Freitag , 24 Januar 2020
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Die miesen Tricks der unseriösen Autoankäufer – Niemals auf Ankauf-Werbekärtchen eingehen!

gebrauchtwagen-ankaufIn ganz Deutschland sind sie auf Parkplätzen, auf Straßen und auf dem Gehweg verstreut: Visitenkarten von Autoankäufern. In so mancher Großstadt vergeht kaum ein Tag, an dem nicht tausende dieser Kärtchen, die oft nur mit einem Satz wie “Kaufe jeden Gebrauchtwagen” und einer PrePaid-Handynummer versehen sind, unter Scheibenwischer und Fenstergummis geklemmt werden. Doch die nervige Werbung, die zudem illegal angebracht wird, ist nicht nur für die Straßenreinigung ärgerlich. Wenn Sie auf ein solches Angebot von zwielichtigen Händlern eingehen, kann es gefährlich werden: für Ihr Portemonnaie ebenso wie für Ihre staatsbürgerliche Unbescholtenheit und körperliche Unversehrtheit. Denn oftmals stecken hinter den bunten Visitenkarten osteuropäische, mafiöse Banden, mit denen Sie lieber keine Geschäfte machen sollten.

Gebrauchtwagen an Zettelhändler verkaufen: 4 große Probleme

Vier große Probleme können bei einem Gebrauchtwagenverkauf an Visitenkartenhändler auftreten:

  1. Sie verkaufen Ihr Auto unter Wert.
  2. Sie erhalten kein Geld für den Wagen 
  3. Ihr Wagen wird für Straftaten genutzt. 
  4. Sie werden Opfer von weiteren Abzockversuchen.

Im Folgenden werden die Themen einzeln angegangen. Es bleibt vorher festzustellen, dass natürlich nicht alle Autohändler, die mit Visitenkarten werben, Mitglieder von mafiösen Vereinigungen sind oder Sie übers Ohr hauen wollen. Auch seriöse Händler und Schrottankäufer greifen gelegentlich auf diese Werbemethode zurück. Dennoch sind Skepsis und ein ordnungsgemäßer Ablauf von größter Wichtigkeit.

Lügen und Einschüchterungen: KFZ unter Wert verkaufen

Jegliche Unsicherheit und Unwissenheit wird von unseriösen Autohändlern sofort bestraft. Es werden Fehler und Macken am Gebrauchtwagen gefunden, wo keine sind und vorhandene Schäden werden hemmungslos überdramatisiert. So kommen Betrüger gerne zu zweit. Während der eine Händler ablenkt, indem er Sie in ein Gespräch verwickelt und bestenfalls am anderen Ende des Gebrauchtwagens steht, könnte der zweite z.B. den Motorraum oder die Stoßdämpfer mit Öl verschmieren. Bei einer Probefahrt werden gerne “ungewöhnliche Motorengeräusche” festgestellt, auch wenn der Wagen vor ein paar Tagen gewartet wurde. Der angebliche Fehler wird dann schnell lokalisiert und geht einher mit einem immensen Wertverlust. Dabei gilt es auch zu beachten, dass ausländische Händler, die nur auf Einkaufstour in Deutschland sind, Reparaturen im Ausland sehr viel billiger ausführen lassen können. Bei tatsächlichen Fehlern an den Gebrauchtwagen sollten also nicht immer die deutschen Maßstäbe und Preise gelten. Zudem wird natürlich der wahre Marktwert des Wagens gerne verschwiegen und kann vom Angebot des Händlers – je nach Wert des Wagens – um mehrere tausend Euro abweichen. Kriminelle Zettelhändler sind zudem nicht selten gut darin, psychologischen Druck aufzubauen. Dieser kommt zustande, wenn darauf verwiesen wird, dass man nicht umsonst hier her kommen wollte, dass man mit einem höheren Preis nichts mehr verdiene und dass sich diese Händler auch physisch vor Ihnen aufbauen. Wenn es zwei Händler sind und Sie sind von Ihrer Arbeitswoche abgekämpft oder müssen aus Geldsorgen schnell verkaufen, sind Sie eindeutig im Nachteil. Nicht jeder ist nervenstark und kann Nein sagen.

Die Bezahlung wird vorgetäuscht

Es besteht nicht nur die Gefahr, dass Sie einen unter Marktwert liegenden Preis für Ihren Gebrauchtwagen erzielen – einige osteuropäische Mafiabanden zahlen einfach gar nichts. An den Nulltarif kommen sie durch verschiedene Tricks, an die man nicht glauben würde, wären sie so nicht schon oftmals vorgekommen. Einer der miesen Tricks besteht darin, dass per Scheck gezahlt und das Auto sofort mitgenommen wird. Spätestens beim Einlösen bei der Bank werden Sie dann feststellen, dass der Scheck nicht gedeckt ist oder es sich gar um eine Fälschung handelt. Es kann auch passieren, dass Ihnen der Betrag auf Ihr Konto transferiert wird, aber erst später von der Bank zurückgefordert wird. Es ist auch schon vorgekommen, dass Händler einen einen zu hohen Check ausstellen, z.B. weil sie “nur diesen vorausgefüllten dabei haben” und die Differenz gerne in bar hätten. So verliert man nicht nur seinen Gebrauchtwagen, sondern noch zusätzlich Bargeld.

Straftaten mit Ihrem Gebrauchtwagen

Gerade bei einem Verkauf an Exporthändler besteht die erhöhte Gefahr, dass bei Ausfuhr des Wagens Straftaten mit dem Auto begangen werden. So kann Hehlerware, z.B. in Form eines Autoradios, in Ihren Wagen gebaut werden und so über Grenzen geschmuggelt werden. Sicher, wenn Sie beim Verkauf alles richtig gemacht haben, ist das nicht mehr Ihr Bier. Doch es gibt immer wieder Privatpersonen, die den Gebrauchtwagen nicht vor dem Verkauf abmelden und nicht die Nummernschilder abmontieren. Gutgläubig wird den Beteuerungen des Händlers geglaubt, dass er die Angelegenheit in die Hände nimmt. Doch beim Schmuggeln von Waren (und evtl. Menschen) mit diesem Auto werden die staatlichen Instanzen immer auf den letzten Halter des Wagens schauen – was dann Sie wären. Auch Versicherungsschäden, die der neue Besitzer verursacht, fallen auf Sie zurück. Deshalb sollte der Wagen immer vor dem Verkauf vollständig abgemeldet werden. Zudem sollte ein Standard-Kaufvertrag unterzeichnet werden, der Sie nicht nur von der gesetzlichen Gewährleistung entbindet, sondern auch alle vorhandenen Teile am Auto (z.B. auch das Autoradio mit Seriennummer) erfasst.

Die Banden suchen immer Opfer

Der ADAC hat ermittelt, dass in etwa 75 Prozent der Befragten einer Umfrage mit den Kaufangeboten von Visitenkartenhändlern unzufrieden gewesen wären. Bleiben also 25 Prozent, die eventuell auf so ein Angebot für den Verkauf von ihrem Gebrauchtwagen eingehen würden. Auch wenn man nun die zahlreichen seriösen Händler abzieht, bleibt dennoch ein riesiges Potenzial für Betrüger. Doch leider lassen einige Bandenmitglieder bei einem erfolgreichen Verkauf nicht locker. Denn vom Betrügen beim Kauf von Gebrauchtwagen zu anderen kriminellen Akten ist es nicht weit – mafiöse Vereinigungen sind flexibel und kreativ, wenn es um neue Geldquellen geht. Daher werden potenzielle Opfer immer den internen Chefs mitgeteilt. Beim Autokauf kann man nämlich Näheres über das Opfer erfahren – z.B. ob die Person allein lebt, ob weitere Autos vorhanden sind, den Beruf und damit Abwesenheitszeiten usw. Auch wenn eine Person alt, schwach, eingeschränkt, isoliert oder sehr wohlhabend wirkt, so ist sie ein potenzielles Opfer. Wenn Sie sich also bei einem solchen Händler beim Gespräch nicht wohlfühlen: Brechen Sie das Gespräch unter einem Vorwand ab und nennen Sie keine weiteren Informationen mehr über sich. Und wer ganz sicher gehen will, sollte seinen Gebrauchtwagen lieber bei Vertragshändler oder über Plattformen wie gebrauchtwagen.de verkaufen.

Bild: Axel Hoffmann  / pixelio.de

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