Konzentration von 2,5%, 6% und 9,4% THC erhielten. Den Anweisungen entsprechend, wurde dreimal täglich ein einziger Zug aus einer Wasserpfeife inhaliert. Der Rauch sollte vor dem Ausatmen zehn Sekunden in den Lungen behalten werden. Eine derart geringe Dosis bringt üblicherweise keinerlei psychische Auswirkungen mit sich. Bei insgesamt rund 1.000 Versuchen wurde nur von drei Testpersonen das Auftreten eines „High“ angegeben.

Die Patienten bewerteten ihre Schmerzen mittels einer Skala von 1 bis 11. Jene Testpersonen, die das stärkste Marihuana verabreicht bekamen, berichteten von weniger Schmerzen, besserem Schlaf und weniger Angstzuständen. Allerdings, der Unterschied, was zumindest die Schmerzskala betrifft, war keineswegs gravierend. Der durchschnittliche Schmerzpegel derjenigen, die Marihuana mit einem 9,4%igen THC-Gehalt rauchten, wurde mit 5,4 angegeben, während dieser bei den Placebo-Rauchern bei 6,1 lag.

Auch wenn der aufgezeigte Unterschied im Schmerzempfinden sehr knapp erscheint, so beweist er doch, dass die Einnahme von Marihuana Auswirkungen zeigt. Dementsprechend ist zu erwarten, das pharmazeutische Unternehmen in naher Zukunft Medikamente entwickeln könnten, die auf dem Wirkstoff THC basieren.

Von dieser Studie abgesehen, verfügen Ärzte in Kanada über subjektive Erfahrungswerte durch Patienten, die von Schmerzlinderungen nach dem Genuss von Marihuana berichten. Obwohl Cannabis-Produkte in Kanada als illegale Droge eingestuft sind, zeigen sich die Behörden gegenüber dem privaten Gebrauch äußerst tolerant.

Quelle: Kanadische Presse

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