Mittwoch , 17 Juli 2019
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Morgellons – wenn eine Krankheit zum faserigen Mysterium wird

morgellons_fasernDas FBI hat sie bereits untersucht und festgestellt, dass es sich nicht um organische Mikroorganismen handelt, sondern vielmehr um synthetische Fasern. Spurensuche bei einer Mordserie oder Attentat? Mitnichten, denn die Fasern dringen aus der menschlichen Haut heraus, verursachen zuvor bestimmte unangenehme, sowie schmerzhafte Symptome und geben den Ärzten und Biologen rund um den Globus wahre Rätsel auf. Was bisher über die Morgellons-Krankheit bekannt ist, welche Symptome sich aufzeigen und warum die austretenden Fasern aus der Haut keine Würmer sind, können Sie nun bei uns nachlesen und auch ansehen.

Es beginnt scheinbar harmlos mit einem Kribbeln, das an das schnelle Laufen von Ameisen über die Haut erinnert. Recht schnell soll sich jedoch dieses kribbelnde Gefühl in ein schmerzhaftes Stechen verwandeln und relativ kurz danach treten bunte Fasern aus der Haut, die unter dem Mikroskop mal schwarz, weiß, blau oder auch rot aussehen und offene Wunden hinterlassen. Ein unerträgliches Jucken, gallertartige Läsionen, Depressionen, ein Verfaulen der Zähne, ausfallende Haare, Sehstörungen, Halluzinationen, der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses oder eine mentale Verwirrung – die Symptome machen auch im Sinne der neurologischen Symptome nicht Halt. Kinder können ebenso von dieser noch recht ominösen Krankheit betroffen sein als auch ältere Menschen und die Biologen sowie Ärzte stehen noch vor einem wahren Rätsel, um was es sich bei diesen Fasern handeln könnte.

Kleiderfasern? Fasern von Asbest? Oder doch ein unbekanntes Bakterium, beziehungsweise eine neue Wurmart? Interessanterweise sind die, bei den betroffenen Menschen, entdeckten Fasern nicht einfach nur bunt, sondern leuchten unter dem Mikroskop fast wie Neonfarben. Zudem sollen diese, nur wenige Millimeter langen, unter der Haut in Zickzackform gefalteten, Fasern so fein wie Spinnfäden sein, hierbei jedoch die Fähigkeit eines biegsamen Plastiks haben und kaum durchtrennt werden können.

Schwammige Thesen und die Erforschung von Morgellons

Viele kontroverse Thesen drehen sich um die Morgellons-Krankheit, die unter der Bevölkerung ebenso wenig bekannt ist als auch bei den meisten Ärzten. Letztere vermuten zum Beispiel, dass diese Erkrankung eine Nachwirkung eines Zeckenbisses sein soll und argumentieren mit Aussagen, die deutlich dem widersprechen, was der amerikanische Molekularbiologe Prof. Randy Wymore (Universität von Oklahoma) in den vergangenen Jahren herausgefunden hat.

Professor Wymore zeigte sich einst alarmiert als die ersten Fälle in den USA bekannt wurden, hat sich seit dem der Erforschung dieser, aus dem Körper hervorquellenden, Fasern verschrieben und kann mittlerweile organische Mikroben ausschließen. Folglich mutet die These so mancher Dermatologen merkwürdig verfälscht an, die da lautet, dass Zecken sich auf bestimmten Pflanzen aufgehalten haben sollten, die wiederum gewisse Fasern hätten, die schlussendlich von den Zecken beim Menschenbiss übertragen werden könnten. Moment mal, fand nicht schon das FBI heraus, dass es synthetische Fasern sind, die inzwischen allein in den USA mehrere tausend Menschen derart plagen, dass es bereits Selbstmorde gegeben hat? So bleibt diese These von den, durch die Zecken, übertragenen Fasern erst einmal ebenso schwebend im Raum der wissenschaftlichen und medizinischen Unwissenheit stehen, als auch die Theorie, dass es sich um Auswirkungen von genmanipulierter Nahrung oder der hochgiftigen Substanzen der Chemtrails handelt.

Bereits Anfang 2008 erschien zu diesem Thema ein Bericht mit dem Titel „The Mystery of Morgellons“ (Morgellons, die mysteriöse Krankheit) in der renommierten Zeitung Washington Post, der wohl für einige Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Auch viele, bekannte, Fernsehsender, wie beispielsweise CNN, ABC, NBC oder KEN5 berichteten damals über diese mysteriöse Erkrankung, allerdings tauchten auf medizinischen (offiziellen)  Internetseiten, kaum Informationen über das Morgellons-Syndrom, wie die Morgellons-Krankheit ebenfalls bezeichnet wird, auf. Eine der Betroffenen ist die Amerikanerin Sue Laws. Selbst eines Tages urplötzlich von einem schmerzhaften Stechen am ganzen Rücken betroffen – dieser war mit roten Fasern übersät, wie mikroskopische Untersuchungen damals offenbarten – entdeckte die durch Spendengelder getragene „Morgellons Research Foundation“ und konnte miterleben, dass innerhalb von nur zwei Jahren die Betroffenen Mitglieder von 2.000 auf über 12.000 (2006-2008) anstiegen.

Wie hoch die aktuellen Zahlen weltweit der von der Morgellons-Krankheit betroffenen Menschen liegt, konnte im Rahmen dieses Berichtes nicht konkret herausgefunden werden, allerdings lässt sich auf der Webseite der Foundation die Anzahl von fast 15.000 registrierten Familien  einsehen. Was auch immer der Auslöser der schmerzhaften, stechenden Hautverletzungen sein mag, ist und bleibt die Morgellons-Krankheit für die Betroffenen ein Martyrium. Aufgrund einer noch sehr großen Unkenntnis der Ärzte, wird vielfach eine falsche Diagnose gestellt oder fälschlich behandelt, so dass die Patienten nicht selten Psychopharmaka bekommen, weil sie als eingebildete Kranke, sprich Hypochonder, eingestuft werden. Bleibt folglich nur weiterhin abzuwarten, was sich im Bereich der Forschung alles hinsichtlich der Frage „was sind diese Fasern?“ noch im Laufe der Zeit als Antworten konkretisieren wird.

Video zum Thema Morgellonskrankheit (englischsprachig)

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Weitere Informationen bei Morgellons.org (englischsprachig)

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