Freitag , 29 Mai 2020
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Lyell-Syndrom: Toxine Reaktionen nach Medikamenteneinnahme

schmerztabletteNaturvölker können weitaus besser mit körperlichen Schmerzen umgehen als Menschen in den Industrieländern. All zu rasch wird auch hierzulande bei Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden oder Zahnschmerzen nach der hilfreichen Medizin gegriffen. Dass dieser Griff nach Tabletten, Tropfen, Kapseln und Co durchaus fatale Folgen nach sich ziehen kann, können diejenigen Betroffenen schmerzhaft bestätigen, welche nach der Einnahme eines Präparates toxine Reaktionen ihres Körpers erleben mussten. Folgenschwere ärztliche Diagnose: Lyell-Syndrom – wenn Medikamente den Organismus kollabieren lassen.

Das Lyell-Syndrom zählt zwar zu den sehr seltenen Syndromen, allerdings ist es bei einem Auftreten für den Betroffenen und dessen Körper der reinste Super-Gau. Von solch einer heftigen Überreaktion nach der Einnahme von Medikamenten, ist einer von etwa einer Million Menschen betroffen. Bereits scheinbar harmlose Arzneimittel können Vergiftungserscheinungen, aufgrund einer medikamentösen Unverträglichkeit, auftreten lassen, die in zahlreichen Fällen sogar bis zum Tod führen können. Medizinisch wird diese Form einer Unverträglichkeit toxine epidermale Nekrolyse genannt, die in der Regel nach einer Medikamenteneinnahme auftritt und, aufgrund eines Organbefalls, schwerwiegende Reaktionen des Organismus auslöst.

Vielfach geht dem Lyell-Syndrom eine versteckte Infektion im Körper voraus, die, von den meisten Betroffenen unbemerkt, im Körper ihr Unwesen treibt. Zu den Symptome des Lyell-Syndroms, die unmittelbar nach der Einnahme eines Arzneimittels ausbrechen, zählen entzündete Schleimhäute, Fieber und ein äußerst schmerzhaftes Auftreten von Blasen auf der Haut. Diese wiederum sorgen in der Folge dafür, dass die Haut in regelrechten Fetzen abgelöst wird. Der Anblick erinnert hierbei an schwere Verbrennungen und zurück bleiben offene Fleischwunden, die den ganzen Körper, inklusive dem Gesicht, überziehen können. Für die Betroffenen treten folgend unerträgliche Schmerzen auf, so dass sie in den meisten Fällen von den Medizinern in ein künstliches Koma gelegt werden. Ärzte stehen besonders dem Ablösen der Haut hilflos gegenüber, denn es gibt kein wirksames Gegenmittel. Dass einzige was bleibt, ist die Wunden so gut es geht zu versorgen und darauf zu hoffen, dass das Immunsystem des Körpers selbst mit der toxischen Reaktion fertig wird und sich somit selber heilt.

Leider schafft es nicht jeder Organismus diesem Super-Gau wieder Herr werden zu können, was bedeutet, dass viele Erkrankte an den Folgen des Lyell-Syndroms sterben. Doch auch für diejenigen, deren Körper stark genug war, um sich zu regenerieren, ist nach der „Heilung“ nichts mehr wie es vor der Erkrankung war. Aufgrund der zuvor massiv abfallenden Haut bleiben Narben zurück, die vielfach eine wahre Entstellung des Betroffenen nach sich ziehen. Ein langer Leidensweg, den die Überlebenden eines Lyell-Syndroms gehen müssen und das nur, weil gegen relativ harmlose Schmerzen ein Medikament eingenommen wurde, ohne auch nur ahnen zu können, dass der Organismus sich anschließend regelrecht selbst vergiftet.

Lässt sich solch einer toxinen Reaktion vorbeugen? Hier kann man nur verneinen, denn ob ein Mensch auf einen bestimmten Wirkstoff in einem Medikament derart überreagiert, kann erst dann festgestellt werden, wenn ein Präparat eingenommen wurde. Einzig die Sorgfalt darüber, dass man nicht gleich bei jedem auftretenden Schmerz, wie etwa bei Zahn-, Bauch- oder Kopfschmerzen, zu einem Arzneimittel greift, bietet eine gewisse Prävention gegen das Lyell-Syndrom, sowie so manch leichteren Varianten einer Unverträglichkeit auf Wirkstoffe in Präparaten. Infolgedessen ist jeder gut beraten, wenn er sich möglichst nicht selbst mit Medikamenten behandelt, sondern sich diese, wenn zwingend notwendig, nach einer erfolgten Diagnose und Beratung bei einem Arzt, verschreiben lässt und sich zudem an die empfohlene Dosierung hält.

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