Freitag , 24 Januar 2020
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Fallender Goldpreis – Steigende Stabilität

goldchartDie Entwicklung der Märkte sagt üblicherweise wesentlich mehr über Trends aus als die Schlagzeilen in den Zeitungen. Zwar darf die Bedeutung von Gold in diesem Zusammenhang nicht überschätzt werden, doch bringt der derzeitige Kursverfall entsprechende Überlegungen mit sich. Parallel dazu nimmt auch der Rohölpreis ab. Was besonders ins Auge sticht ist der Umstand, dass der Goldpreis an dem Tag massiv zu fallen begann, an dem sich der chinesische Staatschef Hu Jintao zu Gesprächen mit der politischen und wirtschaftlichen Führung Amerikas in Washington einfand.

Wie von den Medien weltweit berichtet wurde, erfreute sich der chinesische Staatspräsident eines überaus ehrwürdigen und respektvollen Empfangs. Wie The Intelligence am gleichen Tag berichtete, fanden sich zu den gemeinsamen Gesprächen nicht nur Vertreter der politischen Führung Amerikas ein, sondern auch die CEOs multinationaler Konzerne wie Microsoft, General Electric und Boeing. Letztgenanntes Unternehmen erhielt einen Auftrag im Gegenwert von 19 Milliarden Dollar. General Electric unterzeichnete am vergangenen Freitag in Chicago einen Deal,  der den Preis der Aktien sprunghaft von $ 18,5 auf über 20 Dollar ansteigen ließ. Die Interessen Microsofts sollen sich in erster Linie auf das Unterbinden der in China weit verbreiteten Raubkopien bezogen haben. Unter solchen Aspekten lässt sich über Verletzungen der Menschenrechte in China wohl hinwegsehen.

Doch nun zum Goldpreis. Seit zwei Jahrzehnten ist die Außenhandelsbilanz zwischen Amerika und China absolut unausgeglichen. Amerikanische Importe aus China übersteigen die Exporte um das Vierfache. Allein während der vergangenen zehn Jahre summierte sich das diesbezügliche Defizit der Amerikaner auf zwei Billionen Dollar. Mit derartigen Finanzreserven könnte China die US-Währung jederzeit gewaltig unter Druck setzen. Zusammenhänge zwischen diesem Umstand und gelegentlichem Kriegsgerassel um Nordkorea sind nicht völlig auszuschließen. Man erinnert sich an den mysteriösen Fehler vom 7. Mai 1999, als die Amerikaner im Rahmen des Serbien-Feldzugs die chinesische Botschaft in Belgrad in die Luft sprengten. Gleichzeitig erlaubten die Vereinigten Staaten jedoch, die heimische Wirtschaft durch eine Flut chinesischer Billigprodukte anhaltend in Mitleidenschaft zu ziehen.

Während die Öffentlichkeit über wirtschaftliche und politische Pläne auf höchster Ebene grundsätzlich nur bruchstückweise informiert wird, können wir jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass einer finanziellen Elite deutlich mehr Fakten zur Verfügung stehen. So befasste sich im August des Vorjahres ein Artikel bei The Intelligence mit Medienberichten über geplante Militäraktionen gegen den Iran, die, wie damals berichtet wurde, noch vor Jahresende einsetzen könnten. Ein Kursanstieg der Aktien kriegsbezogener Unternehmen war jedoch nicht gegeben. Im Gegenteil. Verluste von zwischen zwei und elf Prozent wurden verzeichnet. Wie erwartet, blieb der Angriff aus.

Einen relativen Schutz zum Erhalt von Werten gegen den Einbruch des Währungssystems bietet vielleicht auch der Ankauf ausgewählter krisensicherer Aktien. Wesentlich mehr Sicherheit bietet jedoch der Besitz von Gold. Ich möchte keinesfalls behaupten, dass sich der Goldpreis, insbesondere durch den Derivathandel, nicht willentlich steuern ließe, doch, wenn ein derart bedeutendes Zusammentreffen, wie vergangene Wochen zwischen den beiden mächtigen Staaten Amerika und China, von einer deutlichen Kursveränderung begleitet wird, so lassen sich zweifellos gewisse Schlüsse daraus ziehen. Während weniger Tage fiel der Goldpreis von $ 1380 auf $ 1325 je Feinunze, bzw. in Euro von 1025 auf 976. Auch der Verfall des Rohölpreises deutet in die gleiche Richtung. Zwar liegt der derzeitige Preis pro Fass noch bei 95 Dollar, für Märzlieferungen sank er während der vergangenen fünf Tage jedoch von 93 auf 86 Dollar.

Mit Sicherheit lässt diese Tendenz, die nun über einige Tage anhält, keinerlei Schlüsse darüber zu wie sich die Weltwirtschaft langfristig entwickeln könnte. Die Anfälligkeit eines, auf Krediten basierenden, Währungssystems ist mit Sicherheit weiterhin gegeben. Die öffentlichen Schulden, die aufgrund des Abziehens der Kaufkraft zugunsten der Zinsleistungen eine enorme Bürde für alle westlichen Staaten darstellen, haben um nichts abgenommen. Auch sind die beiden Faktoren, Marktsättigung und ein Überangebot an Arbeitskraft, ebenfalls noch gegeben. Für die nahe Zukunft jedoch scheint es als könnten wir uns einer gewissen Stabilität erfreuen. Zynisch ausgedrückt könnte man behaupten: Die Gefahr eines Endes mit Schrecken ist vorläufig gebannt, der Schrecken ohne ersichtlichem Ende geht weiter.

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