Freitag , 7 August 2020
Startseite » Wirtschaft » Deepwater Horizon ÖL Katastrophe » BP-Ölkatastrophe: Update

BP-Ölkatastrophe: Update

tony_haywardSeit dem Aufsetzen der Abdichtungs-Vorrichtung, was angeblich zum Ende des Ölflusses geführt haben soll, konzentrieren sich die Meldungen eher auf das Schicksal von CEO Tony Hayward. Wird er zurücktreten? Wie viele Millionen wird er an Abfertigung erhalten? Unabhängigen Experten ebenso wie Journalisten wird der Zugang zum Golf von Mexiko aber weiter verwehrt. Nichts wird vom Einsatz von U-Booten bekannt gegeben. Das Flugverbot besteht weiterhin. Wie sieht es mit Befürchtungen aus, dass Öl durch den Meeresboden austreten könnte? Der Kurs der BP-Aktien steigt gleichzeitig rapide an. 

Zeugenaussagen zufolge, wussten die Verantwortlichen von BP von gravierenden Mängeln und beispiellosen Risiken bei den Bohrungen, was letztendlich zur Explosion der Ölplattform Deepwater-Horizon geführt hat. Ein kürzlich in der Prawda erschienener Artikel verweist auf die möglichen Gefahren durch den Austritt enormer Mengen an Methan-Gas. Es wird erklärt, dass andere Ölquellen etwa 5 Prozent Methan enthalten. Bei der, von BP beschädigten, Quelle im Golf von Mexiko soll das Verhältnis jedoch 60/40 betragen. Nicht nur, dass Methan den Sauerstoffgehalt im Wasser dramatisch reduziert, was ein enormes Fischsterben mit sich führt, trägt es auch entscheidend zur Erwärmung der Erdoberfläche bei.

Und wie sieht es mit Spekulationen darüber aus, dass Öl durch den Meeresboden weiterhin austritt? Warum überzeugt uns niemand vom Gegenteil? Auf die Verlässlichkeit der BP-Berichterstattung können wir von Anfang an, wie sich bewiesen hat, nicht vertrauen.

Wann wird es unabhängigen Wissenschaftlern bzw. Journalisten endlich erlaubt werden, mit verfügbaren U-Booten den Meeresboden zu überprüfen? Wann werden wir andere Bilder zu sehen bekommen als jene, die vom Verursacher BP zur Verfügung gestellt werden?

Wie hätte der Hauptverantwortliche für die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der Menschheit, insbesondere unter den Vorwürfen der Fahrlässigkeit, in der gar nicht so weit zurückliegenden Vergangenheit reagiert? Vermutlich hätte er zu einer Pistole gegriffen und seinem Leben ein Ende gesetzt. Tony Hayward hingegen hält weiterhin seine Position bei BP, verdient weiterhin Unmengen an Geld und wird, falls es zum Rücktritt kommt, mit Millionen abgefertigt werden.

Trotz der Ungewissheit, trotz dem Mangel an glaubhaften Informationen, gerät der Handel mit BP-Aktien wieder in Schwung. Auch wenn Hedgefund-Manager Barton Biggs den Kauf vorläufig als noch „zu spekulativ“ beurteilt, nach einem Schlusskurs am Freitag von $ 36,86, eröffnete der Handel am Montag morgen sprungartig mit $ 37,93. Während der Vormittagsstunden kletterte der Kurs sogar bis auf $ 39.00.

Nachdem Insider im Börsenhandel grundsätzlich über mehr Informationen verfügen als die Öffentlichkeit, könnte dies als positives Zeichen gewertet werden. Allerdings, dass die Katastrophe mit dem bis jetzt entstandenen Schaden begrenzt ist, können wir erst dann als Tatsache akzeptieren, wenn die amerikanischen Behörden endlich freien Zutritt erlauben. Was Präsident Obama mit der BP-Führung bis zum gegebenen Zeitpunkt ausgehandelt hat, wird für die Öffentlichkeit wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

Check Also

Millionen leiden unter den Folgen der Ölpest

Es war der 20. April 2010, als sich das folgenschwere Unglück auf der Ölplattform Deepwater …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.