Dienstag , 20 August 2019
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Medizin als Gesundheitsrisiko

rettungsfahrzeugErst kürzlich hat The Intelligence über die Priscus-Liste berichtet, ein Artikel, der auf enormes Interesse gestoßen ist. Medikamente als Risikofaktor, der, wenn wir wissenschaftlichen Studien Glauben schenken, gar nicht so selten lebensbedrohlich sein kann? Worauf können wir heutzutage noch vertauen, wenn nicht einmal auf die Medizin als Heilbringer? Dr. Leo Galland, ein praktizierender Arzt und Forscher, gab zu diesem Thema Erklärungen ab. Der Artikel bei Huffington Post beginnt mit schockierenden statistischen Zahlen. Dem Bericht zufolge, sind es in den USA alleine jährlich 200.000 Menschen, die im Zusammenhang mit der Einnahme von legalen Medikamenten ihr Leben verlieren.

Die genannte Zahl von 200.000 scheint sehr hoch gegriffen. Der von Dr. Galland verfasste Artikel in der Huffington Post verweist dabei auf eine Studie aus dem Jahr 2005. Ähnliche Berichte sprechen von jährlich etwa 40.000 Todesfällen. Immer noch schlimm genug. Unter Hinweis auf The Journal of The American Medical Association wird darauf verwiesen, dass medikamentenbedingte Gesundheitsstörungen zu jährlich 750.000 Notaufnahmen in Krankenhäusern führen.

Dr. Galland schreibt weiter, dass „sogar einfache schmerzstillende Medikamente, NSAID genannt, zu denen … (die aufgezählten Medikamente bitte direkt bei Huffington Post einsehen) … zählen, in den USA jährlich für 7.600 Todesfälle und 76.000 Krankenhausaufenthalte verantwortlich sind.“

Wie Dr. Galland weiter erklärt, gibt es zum Glück innovative Heilungsmethoden, deren Ziel es ist, die physische Ausgeglichenheit herzustellen, anstatt Krankheitssymptome durch Drogen zu bekämpfen, die grundsätzlich Nebenwirkungen mit sich bringen. Solche bezeichnet er als „biochemische Zwangsjacken“, deren Ziel es ist, überaktive Zellfunktionen zu unterdrücken und verweist gleichzeitig darauf, dass Beschreibungen wie „Blocker“, „Hemmstoffe“ oder „Anti-“ dies bereits deutlich machen. Derartige Medikamente wurden entwickelt, um Krankheiten durch die Beeinflussung der biochemischen Vorgänge zu behandeln.

Allerdings, die biochemischen Vorgänge, die gehemmt werden, sind nur selten die Ursache der Krankheit. Es handle sich dabei bloß um einen Teil jener Veränderungen im Körper, die durch Krankheiten hervorgerufen werden. Von der vorübergehenden Intensivierung abgesehen, erfüllen diese biochemischen Prozesse wichtige Aufgaben. Somit ist es nicht überraschend, dass Medikamente unerwünschte Nebeneffekte mit sich bringen, nachdem nicht die regulären Zellfunktionen wiederhergestellt, sondern einfach zellulare Hyperaktivitäten unterdrückt werden.

Als einfaches Beispiel kommt Dr. Galland auf die entzündungshemmenden Schmerzmittel (NSAID) zurück. Diese lindern Schmerzen und Entzündungen durch das Blockieren eines Enzyms namens Cyclooxygenase (COX). Obwohl dieses Enzym mit Schmerzen und Entzündungen in direkter Verbindung steht, erfüllt es jedoch gleichzeitig wichtige Aufgaben, und zwar:

  • Es schützt den Magen vor Verätzungen durch Magensäure
  • Es reguliert den Blutfluss in die Nieren
  • Es moduliert die Aktivität des Immunsystems

Daraus ergibt sich, dass bei regelmäßiger Einnahme von COX-hemmenden Medikamenten naturgemäß folgende Nebeneffekte auftreten können:

  • Magengeschwür
  • Darmblutungen
  • Nierenversagen
  • Bluthochdruck
  • Immunsystembezogene Leiden wie Asthma, Psoriasis und Kolitis

Wer also etwa Kopfschmerzen durch derartige Medikamente zu lindern versucht, könnte sich durchaus damit konfrontiert finden, ein Problem schlicht gegen ein anderes, oft schwerwiegenderes, eingetauscht zu haben.

Nachdem sich die pharmazeutische Industrie dieser Probleme natürlich schon seit langem bewusst war, wurde versucht, einen Wirkstoff herzustellen, der nur die „bösen“ COX-Enyme hemmt, die „guten“ jedoch gleichzeitig weiter wirken lässt. Eines Tages war eine „Wundermedizin“ namens Vioxx auf dem Markt. Im Wikipedia-Artikel steht zu lesen:

In Deutschland war Vioxx das umsatzstärkste Produkt der Firma (mit etwa 20 % des nationalen Konzernumsatzes). Auch weltweit erreichte Merck mit Vioxx die Marktführerschaft unter den Coxiben und erzielte einen Gesamtumsatz von zuletzt 2,5 Milliarden US-Dollar.

Im September 2004 wurde das Medikament, wegen fataler langfristiger Nebenwirkungen, wieder vom Markt genommen. Wie Dr. Galland dazu schreibt, war es den Forschern, die hinter der Entwicklung von Vioxx steckten, offensichtlich nicht bewusst, dass alle COX-Enzyme für den Körper wichtige Funktionen erfüllen. Er vertritt die Meinung, die Annahme, dass es „gute“ und „böse“ Enzyme ebenso wie Hormone geben könne, beruhe auf einer Missinterpretation der Körperfunktionen, auf welcher die klassische Schulmedizin letztendlich basiere.

 

Auch wenn sich dies vielleicht nur bei bestimmten Krankheiten anwenden lässt, so sieht Dr. Galland als Alternative zur herkömmlichen, die sogenannte „integrale“ Medizin, die sich darauf ausrichtet, die Harmonie und Ausgeglichenheit der Körperfunktionen wieder herzustellen bzw. von Anfang an zu erhalten. In diesem Zusammenhang verweist er auf Ernährungstherapien. Nachdem es sich bei Nährstoffen um essentielle Komponenten des zellularen Informations-Netzwerkes handelt, kann die gebührliche Anwendung Erfolge mit sich bringen, die durch die Einnahme von Medikamenten niemals erzielt werden würden. Dr. Galland selbst betreibt seit 30 Jahren Forschungen im Bereich der Omega-3-Fettsäuren, deren positive Auswirkungen mittlerweile allgemein bekannt sind. Sie finden sich z. B. in verschiedenen Fischfetten, Blattgemüse, Leinsamen und Walnüssen. Ihr Vorhandensein im Körper führt dazu, dass die Zellen selbst chemische Stoffe produzieren, die in außergewöhnlichen Situation die normalen Funktionen aufrecht erhalten.

Alternative, von herkömmlicher Medizin unabhängige, Heilmethoden setzen sich nicht leicht durch. Während, einerseits, natürlich durchaus berechtigt vor Wunderheilern und selbsternannten Schamanen gewarnt werden muss, kann die wirtschaftlich überaus mächtige pharmazeutische Industrie, andererseits, nicht sonderlich daran interessiert sein, dass einfachere, unkompliziertere und effektivere Heilmethoden an Popularität gewinnen. Der beste Ratschlag, der sich dazu geben lässt, ist vermutlich, einen ausgebildeten Arzt zu finden, der alternativen Heilmethoden gegenüber positiv eingestellt ist und diese verantwortungsbewusst einsetzt.

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