Donnerstag , 6 Mai 2021
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Schachmatt oder kurz davor – Die gewaltigen Probleme der USA

us_dollar_fahneWohin geht die Reise der einstigen Wirtschaftsmacht USA? Während die Preise für Edelmetalle immer weiter steigen und der Entzug des AAA-Ratings droht, ist die USA und allen voran Barack Obama politisch gelähmt. Die unterschiedlichen Mehrheiten in den US-Kongresskammern sorgen dafür, dass Vieles gar nicht und Wenig falsch gemacht wird. Der politische Wille zur Veränderung wird überschattet von politischen Grabenkämpfen und der Positionierung verschiedener Politiker für die anstehende Präsidentschaftswahl im Jahr 2012.

Gold und Silber sind schon lange keine Geheimtipps mehr für windige Investoren. Nachdem diejenigen, die die inhärenten Probleme unseres derzeitigen Papiergeld-Systems erkannt haben, in Edelmetallen investiert sind, beginnt nun auch das „big money“ einzusteigen. Warum ist dies für die USA problematisch?

Bei den vorherigen Krisen der Weltwirtschaft galten die USA und mit ihr die US-Staatsanleihen als sicherer Hafen, um das eigene Vermögen gegen Verluste abzusichern. Diese Rolle ging nun verloren, weil sich gezeigt hat, dass die USA selbst Teil des Problems sind. Die exorbitante Verschuldung der United States und ihrer Bürger führt der Welt vor Augen, dass sich der vermeintlich sichere Hafen als Fata Morgana entpuppt hat. Dort wo Sicherheit sein sollte, findet man statt dieser nur staubige Schulden und einen Sack voller Probleme.

Wenn man sich die Vereinigten Staaten als Schachspieler vorstellen würde, so müsste man erkennen, dass sie entweder schon Schachmatt ist oder nur wenige Züge davon entfernt. Von der einstmals florierenden Wirtschaft ist wenig übrig geblieben, ohne staatliche Hilfen, die nur durch das Anwerfen der Druckerpresse möglich sind, würde sich die USA eher heute als morgen in einer erneuten Rezession befinden.

Dass der US-Dollar weiterhin dafür benutzt wird, Öl-Geschäfte abzuwickeln, liegt einerseits daran, dass das US-Militär nicht zögert, diese Monopol-Stellung zu verteidigen (s. Irak-Krieg), andererseits aber auch daran, dass die Despoten, die auf den Öl-Reserven hocken, den USA treu ergeben sind. Es ist, neben der militärischen Stärke, das Ass im Ärmel der USA.

Wohin also geht nun die Reise der USA? Eine Erhöhung der Leitzinsen wäre ein Signal für die Robustheit der US-Ökonomie. Diese ist allerdings nicht vorhanden, weshalb ein Zinsanstieg die Wirtschaft schwer treffen würde. Ohne Zinsanstieg jedoch würde die Verschuldungs-Orgie weitergehen, zumindest so lang, wie das bisschen Rest-Vertrauen in die USA noch vorhanden ist. Der erste zaghafte Vorstoß der Ratingagentur S&P, der die heilige Kuh des Weltfinanzsystems, das AAA-Rating der USA, zum Schlachten freigeben würde, zeigt jedoch, wie niedrig das Vertrauen derzeit ist. Um dieses Vertrauen wieder aufzubauen wäre ein rigider Sparkurs notwendig. Dieser hätte aber ebenfalls zur Folge, dass die Wirtschaft der USA noch langsamer wächst als bisher.

Überdies ist die politische Patt-Situation im US-Kongress ein Garant dafür, dass ein beherzter Sparkurs nicht zustande kommt. Die lächerlichen Versprechungen, in den nächsten zehn Jahren X Billionen US-Dollar einzusparen, ist nicht mehr als ein kläglicher Versuch, die heute dringend notwendigen Maßnahmen in die Zukunft zu verlagern. Es wird weiter nach dem Schema F verfahren, die Probleme werden in die Zukunft ausgelagert, wenn man selbst schon lange nicht mehr an der vermeintlichen Macht sitzt, während der Konsum der Zukunft auf heute verlagert wird, man also Schulden macht.

Der nahende bzw. bereits einsetzende Abverkauf der US-Staatsanleihen hat zweierlei zur Folge: Die Rolle des US-Dollar als Weltreservewährung wird auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt. Noch problematischer ist allerdings, dass die USA höhere Zinsen an diejenigen Investoren zahlen müssen, die bereit sind, der taumelnden Weltmacht Geld zu leihen. Es kommt ja nur bedingt darauf an, wie viel Schulden ein Land hat. Wichtiger ist, dass das Land die Zinsen aufbringen kann. Erst wenn dies nicht mehr möglich ist, gilt es als bankrott. Mit steigenden Zinsen wird es logischerweise schwerer, diese auch zu bedienen.

Die US-Bürger und ihr ihnen innewohnender Konsumhunger fallen ebenfalls als Garant für wirtschaftliche Prosperität aus, da auch diese bis über beide Ohren verschuldet sind und sich statt in der Schlange des Supermarktes in der Schlange für Lebensmittelmarken wiederfinden. Der Weg der USA scheint somit vorgezeichnet und wird nicht nur ein steiniger, sondern auch ein schmerzhafter. Es ist nie leicht für ein Imperium, wenn ihm diese Rolle entzogen wird. Bleibt zu hoffen, dass die USA den eigenen Niedergang nicht dadurch zu verhindern versucht, noch mehr Kriege vom Zaun zu brechen. Bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt.

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