Mittwoch , 22 Mai 2019
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Steigt die Zahl schwerer Erdbeben an?

erdbeben_japanIm Moment steht die Frage, ob das jüngste Erdbeben in Japan einen Super-GAU nach sich ziehen wird, gewiss an erster Stelle. Doch davon abgesehen, nicht nur, dass es sich bei diesem Beben mit der Stärke 8,9 um eines der schwersten, seit es Messungen gibt, handelt, tauchen gleichzeitig auch die tragischen Ereignisse aus Chile, aus Neuseeland, aus Haiti und nicht zuletzt der katastrophale Tsunami des Jahres 2004 in unserem Gedächtnis auf. Ist die Zahl schwerer Beben im Ansteigen? Der subjektive Eindruck führt zu diesem Verdacht. Was sagen die Statistiken?

Unter den schwersten jemals gemessenen Erdbeben rangiert das jüngste in Japan an fünfter Stelle. Am 22. Mai 1960 wurde Chile von einem Beben mit der Stärke 9,5 heimgesucht. 1964 ereignete sich in Alaska ein Beben mit Stärke 9,2. Das Beben im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004, das den katastrophalen Tsunami mit mehr als 230.000 Todesopfern nach sich zog, wird mit 9,1 angegeben und im Jahr 1952 bebte die Erde im russischen Kamtchatka mit Stärke 9,0.

Wie sieht die Entwicklung in den vergangenen Jahren aus? Immerhin erreichte auch das Beben in Chile vom Februar 2010 die Stärke 8,8. Davon abgesehen, um horrende Schäden anzurichten, reicht eine Stärke von 6.0 aufwärts völlig aus. Als am 7. Januar des Vorjahres die Insel Haiti mit Stärke 7.0 erschüttert wurde, überstieg die Zahl der Todesopfer nach haitischen Angaben mehr als 200.000. Das Beben, das sich kürzlich im neuseeländischen Christchurch ereignete, erreichte „nur“ 6,3 – und wir erinnern uns an die tragischen Bilder der Auswirkungen.

Die mittlerweile am häufigsten verwendete Einteilung entstammt der sogenannten Momenten-Magnituden-Skala. Um eine Vorstellung über die freigesetzte Energie zu erlangen, lässt sich diese mit der Sprengkraft von TNT in Vergleich setzen. Ein Beben der Stärke 6,0 korrespondiert dabei mit 15.000 t. Stärke 7,0 mit 475.000 t, 8,0 mit 15.000.000 t und 9,0 mit 475.000.000 t, was gleichzeitig der Energie von 38.000 Hiroshima-Bomben entspricht (lt. Wikipedia).

Die, dem amerikanischen Innenministerium unterstehende, wissenschaftliche Behörde namens United States Geological Survey (USGS) gibt nicht nur regelmäßig weltweite Messungen von Erdeben bekannt, auch lassen sich auf deren Webseite statistische Aufzeichnungen einsehen. Die folgende Tabelle von  USGS zeigt die exakten Zahlen aller Erdbeben weltweit ab Stärke 6,0 nach der Momenten-Magnituden-Skale seit dem Jahr 2000 auf (die Angaben sind etwa zwei Tage alt, und somit ist das jüngst Erdbeben aus Japan noch nicht eingetragen):

tabelle_erdbeben_536

Die Zahl der Beben im Stärkebereich von 7,0 bis 7,9 war mit 21 im Vorjahr deutlich höher als im Durchschnitt, der (von USGS) mit 15 angegeben wird. Dieses Jahr wurden bereits sieben verzeichnet, was ebenfalls auf eine steigende Tendenz verweist. Immerhin sind bis jetzt erst zehn Wochen vergangen. Auch die Zahl der Beben im Bereich 6,0 bis 6,9 zeigt eine deutliche Steigerung. Im Schnitt sind es 134 jährlich. Zwar liegt die Vorjahrszahl mit 151 nur knapp darüber, doch sind wir 2011 immerhin schon bei 49 angelangt.

Natürlich sind diese Steigerungen noch lange kein Grund zur Beunruhigung. Was allerdings zum Nachdenken anregen sollte, ist die enorme Anfälligkeit aller unserer modernen Einrichtungen. Atomkraftwerke, chemische Fabriken, Erdölraffinerien, Ölplattformen usw. Der Lebensraum wird immer enger. Was passiert mit Menschen in großer Zahl, die ihre Häuser, alle ihre Lebensgrundlagen verlieren? Wohin können sie ausweichen?

Die Geschichte unserer Erde ist von regelmäßigen Veränderungen geprägt. Historisch betrachtet, sind es genau diese Veränderungen, durch welche die menschliche Rasse letztendlich zur Entwicklung ihrer Intelligenz gezwungen wurde. Der Mensch selbst mag über genügend Flexibilität verfügen, um sich veränderten Voraussetzungen anzupassen. Doch in unserer modernen Welt, in der alle Einrichtungen fast bis zum Maximum ausgelastet sein müssen, um wirtschaftlich bestehen zu können, ziehen derartige Katastrophen wesentlich schlimmere Auswirkungen nach sich.

Im Jahr 1998 dreht Richard Attenborough den Film „Grey Owl“ mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle. Er erzählt die Geschichte des Engländers Archibald Belaney. 1908, als 16-Jähriger, reiste dieser nach Kanada und wurde später durch die Veröffentlichung mehrerer Bücher und einer Reihe von Vorträgen unter dem indianischen Namen „Grey Owl“ (Graue Eule) berühmt. Zumindest im Film lässt Richard Attenborough ihn vor britischem Publikum folgenden Satz sagen: „Wir sind nicht die Herren dieser Erde. Wir sind ihre Kinder!“ Vielleicht wäre es an der Zeit, dieser indianischen Weisheit etwas mehr Beachtung zu schenken.

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