Mittwoch , 20 Oktober 2021
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Purpura d’effort – wenn Hitze beim Laufen rote Beine macht

laufen_bei_hitzeOb ausgedehnte Spaziergänge oder ein strammes Gehen als sportliche Aktivität – gerade bei sommerlichen Temperaturen kann es zu starken Rötungen an den Unterschenkeln kommen. Diese werden medizinisch als Effloreszenz bezeichnet, was in der Dermatologie als eine der Grundelemente für eine krankhafte Veränderung tituliert wird. Auch wenn bei einer auftretenden sogenannten Purpura d’effort der Schrecken im ersten Moment recht groß ausfallen kann, erweisen sich die Rötungen zumeist als harmlos. 

Der Begriff Purpura d’effort ist von der Erkrankung Purpura selbst abgeleitet, deren oberstes Merkmal kleine Kapillarblutungen sind, die in unterschiedlichen Ausbreitungen unter anderem den unteren Teil der Beine betreffen können. Purpura d’effort wird unter Medizinern als belastungsinduzierte Purpura bezeichnet, die, wie der Name bereits vermuten lässt, dann auftritt, wenn die Beine eine starke Belastung ertragen müssen. Charakteristisch ist bei den rötlichen Hautveränderungen, dass sie zumeist in Höhe der Socken ihr Ende finden, wobei es auch bereits Fälle gegeben hat, bei denen die Oberschenkel mitbetroffen waren.

Sehr häufig betrifft eine Purpura d’effort Frauen mittleren oder höheren Alters, sowie Sportler aus dem Bereich Laufen. Letztere spüren mitunter ein lästiges Jucken oder auch Schmerzen an den betroffenen Körperstellen, was in den häufigsten Fällen bei Nicht-Sportlern jedoch nur selten festzustellen ist. Weshalb diese Effloreszenzen entstehen, ist bisher noch nicht gänzlich geklärt. Vermutet wird allerdings, dass eine thermoregulatorische Störung, folglich eine Fehlregulation, in den Hauptvenolen, mit einhergehendem Versagen der Muskelpumpe, als eine der Entstehungsursachen mitverantwortlich zu machen ist.

Tritt eine Purpura d’effort ein, sollte man sich zunächst keine großen Gedanken machen. Als erste Maßnahme empfehlen Ärzte die Beine kalt abzuduschen und hochzulagern. Normalerweise verschwinden die Rötungen in einem Zeitraum von drei bis zehn Tagen, und das ohne „Spuren“ zu hinterlassen. Auch wenn üblicherweise keine Venenerkrankung im eigentlichen Sinne vorliegt, ist es doch empfehlenswert einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann genauer feststellen ob es sich um eine Purpura dieser Variante handelt und mitunter Kompressionsstrümpfe verordnen. Diese werden besonders dann gerne empfohlen, wenn eine Purpura d’effort des Öfteren auftritt, zumal sich die rötlichen Verfärbungen bei einem wiederholten Auftreten zu einem Braunton, der normalerweise verblassenden Rötungen, an den Beinen führen kann.

Grundsätzlich ist man gut beraten, wenn bei hohen Außentemperaturen, die Beine öfter einmal hochgelegt werden. Auch kalte Güsse und das Vermeiden von stundenlangen Spaziergängen unter glühender Sonne, werden von den Beinen ebenso dankbar aufgenommen, als auch kühlende Gele, zum Beispiel mit dem Inhalt der Rosskastanie. Sollte man generell unter schmerzenden Beinen leiden, ist auch hier ein Besuch bei einem Venologen gewiss ein wichtiger Schritt, um Venenprobleme ausschließen zu können.

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Bericht. Ich habe seit Jahren mit diesem Problemen zu kämpfen. Neulich war ich in Berlin unterwegs und bin stolze 12 km durch die Stadt gewandert, allerdings bei großer Hitze. Danach haben meine Unterschenkel gebrannt. Das ging soweit, daß sogar die Knöchel angeschwollen waren. Im Hotel habe ich dann kalte Umschläge gemacht und nach vier Tagen war die ganze Sache wieder verschwunden.
    Heute war ich bei meinem Hausarzt und der meinte dass man da nichts machen kann, außer Kompressionsstrümpfe zu tragen. Ich wollte mir eine kortisonhaltige Salbe verschreiben lassen, aber mein Arzt war der Auffassung, daß die Haut würde dadurch noch dünner werden würde.
    Wenn sie irgendetwas wissen was hilft, bitte ich um Nachricht.
    Freundliche Grüße
    Gretel Votteler

  2. Nun hat es mich in diesem Sommer anscheinend auch erwischt. Exakt die oben beschriebenen Flecken oberhalb der Sneakers-Socken. Ein Dauerlauf bei sehr hohen Temperaturen hat es ausgelöst. Ich werde mir nun wohl auch entsprechende Stützsocken zulegen müssen. Insbesondere da es da auch optisch ganz ansprechende Modelle gibt womit man nicht nur in tiefer Nacht joggen kann ohne ausgelacht zu werden. 😉

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