Sonntag , 26 Mai 2019
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Es ist höchste Zeit, individuelle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen

bohnen_schwarzWas wird in praktisch allen Artikeln über die amerikanische Schuldenkrise regelmäßig wiederholt? Die USA nähern sich dem Abgrund! Katastrophale Auswirkungen! Weltweit! Denkt irgend jemand darüber nach, was „katastrophale Auswirkungen“ überhaupt bedeutet? Oder beruhigt sich die Mehrheit der Menschen damit, dass sie das doch nichts anginge? Das sei schließlich eine Sache der Wirtschaftsbosse und der Politiker. Sollten Sie auf einem entlegenen Bergbauernhof leben und die Milch Ihrer eigenen Kühe trinken, dann dürfen Sie die derzeitige Entwicklung getrost ignorieren. Leben Sie jedoch in einer Stadt und sind somit von der Aufrechterhaltung der gesamten Infrastruktur restlos abhängig, dann wäre es höchste Zeit, dass Sie sich auf das vorbereiten, was vor relativ kurzer Zeit noch als völlig undenkbar galt.

Im Mai des Vorjahres verwies ein Artikel bei The Intelligence darauf, dass im Falle einer Eskalation der Finanzkrise die Bankschalter geschlossen bleiben könnten. Ein Poster sah sich genötigt, seinen Kommentar – in feinstem Deutsch – mit dem Wort „Bullshit“ zu beginnen. Der mittlerweile höchst bekannte Wirtschaftswissenschaftler Professor Franz Hörmann, beantwortete am 31. März in einem Interview die Frage, wann wie und wodurch Geld verschwinden wird, folgendermaßen:

„Noch heuer durch den kompletten Staatsbankrott. Wenn sowohl die Vereinigten Staaten als auch die größten europäischen Länder nicht einmal noch die Zinsen auf die Staatsschuld bezahlen können, ist das die Definition des Staatsbankrotts. Das hat unmittelbar zur Konsequenz, dass sämtliche Staatsanleihen, die ja als Deckung des Geldes gelten, wertlos sind. Damit ist dann auch das Geld wertlos. Das ist eine einfache Sache und passiert mathematisch zwingend in diesem Jahr.“

„Mathematisch zwingend“, meinte Ende März ein Experte, dem das Verbreiten der Wahrheit wichtiger zu sein scheint als seine berufliche Karriere. An anderer Stelle sagte er sogar den Monat August voraus. Und plötzlich wartet die Welt gespannt, was nächste Woche in den USA passieren wird. Könnte der Kongress doch noch einer Erhöhung der Obergrenze für die Staatschulden zustimmen? Was wird passieren, wenn nicht? Und was könnte sich langfristig verbessern, wenn der US-Schuldenberg noch einmal um zwei weitere Billionen erhöht wird? Schließlich ist jedem normalen Menschen völlig bewusst, das sich ein Schuldenchaos nur äußerst kurzfristig durch die Aufnahme neuer Kredite beilegen lässt.

Habe ich gerade geschrieben: „Die Welt wartet gespannt“? So traurig der Vorfall, der sich kürzlich in Norwegen ereignet hatte, auch ist, doch wie sehr hat dieses sinnlose Morden die Gemüter bewegt? Was finden sich heute, wenige Tage vor dem Stichtag „2. August“ als Schlagzeilen in den Zeitungen? Katholiken treten aus der Kirche aus! Jürgen Klinsmann wird Fußballtrainer der US-Boys! Mehr Verspätungen bei der deutschen Eisenbahn! Und daneben liest man halt noch vom finanziellen Super-GAU.

Was stellt sich der gemeine Bürger unter „katastrophalen Auswirkungen“ eigentlich vor? Eine neue Finanzspritze aus dem Steuertopf für ein paar Banken, weil deren Dollarguthaben plötzlich wertlos wurden? Ein Kurseinbruch an den Börsen, was uns aber ohnehin nicht interessiert, weil die meisten von uns ja keine Aktien besitzen? „Was gehen mich die Billionen der Geldinstitute an, solange ich mein Gehalt von 2.000 Euro aufs Konto überwiesen bekomme!“

Bei den vielen Milliarden von Dollars und Euros, mit denen die großen „Monopoly-Spieler“ die Märkte manipulieren, handelt es sich um genau das gleiche Geld, mit dem wir unsere Rechnung im Supermarkt bezahlen. Wenn dieses System zusammenbricht, was, wenn auch nicht unbedingt nächste Woche, aber trotzdem in naher Zukunft, unabänderlich passieren muss, dann mögen sich die Milliarden und Billionen der „internationalen Investoren“ auf den ersten Blick ins Nichts auflösen. Was aber nicht wirklich der Fall ist, denn die großen Vermögen sind sehr wohl durch Realwerte abgesichert. Doch wie sieht es mit Ihren Realwerten aus?

Natürlich ist es absurd, dass die Versorgung mit Lebensmitteln und notwendigen Verbrauchsgütern in dieses rein spekulative Finanzspiel eingebunden ist. Doch genau daher stammen ja die enormen Vermögen, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben. Das Kapital wächst nicht von selbst, sondern durch die Arbeitskraft und den Konsum der Menschen. Genau deswegen müssen Sie für in Anspruch genommene Leistungen immer ein Mehrfaches von dem bezahlen, was sie selbst für das Erbringen der gleichen Leistung erhalten.

Wie würde also diese so oft erwähnte „totale Katastrophe“ letztendlich aussehen?

Professor Hörmann warnt seit Monaten davor. Wenn das Geld nicht mehr ausreicht, um die Zinsen für die Staatschulden zu bezahlen, dann wirft dies die Bilanzen aller großen Geldinstitute über den Haufen. Dann verschwinden Billionen von Aktivposten. Gleichzeitig verschwinden weitere Billionen von Aktivposten durch gehaltene Anteile an den plötzlich wertlosen Banken. Spätestens hier sind wir an einem Punkt angelangt, an dem auch Sie direkt betroffen sind. Alle Bankschalter werden geschlossen bleiben!

Solche Situationen sind auf er Welt schon mehrmals passiert. Allerdings niemals in einem derart weltumspannenden Ausmaß. Wie stellen Sie sich vor, Ihren nächsten Einkauf zu bezahlen?

Die minimalen Bargeldbestände werden rasch zu Ende gehen. Doch auch wenn Sie selbst vorgesorgt haben und noch ein paar Hunderter in der Schublade liegen haben, die Lebensmittelläden werden ebenfalls ihre Tore schließen. Einerseits weil, sobald den Massen der Ernst der Lage endlich klar geworden sein wird, die Regale ohnehin leergekauft sein werden, andererseits aber, weil unsere gesamte wirtschaftliche Struktur alternativlos an die Verfügbarkeit von Geld gebunden ist.

Wenn der finanzielle Super-GAU eintritt, werden natürlich auch alle Fabriken ihre Tore schließen. Aus welchem Grund sollten sie weiter produzieren, wenn es plötzlich kein Geld mehr gibt, um ihre Produkte an den Mann zu bringen.

Sie verlassen sich darauf, dass der Staat, unsere Politiker, die während der vergangenen Jahrzehnte mitgeholfen haben, dieses Chaos in die Wege zu leiten, schon für ihre Bürgen sorgen werden? Wie?

Natürlich wird die Staatsmacht einschreiten. Zuerst werden Notfallsverordnungen in Kraft treten, um die aufgebrachten Massen unter Kontrolle zu bringen. Die Armee wird durch die Straßen ziehen. Panzer könnten auffahren. Ebenso wie es bei Naturkatastrophen der Fall ist, werden Soldaten von LKWs aus Nahrungsmittel verteilen. Und sie dürfen sich bei der Vergabe dann um einen Laib Brot prügeln.

Das alles klingt übertrieben? Noch dazu, wenn wir die Möglichkeit ins Auge fassen, dass sich so ein Szenario schon während der nächsten Wochen ereignen könnte? So etwas mag es in der Vergangenheit gegeben haben, aber doch nicht mehr heutzutage?

In der Vergangenheit gab es Kriege. Und es gibt sie heute noch, um nichts weniger brutal. In der Vergangenheit gab es Folter, und es gibt sie heute – wenn auch nicht in Deutschland, dafür aber im Musterstaat von Freiheit und Demokratie, den USA.

Vielleicht mögen Sie auch denken, dass sich so eine dramatische Veränderung doch abzeichnen würde. War es nicht schon vor Ausbruch des ersten Weltkriegs offensichtlich, dass dieser eintreten wird? War es nicht schon vor 1929 erkennbar, dass die US-Wirtschaft einem Kollaps entgegen steuert? War es nicht schon vor dem 1. September 1939 für alle Beobachter offensichtlich, dass Hitler einen großen Krieg beginnen wird?

Wenn wir heute über die Entwicklungen der Vergangenheit nachlesen, dann finden wir Unmengen von Hinweisen, die beleuchten, dass genau diese Ereignisse durchaus zu erwarten waren. Doch glauben Sie, dass die Mehrzahl der Menschen im Sommer 1914 sich Sorgen um die Zukunft machte? Glauben Sie, dass sich der gemeine Amerikaner 1929 auf einen Crash einrichtete? Glauben Sie, dass die Deutschen im August 1939 voller Angst der Zukunft entgegenblickten?

Wenn ein Geschichtsforscher der Zukunft eines Tages die Zeitungsberichte aus den Sommermonaten des Jahres 2011 analysieren wird, wie glauben Sie, wird er die Situation beurteilen? Wird er nicht zur Überzeugung kommen, dass sich alles schon lange vor dem großen Zusammenbruch abgezeichnet hat?

Wir können den Lauf der Dinge nicht ändern. Dank fortgeschrittener Globalisierung, ist es mittlerweile sogar den Regierungen einzelner Länder nicht mehr möglich, auch wenn sie wirklich wollten, aus dem Spiel auszusteigen und im Alleingang rettende Systemänderungen durchzuführen. Vielleicht wäre es aber an der Zeit daran zu denken, einen Sack Bohnen oder Reis vorrätig zu haben. Und wenn es doch nicht so schlimm kommen sollten, dann brauchen wir unsere Nahrungsmittelreserven eben langsam auf. Bohnen und Reis sind schließlich haltbar.

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