Freitag , 20 September 2019
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Davos-Treffen der Entscheidungsträger

davos winterVon „Geheimhaltung“ kann bezüglich des Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums in Davos keine Rede sein. Trotzdem wird dieser Zusammenkunft der Weltelite deutlich weniger Aufmerksamkeit geschenkt als sie verdient. Unter den erwarteten 2.600 Teilnehmern finden sich fast 40 Regierungschefs, 80 Minister und eine Unzahl von Vertretern praktisch aller internationalen Konzerne. Offizielles Ziel der Veranstaltung ist in erster Linie die Ausarbeitung von Lösungen. Insbesondere die äußerst angespannte Weltsituation lässt jedoch erwarten, dass bereits getroffene Entscheidungen durch konzentrierte Kommunikation auf höchster Ebene in ihre letzte Phase geleitet werden.

Vom 25. bis zum 29. Januar wird in den Schweizer Alpen zum 42. Mal das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums, einer privaten Vereinigung, die 1971 von Professor Klaus Schwab gegründet wurde, abgehalten. Finanziert wird die Organisation durch die Mitgliedsbeiträge der 1.000 weltweit bedeutendsten multinationalen Konzerne. Fanden sich bei den ersten sogenannten Davos-Treffen ausschließlich Repräsentanten der Wirtschaft ein, schlossen sich mittlerweile Regierungschefs und Minister der bedeutendsten Staaten an. Kanzlerin Angela Merkel wird die Ehre zuteil, die diesjährige Eröffnungsrede zu halten.

Wie nicht anders zu erwarten, finden sich Begriffe wie „Wirtschaftswachstum“, „Arbeitsplatzbeschaffung“ und „Protektionismus“ an oberster Stelle der Agenda. Die Stabilisierung des „Vertrauens der Märkte in die Politik“ soll ebenso Behandlung finden wie die Durchsetzung von Sparmaßnahmen, ohne gleichzeitig das Wachstum zu behindern. Als weitere Themenpunkte finden die wirtschaftlichen Verschiebungen in Richtung Osten Erwähnung, die Stabilisierung des Euro und selbstverständlich auch Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Austoßes.

Auch ohne offizielle Ankündigung darf jedoch angenommen werden, dass einige brisante Entwicklungen zu den Vortragsthemen zählen werden. Wie etwa die Bemühungen bestimmter Kreise, die Ölexporte Irans zu reduzieren. Oder Ungarns Versuch, durch die jüngste Verfassungsänderung, die Zentralbank unter staatliche Kontrolle zu stellen. Ein Schritt, der umgehend internationale Kritik hervorrief. Die fortschreitende Destabilisierung des US-Dollars als internationale Leitwährung erfüllt Finanzexperten gewiss mit Sorge. Insbesondere im asiatischen Raum häufen sich die Ankündigungen, finanzielle Transaktionen in naher Zukunft direkt abzuwickeln, und nicht wie gewohnt in US-Währung. Dass das Euro-Dilemma, steigender Geldbedarf bei gleichzeitig ebenso steigenden Zinsen, bedingt durch die Herabstufung des Ratings einzelner Staaten, zu den aktuellsten Diskussionspunkten zählen wird, ist natürlich ebenfalls anzunehmen.

Zwar darf mit keiner lückenlosen Berichterstattung gerechnet werden, doch wird die Presse nicht, wie bei Zusammenkünften der Trilateralen Kommission oder der Bilderberger-Gruppe, kategorisch ausgeschlossen. Dass die konzentrierte Präsenz von Regierungschefs und den Drahtziehern der Wirtschaft diskrete Absprachen mit sich bringen könnte, kann allerdings durchaus angenommen werden.

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