Freitag , 7 August 2020
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Ungesundes Urlaubsmitbringsel kann die Leber befallen

entamoeba_histolyticaSommer, Ferien, Urlaub, Reisezeit. Reisen in ferne, oftmals tropische, Länder sind nachwievor sehr beliebt. Neben vielen schönen und bleibenden Eindrücken der Urlaubsreise, stehen natürlich auch Urlaubsmitbringsel stets hoch im Kurs. Auf eines jedoch könnten viele Betroffene verzichten, obwohl es die Reisekasse nicht belastet: Amöbenbefall in der Leber. Lesen Sie hier bei uns, was sich hinter den Einzellern namens Entamoeba histolytica verbirgt und welche Symptome und Therapien bei einer Erkrankung möglich sind. 

Amöben gehören zu den Einzellern, die als die potentesten Killerzellen innerhalb der Natur gelten. Eine Variante dieser Miniaturzellen sind die sogenannten Entamoeba histolytica. Bevorzugt in tropischen Gefilden zu finden, kann man diese als äußerst unangenehme Urlaubserinnerung mit nach Hause bringen. Das man die Auswirkungen eines Amöben-Befalls nicht zwingend notwendig, unmittelbar nach dem Urlaubsende in einem fernen Land, wie beispielsweise Mexiko oder Indien, feststellt, liegt daran, dass auch erst nach einem Jahr die Symptome eines Amöbenbefalls auftreten können.

Hellhörig sollten Reisende jedoch auf jeden Fall dann werden, wenn sich nach ihrem Urlaub rechtseitige Schmerzen im Oberbauch sowie Fieber einstellen. Ebenfalls recht charakteristisch für eine Erkrankung mit Amöben, sind himbeergeleeartige oder blutig-wässrige Durchfälle, Druckschmerzen im Oberbauch und somit im Bereich der Leber, die jedoch auch bis in den Brustraum oder den Schulterbereich ausstrahlen können. Bleibt ein Befall mit den Einzellern unbehandelt, entsteht ein Amöben-Leberabszess, der durchaus eine Perforation erleiden kann. Obwohl in der Regel eine Erkrankung mit diesem Erreger recht schnell fühlbar wird, zeigt sich allerdings demgegenüber die Tatsache, dass in rund 90% der Fälle bei den Betroffenen keine Symptome auftreten, die Amöben aber im Stuhlgang nachweisbar sind.

Als Infektionswege finden sich sowohl oral-fäkale Übertragungen als auch ein ungeschützter analer Geschlechtsverkehr. Hier jedoch gibt es eine gute Prävention, so etwa durch eine erhöhte Hygiene oder Safer Sex. Schlussendlich können Tropenärzte sehr gute erste Anlaufstellen sein, wenn es um Informationen über diese Einzeller VOR dem Antritt einer Reise geht oder auch, wenn sich die genannten Symptome nach einem Urlaub zeigen. Allerdings können durchaus weitere Erkrankungen hinter Schmerzen im Oberbauch oder starke, anhaltende Durchfälle und Fieber verborgen sein, so dass man auf jeden Fall gut beraten ist, einen Arzt zur Abklärung der Ursachen aufzusuchen.

Therapeutisch wird nach einer eingehenden Diagnose zumeist mit verschiedenen Medikamenten, wie etwa Paromomycin und Metronidazol, behandelt oder mitunter auch durch eine Leberpunktion, bei einem bereits vorhandenen und von einer Perforation bedrohten Leberabszess, der Erkrankung entgegen getreten. Sicher ist allerdings, dass ein Amöben-Abszess in der Leber zu den tropenmedizinischen Notfällen zählt und neben einer spezifischen Therapie auch einen stationären Klinikaufenthalt notwendig werden lässt. Folglich sind alle Urlauber gut beraten, die sich für eine Reise in tropische Länder entscheiden, vorab eingehende Informationen einzuholen und bei auftretenden Beschwerden nach der Ankunft in der Heimat, lieber einmal mehr den Arzt aufzusuchen, als selber die Symptome mit Hausmitteln zu behandeln.

Tropenmedizinische Institute, nach Postleitzahl geordnet, finden sich unter diesen Link.

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