Mittwoch , 20 Oktober 2021
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Drohende Arsenvergiftung in der Golfregion

gift_symbolSeit Monaten strömt unaufhörlich das Öl in der Golfregion und schon heute sind die Auswirkungen der Ölkatastrophe durch BP kaum mehr abzuschätzen. Als wäre all die Verseuchung durch das Öl noch nicht genug, fanden Wissenschaftler nun heraus, dass zusätzlich eine Arsenvergiftung innerhalb der Golfregion droht. Arsen ist immer wieder gerne die Substanz, die in Krimis als Gift für so manchen schleierhaften Mord eingesetzt wird. Tatsache ist, dass es sich hierbei um eine hoch toxine Substanz handelt, die auf eine natürliche Weise auch im Erdöl und vielen Mineralien vorkommt. 

Während normalerweise Arsen auf eine ganz natürliche Art durch das Sediment des Meeresbodens gefiltert wird, und somit eine Form der Neutralisierung des Giftes erfolgt, konnten Forscher nun in Laborversuchen herausfinden, dass die Ölpest extrem in diesen ökologischen Kreislauf eingreift.

In der Studie, durchgeführt durch Forscher des Imperial College London, wurde die Bindefähigkeit des Arsens innerhalb der Minerale Nadeleisenerz oder Goethits, welche am Meeresboden vorkommen, untersucht. So wurde einerseits diese Bindefähigkeit des Giftes unter normalen Voraussetzungen beobachtet und anderseits unter der Zugabe von Erdöl. Hierbei entdeckten die Wissenschaftler, dass der pH-Wert des Meerwassers, unter normalen Bedingungen, für die Anlagerung des Arsens eine gewichtige Rolle spielt. In solch einem Gleichwicht, entsteht eine positive Ladung auf der Oberfläche des Minerals, die wiederum die negativ geladenen Arsenteilchen für eine Bindung fördern.

Im Gegenzug konnten die Forscher in dem Test dokumentieren, dass das Erdöl gleich auf zwei Arten solch eine Bindung verhindert. Der Grund: Die Sedimente werden mit einer Schicht des Erdöls überzogen, was zu einer physikalischen Barriere führt. Und es wird durch das Öl die Chemie der Mineralien einer Veränderung unterzogen, die wiederum die Ladungsdifferenz im negativen Sinne beeinflusst und folglich die natürliche Balance der „Entgiftung“ aus dem Gleichgewicht gebracht. Für den Golf von Mexiko bedeutet das, dass nicht nur die Filterung innerhalb der Meeresökologie außer Kraft gesetzt wird, sondern zeitgleich durch das Erdöl eine erhöhte Arsenfreisetzung erfolgt, die wiederum die Meerespflanzen und Meerestiere ebenso bedroht, als auch den Menschen, der bekanntlich in den meisten Fällen das Ende der Nahrungskette einnimmt.

Noch können die Wissenschaftler nicht gänzlich abschätzen in welcher Konzentration das Arsen zukünftig im Meer auftreten wird, allerdings wissen sie, dass Arsen die Fähigkeit hat sich anzureichern, was wiederum bedeutet, dass jede folgende Ölkatastrophe zu einer Erhöhung des Giftes führt. Zudem werden bereits, unabhängig großer Ölkatastrophen, jährlich tausende von Gallonen an Erdöl ins Meer entlassen, so etwa durch Off-Shore-Bohrungen, Routinemaßnahmen oder kleine Ölunfälle durch Frachter, was dazu führt, dass das empfindliche Gleichgewicht im Ökosystem permanent immer weiter eine Belastung erfahren muss. Langfristig sehen die Forscher genau hierbei die Gefahr, dass es für Natur, Tier und Mensch zu äußerst negativen Auswirkungen kommen kann.

Quelle: Imperial London College

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