Freitag , 7 August 2020
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Lügt BP weiterhin? – Video

bp_live_July31Seit Beginn der Umwelt-Katastrophe im Golf von Mexiko, versorgte BP die Medien mit verharmlosenden Falschinformationen, die ungeprüft von vielen weiter gegeben wurden. Verschiedene Zeitungen berichten nun, dass das Öl von der Meeresoberfläche praktisch verschwunden sei. In einem Interview mit CNN erklärt Gemeinde-Vorsteher Billy Nungesser aus Louisiana, dass er selbst bei einem Flug völlig andere Eindrücke gewonnen habe. Außerdem, ein Video, aufgenommen heute, am 31. Juli, zeigt Ölschwaden am Meeresboden. 

Vor wenigen Tagen verwies ein Artikel in der Prawda auf den russischen Tiefseeforscher Anatoly Sagalevich, der, so wird behauptet, von BP engagiert wurde und Informationen aus dessen Bericht an Wladimir Putin durchgesickert seien. Wie The Intelligence exklusive auf deutsch informierte (zum Artikel), würde, Sagalevichs Behauptungen entsprechend, Öl an 18 Stellen des Meeresbodens austreten. Schon am 15. Juli behauptete die kanadische Zeitung National Post, also vor der Veröffentlichung in der Prawda, dass es sich bei diesen Gerüchten um eine Falschmeldung handle.

Heute, Samstag, wurde folgendes Video bei Youtube eingesetzt. Das Datum, rechts unten, zeigt den 31. 7., kurz nach Mitternacht. Die Tiefe, rechts oben, ist mit 1.519 angegeben, ohne Verweis ob es sich um Meter oder Fuß handelt.

{youtube}aVkq0xs1B2A{/youtube}

Während die meisten US-Medien den Eindruck vermitteln, als wäre die Situation praktisch wieder in Ordnung, von vielen Millionen von Litern eingesammelten oder verbrannten Öls berichten und sogar saubere Strände zeigen, erzählt der Vorsteher der Gemeinde Plaquemines in Louisiana, dass er bei einem Flug über die Region keinerlei Verbesserung erkennen konnte. Über die Piloten, die behaupten, dass kein Öl mehr auf der Wasserfläche zu finden sei, meint er, dass sie vermutlich nach oben geschaut hätten, anstatt aufs Meer. BP bezichtigt er in dem Interview der Lüge.

{youtube}Gre9cDDG-Ec{/youtube}

Während dieses Video auf der Webseite von CNN nicht zu finden ist, erlaubte sich der gleiche Sender am Freitag eine sonderbare Manipulation. So wie The Intelligence die Frage schon mehrmals aufgeworfen hatte, warum keine Bilder aus Forschungs-U-Booten vom Meeresboden gezeigt werden, dürften sich auch Amerikaner darüber wundern. Endlich wird eine, durchaus attraktive, Journalistin eingeladen, mit Kamera ausgerüstet, die Situation unter der Wasseroberfläche zu begutachten. Der größte Teil des Berichts zeigt Bilder vom Schiff, bei stürmischem Seegang, in der Nacht vor dem Tauchgang. Endlich sitzt die hübsche Blondine im U-Boot und, bestens ausgeleuchtet, wird der Meeresboden in einer Region gezeigt, die den Namen „Florida Middle Grounds“ trägt, im Nordosten des Golfs, 137 km südlich von Apalachicola und 129 km nordwestlich von Tarpoon Springs. Das Wasser scheint klar, der Meeresboden bewachsen, und sogar einige Fische sind zu sehen. Beiläufig wird die Tiefe erwähnt: 140 Fuß. Hinzugefügt wird, dass das U-Boot bis in 3.000 Fuß Tiefe tauchen könnte, also keineswegs tief genug, um den Meeresboden an der Bruchstelle zu begutachten. Der Bericht sagt absolut nichts aus, außer, dass ein bestimmter Teil in relativ seichtem Wasser optisch keine Verschmutzungen aufweist.

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