Donnerstag , 22 August 2019
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Ring frei in der Welt der Touchdisplays – Die Rivalität zwischen Samsung und Apple

apple-vs-samsungApple und Samsung, das sind die Namen der beiden Giganten im Business rund um Smartphones, Tablets und Co. Der marktbezogene Wettstreit dieser Konzerne entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer ausgeprägten Rivalität, die seit 2011 auch noch zu einem handfesten Rechtsstreit ausgeartet ist. Grundlage der Streitigkeiten sind Patentrechte und deren Verletzung durch die Produkte des Rivalen. Doch weshalb konnte der Konkurrenzkampf zwischen den Branchenriesen dermaßen ausarten und wie fing der ganze Konflikt eigentlich an? Dieser Artikel untersucht die Angelegenheit mit kritischer Sichtweise und gewährt einen Einblick in die firmeneigene Politik der beiden Hersteller.

Am Anfang war das Smartphone – So fing alles an

Es war im Januar 2007, als der amerikanische Konzern mit dem Apfel im Logo in einer hübsch aufgemachten Präsentation den Smartphone-Markt mit einem Produkt renovierte: Das iPhone war geboren. Zwar gab es bereits Mobilfunkgeräte, die unter die Definition Smartphone fielen, doch die neuartigen Multitouch-Oberfläche des iPhones setzte neue Maßstäbe. Das auf der Präsentation von dem damaligen CEO Steve Jobs vorgestellte Produkt traf den Geist der Zeit und gilt als Grundstein für die heutige Entwicklung auf dem Markt. Das südkoreanische Unternehmen Samsung war zu diesem Zeitpunkt zwar schon ein etablierter Hersteller im Elektronikbereich, doch im Bereich Smartphones hinkten sie den Amerikanern hinterher. Durch die vom iPhone aufgestoßenen Türen, witterten die Südkoreaner das Potential des neuen Marktes und brachten mit dem Galaxy GT-i7500 im April 2009 ihre erste Version des Smartphones in Umlauf. Gegenüber Apple’s IOS hatte das GT-i7500 mit seiner Android-Oberfläche ein konkurrenzfähiges Betriebssystem und war auch finanziell wesentlich erschwinglicher. Die Veröffentlichung der Galaxy-Modelle mit Android Oberfläche entfachte die Rivalität der beiden Konzerne auf eine völlig neue Art und ist der Ursprung für die heutigen Patentstreitigkeiten. Spätestens seit dem ersten Galaxy-S kann man schnell auf die Idee kommen, dass die südkoreanischen Produktdesigner sich vielleicht doch ab und zu an dem amerikanischen Konkurrenzprodukt orientiert haben. Das vom iPhone geprägte Candybar-Design sowie die Multitouch-Oberfläche waren bei den Galaxy Produkten doch sehr ähnlich vorzufinden. Laut des ehemaligen CEOs Steve Jobs hatte sich das amerikanische Unternehmen über 300 Patente und Geschmacksmuster gemeldet, unter anderem die Multitouch-Funktion und das Entsperren per Fingerzug. Diese Tatsache veranlasste den Konzern mit dem angebissenen Apfel, im April 2011 die ersten juristischen Schritte einzuleiten.

Der Rechtsstreit beginnt – Chronologie einer Patentschlacht

Es beginnt im April 2011, der amerikanische iPhone-Hersteller erhebt in mehreren Ländern Anklage gegen seinen Konkurrenten und behauptet, das Design des iPhones sei “sklavisch kopiert” worden. Die Reaktion der Gegenpartei lässt nicht lange auf sich warten, der koreanische Hersteller klagt noch im selben Monat zurück: Der Gegner soll Patentrechte im Bereich der Mobilfunktechnik verletzt haben. Im August des selben Jahres folgt ein Tiefschlag für den Elektronikriesen aus Südkorea, ein deutsches Gericht verbietet die EU-weite Einführung des Galaxy-Tab aufgrund eines Streits um ein Geschmacksmuster. Nur in den Niederlanden darf das Gerät noch vertrieben werden, dafür wurde hier der Verkauf von Galaxy Smartphones gestoppt. Nach einem Streit über die Gestenfunktion in Australien, holen die Südkoreaner im November 2011 zum Konterschlag aus und fordern die Herausgabe des Quellcodes für das iPhone 4S. Zeitgleich wird der Versuch gestartet, den Verkauf des iPhones in Australien zu stoppen. Noch im selben Monat kommt ein modifiziertes Galaxy-Tab auf den Markt, erneute Versuche zum Verkaufsstopp werden von der Konkurrenz gestartet. Sowohl im Dezember 2011, als auch im Januar 2012 hagelt es eine Vielzahl an gegenseitigen Klagen, die meisten davon fordern ein Verkaufsstopp der Konkurrenzprodukte. Der Mammutanteil dieser Klagen wird zurückgewiesen, sodass jede Partei Erfolge zu verbuchen hat und seine Produkte weiter verkaufen darf. Einen Rückschlag für die Südkoreaner gab es mit dem Urteil des Oberlandesgerichts in Düsseldorf. Es besagt, dass die Modelle Galaxy Tab 10.1 und 8.9. Nachahmungen des iPads sind und das Verkaufsverbot damit legitim ist. Bis zum Juni 2012 folgten weitere Klagen und die Amerikaner erwirkten zwei weitere Verkaufsstopps für Samsung-Produkte. Eine Anordnung zur außergerichtlichen Einigung zwischen den Konzernen trug bislang keine Früchte und es bleibt abzuwarten, ob die Patentschlacht irgendwann ein Ende findet.

Fazit

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Rivalität bleibt offen, denn am Ende ist es der Endverbraucher der durch Verkaufsstopps weniger Auswahl unter den Produkten hat. Die Streitpunkte sind klar erkennbar, Samsung klaut das Design und Apple die Technik. Doch kann die Angelegenheit durch Klagewellen überhaupt geklärt werden oder verkompliziert es die Sache nur zunehmend? Man mag es kaum glauben, die Streitparteien sind eigentlich sogar Geschäftspartner und Apple war bislang Samsungs größter Kunde. Sogar eine US-amerikanische Richterin bat die beiden Parteien bereits, ihre Streitigkeiten endlich beizulegen. In wie weit ihre Bitte erhört wird, bleibt allerdings abzuwarten, noch ist kein wirklicher Frieden in Aussicht. Der Endverbraucher kann im Prinzip nur auf ein baldiges Ende hoffen, denn je mehr Verkaufsverbote verhängt werden, desto weniger Auswahl bleibt ihm in Stores wie beispielsweise Handyliga.de und anderen. Aktuell sieht es in der Richtung aber finster aus, denn zur Zeit liefern die beiden Konzerne sich einen weiteren Streit um die Dienstgeräte der US-Regierung.

 

 

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