Samstag , 24 August 2019
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Saif al-Islam Gaddafi gefangen. Was nun?

nooseSeit Monaten existiert ein Haftbefehl gegen Saif al-Islam, dem einst als Nachfolger vorgesehenen Sohn von Oberst Muammar Gaddafi. Ausgestellt wurde dieser vom Internationalen Strafgerichtshof, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Nach dem Tod seines Vaters, soll er angeblich angeboten haben, sich den Richtern in Den Haag zur Verfügung zu stellen. Nun wurde er von den Rebellen gefasst. Amnesty International fordert seine Auslieferung. Die Rebellenregierung in Libyen versichert jedoch, dass ihm auch im eigenen Land eine faire Verhandlung zukommen werde. Wie diese enden wird, lässt sich leicht vorwegnehmen.

Lobende Worte erklingen in den westlichen Medien. Nun sei die Ära Gaddafi endgültig zu Ende. Der Sohn des „Diktators“, der die Aufständischen als Ratten bezeichnet hatte, befindet sich im Gewahrsam der Übergangsregierung.

Offensichtlich war der 39-Jährige nicht wie sein Vater bereit, zusammen mit Libyen unterzugehen. Oberst Muammar Gaddafi hatte lautstark verkündet gehabt, bis zu seinem Tode zu kämpfen. Von NATO-Kräften, geheimen NATO-Agenten und Rebellen gejagt, endete der Kämpf des ehemaligen libyschen Staatsoberhauptes durch einen Kopfschuss am 20. Oktober 2011.

Der Aufenthaltsort seines Sohnes und geplanten Nachfolgers Saif al-Islam war zwar nicht bekannt, doch wurden rasch Meldungen laut, dass dieser Kontakte mit Vertretern des Internationalen Gerichtshofs aufgenommen hätte. Eine Inhaftierung in Den Haag hätte ihm vermutlich die besten Überlebenschancen eingeräumt. Gleichzeitig lässt sich natürlich vermuten, dass er darauf hoffte, dass gewisse Kreise nicht sonderlich an einer Offenlegung politischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit Libyen unter Gaddafi interessiert sein könnten. Inwieweit der Internationale Gerichtshof tatsächlich an einer Festnahme Saif al-Islams interessiert gewesen sein könnte, wird vermutlich für immer ein Geheimnis bleiben.

Nach Slobodan Milosevics Sturz in Serbien, wurde die neue Regierung des Landes unter Druck gesetzt. Milliardenkredite wurden von einer Auslieferung abhängig gemacht. Somit wurde Milosevic am 1. April 2001 verhaftet und nach Den Haag überstellt, wo er bis zu seinem Tod am 11. März 2006 in Haft blieb. Gutachtern zufolge, erlag er einem Herzinfarkt.

Darf Saif al-Islam darauf hoffen, dass sich die „internationale Gemeinschaft“ für seine Auslieferung einsetzen wird? Zwar spricht sich Amnesty International für eine Überstellung nach Den Haag aus, doch bekanntlich stehen dieser Organisation keinerlei Druckmittel zur Verfügung. Und mit Sicherheit ist es nicht nur der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der es vorziehen könnte, dass Saif al-Islam in Libyen bleibt. Dieser hatte schließlich schon vor Monaten verlautet, dass der Gaddafi-Clan Sarkozys Wahlkampf mitfinanziert hätte. Die versprochenen Dokumente kamen zwar nie zur Veröffentlichung, doch ergibt es durchaus Sinn, dass Saif sich diese als Trumpf im Ärmel aufheben wollte. Neben einigen anderen. Bei einem Schauprozess in Tripolis wird ihm dies allerdings kaum helfen.

Dem derzeitigen Anschein entsprechend, wird Saif al-Islam sein Schicksal nicht mit Milosevic teilen, sondern eher mit Saddam Hussein, dessen Leben am 20. Dezember 2006, an einem Strick hängend, ein ruhmloses Ende nahm. Die Weltöffentlichkeit wird, wie schon während der vergangenen Monate, mit einseitigen Informationen versorgt werden. Mit den Stimmen jener, die sich an der bewaffneten Revolte beteiligten. Ob Saif al-Islam Mitgefühl verdient, darüber kann sich vermutlich nur ein Mensch ein Urteil bilden, der ihn auch gut genug – und vor allem persönlich – kennt. Die hervorragende wirtschaftliche Situation Libyens, Schuldenfreiheit und ausreichende Mittel, um die eigene Landwirtschaft zu fördern, Bildung und Gesundheitswesen den Bürgern ebenso kostenlos zur Verfügung zu stellen wie Wasser und Strom, war der Führung von Oberst Muammar Gaddafi zu verdanken. Doch diese Zeit hat ihr Ende gefunden. Und auch jene Libyer, die es nicht der Mühe wert gefunden haben, ihr Land zu verteidigen, werden die Auswirkungen der Veränderungen schon in naher Zukunft zu spüren bekommen.

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