Sonntag , 29 Januar 2023

Monsterklage gegen BP

dauphin_islandDer, kürzlich überraschend im eigenen Whirlpool ertrunkene, Finanzexperte Matt Simmons schätzte die Kosten, die BP durch die Ölkatastrophe entstehen sollten, auf eine Billion Dollar. Sollte sich diese Behauptung bewahrheiten, würde dies das Ende des Unternehmens bedeuten. Während die Obama-Regierung, zumindest der Öffentlichkeit gegenüber, harmonisch mit BP kollaborierte, fand sich nun einer der betroffenen Bundesstaaten, Alabama, der eine Klage gegen BP einbrachte, die sich auf alle entstandenen Schäden, Umsatzeinbußen und Steuerausfälle eingeschlossen, bezieht.

Die Wellen haben sich geglättet. Das Ölleck sei abgedichtet und alle weiteren Arbeiten, wie die fortgeführten Entlastungsbohrungen, dienten bloß der Sicherheit für die Zukunft. So wird behauptet. Die amerikanische Wetter- und Ozeanographiebehörde (NOAA) informierte, dass der Großteil des Öls im Golf von Mexiko verschwunden sei. Eingesammelt, verdunstet, verbrannt oder aufgelöst. Skeptiker geben sich mit dieser Behauptung jedoch keineswegs zufrieden. Insbesondere die eingesetzten Lösungsmittel führen nur zum optischen Verschwinden des Öls, das sich mit dem Seewasser vermischt. Über die langfristigen Auswirkungen auf das Ökosystem sowie die Nahrungskette lässt sich vorläufig nur spekulieren.

Nach dem erfolgreichen Aufsetzen einer Abdeckvorrichtung, begann sich der Aktienkurs von BP langsam wieder zu erholen. Der Kurs, der bis auf $ 26,75 gefallen war, bewegte sich stetig nach oben und überschritt am 6. August die 41-Dollar-Marke. Am Dienstag änderte sich der Trend. Auch wenn während der vergangenen Woche der Handel in New York allgemein von den „Bären“ regiert wurde, so schien es doch zu überraschen, dass die Anteile von BP, die sich in einer deutlichen Erholungsphase befanden und, im Vergleich zum Wert vor der Katastrophe, noch immer um ein Drittel niedriger notieren, von diesem Trend so direkt beeinflusst wurden. Die Meldungen der Klage des Staates Alabama gegen BP am Freitag könnten als Erklärung für diese Entwicklung verstanden werden. Banken und kapitalkräftige Aktienhändler (vormals Spekulanten genannt), deren Volumen den Kurs beeinflusst, verfügen grundsätzlich über entscheidende Informationen, noch bevor diese in der Öffentlichkeit bekannt werden.

Auch wenn sich derartige Gerichtsverfahren über viele Jahre erstrecken, so passt diese neue Entwicklung durchaus in das Konzept des ertrunkenen Matt Simmons, der bis zu seinem plötzlichen Tod riet, sich von BP-Aktien zu trennen beziehungsweise Leeverkäufe zu tätigen.

In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass Matt Simmons in seinem Interview mit Bloomberg, am 21. Juli, erwähnt hatte (Artikel vom 10. August), dass Forschungsschiffe von NOAA ein Ölleck entdeck hätten, das einige Kilometer von der eigentlichen Bruchstelle entfernt wäre. Eigentlich stünde diese Behauptung im Gegensatz zu den optimistischen Stellungnahmen der Wetter- und Ozeanographiebehörde, die besagen, dass die Öl-Katastrophe praktisch zu einem Ende gekommen sei. Lässt sich annehmen, dass Matt Simmons einem Missverständnis zum Opfer gefallen ist oder diese Behauptung schlicht erfunden hätte? Mit der Zukunft von BP könnte er Recht behalten, insbesondere, falls sich die anderen betroffenen Bundesstaaten zu einem ähnlich Schritt entschließen sollten. Die Küstenlinie Alabamas ist nur etwa 80 km lang. Der Schaden, der in den anderen Bundesstaaten entstanden ist, liegt um ein Vielfaches höher.

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