Sonntag , 11 April 2021
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US-Geldpolitik – Eine Gefahr für die Weltwirtschaft

dollar_world_dream_designsVertreter aus mehr als 170 Mitliedsstaaten haben sich zu einer Konferenz der Vereinten Nationen in Istanbul eingefunden, in der die Situation jener Länder behandelt wird, die als am wenigsten entwickelt gelten. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad, der trotz innerpolitischer Probleme in die Türkei gereist ist, bezeichnet die Vereinigten Staaten als Hauptverantwortliche für die derzeitigen internationalen Wirtschaftsprobleme. Den Umstand berücksichtigend, dass die derzeitige Krise durch Immobilien- und Kreditspekulationen in den USA ausgelöst wurde, verdienen Ahmadinedschads Ansichten mit Sicherheit Beachtung.

Der Einfluss, den die finanziellen Machenschaften der Wallstreet auf den Rest der Welt ausüben, lässt sich wohl am deutlichsten durch die sogenannte Housing-Bubble verdeutlichen, deren Platzen vor rund drei Jahren Konsequenzen nach sich zog, denen sich praktisch kein Land der westlichen Welt entziehen konnte. Lassen Sie mich in wenigen Worten zusammenfassen, was zum Platzen dieser Blase geführt hatte:

Steigende Immobilienpreise in den USA motivierten Banken dazu, ohne jeglichen Einkommensnachweis Hypothekardarlehen an Private zu vergeben, deren Volumen nicht nur den Kauf eines Hauses zu 100 Prozent abdeckte, in vielen Fällen war der Kredit sogar höher als der Hauspreis. Ging man schließlich davon aus, dass, bei weiterem Anstieg der Immobilienpreise, die Schuld durch den gestiegenen Wert des Hauses bald restlos abgedeckt sein werde. Die somit vermeintlich gesicherten Darlehen wurden an die Finanzmärkte weiter verkauft, um jeder einzelnen Bank neuen Spielraum für neue Kredite einzuräumen. (Auch wenn Banken durch Kreditvergaben neues Geld erschaffen, so gibt es eine Obergrenze, die sich nach den Eigenmitteln ausrichtet.) Eines Tages war der Bogen überspannt. Die Hauspreise fielen und Banken in aller Welt, die regelmäßig an spekulativen Transaktionen teilhaben, bezahlten die Rechnung. Pardon, nicht die Banken, die Steuerzahler. Denn „systemerhaltende“ Institutionen, die sich verspekulieren, müssen schließlich von denen gerettet werden, die grundsätzlich nie an Spekulationen mitverdienen.

Während der iranische Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad, aufgrund innerpolitischer Spannungen mit der religiösen Führung des Landes, für einige Zeit im Hintergrund blieb, äußerte er in Istanbul wieder einmal schwere Vorwürfe gegen die Vereinigten Staaten. Und im gegebenen Fall sind diese Vorwürfe keinesfalls unbegründet.

Er erklärte, dass die Vereinigten Staaten die internationalen Märkte mit 32 Billionen Dollar an Papiergeld überschwemmten. Mit jenem Papiergeld, das aus „dünner Luft“ erschaffen werde. Gleichzeitig werde für das Geschäftsjahr 2011 ein Budgetdefizit von 1,6 Billionen Dollar erwartet. Die amerikanischen Auslandsschulden bezifferte Ahmadinedschad mit 14,6 Billionen Dollar und verwies vergleichend auf das US-Bruttoinlandsprodukt von nicht mehr als 14 Billionen.

Ahmadinedschad zufolge, seien es insbesondere die sogenannten unterentwickelten Länder, die für diese verantwortungslose amerikanische Geldpolitik gerade stehen müssten. Der enorme Anstieg ungedeckter Geldmengen führt zu einer Abhängigkeit von der Förderung und der Kontrolle von Erdöl und Erdgas, was gleichzeitig durch internationale Militärpräsenz gesichert werde. Weiters ist für den Fortbestand der US-Systems von größter Bedeutung, dass Ölgeschäfte in US-Dollar abgewickelt werden.

Von anderen Staaten der westlichen Welt werde dieses System entweder ignoriert oder sogar aktiv unterstützt. Geschaffen wurde es, so der iranische Präsident, um andere Länder ihres Wohlstandes zu berauben und Not und Armut unter den unterentwickelten Ländern zu verbreiten.

 

Quellen zu Ahmadinedschads Stellungnahmen: Hamsayeh.net, Press-TV

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