Freitag , 30 Oktober 2020
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Ägyptische Christen befürchten weitere Massaker

koptisches_kreuzDie Gründung der ersten christlichen Gemeinde Ägyptens, bekannt unter dem Namen „Koptische Kirche“, geht auf das erste Jahrhundert zurück. Sie ist also deutlich älter als die Katholische Kirche. Trotz Jahrhunderte andauernder Unterdrückung durch die arabisch-muslimische Mehrheit des Landes, sind Millionen diesem Glauben treu geblieben. Der grausame Anschlag zum Jahreswechsel, der auch von der muslimischen Führung aufs Schärfste verurteilt wurde, führt jedoch weltweit zu Befürchtungen, dass weitere Morde bei Feierlichkeiten anlässlich des Weihnachtsfestes geplant sein könnten. Die Geburt Christi wird von Kopten am 7. Januar zelebriert.

Der Begriff „koptisch“ bedeutete ursprünglich „ägyptisch“. (Vom lateinischen „Coptus“, das sich vom arabischen „Qupt“ ableitet, das wiederum auf das koptische Wort „Gyptias“ zurückgehen soll, dessen Ursprung im altgriechischen Wort „Aigyptios“ liegt, was zu deutsch „Ägypter“ bedeutet.) Auch wenn die „koptische Sprache“ auf die Endzeit des Reiches zurückgeht, so handelt es sich doch um eine ägyptische Sprache, im Gegensatz zum heute verwendeten arabischen Dialekt. Seit dem 17. Jahrhundert wird sie nur mehr in religiösen Zeremonien verwendet. Die „koptische Schrift“ geht auf das 2. nachchristliche Jahrhundert zurück und setzt sich aus Buchstaben zusammen, die dem Griechischen ähnlich sind. Soviel zum Begriff.

Als Begründer der Koptischen Kirche gilt Markus, der Verfasser des nach ihm benannten Evangeliums, und erster Bischof von Alexandria. Nach dem Einfall der Araber im 7. Jahrhundert in Ägypten, fand sich die christliche Gemeinde des Landes immer wieder mit dramatischen Repressalien, von erzwungenen Steuern bis hin zur Ermordung und Vertreibung, konfrontiert. Verfolgung und Diskriminierung reichen bis in die heutige Zeit. Ein nennenswerte Anteil der koptischen Christen lebt im Ausland.

Der kürzlich verübte Anschlag in Ägypten, der in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar 21 Menschleben forderte, erfüllt koptische Christen weltweit mit großer Sorge, dass sich ein ähnlicher Angriff bei Weihnachtsmessen wiederholen könnte. Während Armenier den 6. Januar als Geburt Christi zelebrieren, fällt dieser Festtag für die Kopten ebenso wie für einige orthodoxe Gemeinden auf den 7. Januar.

Vor genau einem Jahr, am 7. Januar 2010, wurden bei einem Angriff durch mohammedanische Terroristen auf Gläubige vor der Kathedrale von Nag Hamadi  acht koptische Christen getötet und elf weitere verwundet. Fünf der acht Todesopfer waren zwischen 16 und 19 Jahre alt. Drei Männer, Mohammed al-Kammuni, Qurshi Abul Haggag und Hendawi Sayyed, wurden kurz nach dem Anschlag verhaftet. Ihr erstes Geständnis gegenüber Polizeikräften wurde später widerrufen. Das Gerichtsverfahren wurde mehrere Male verzögert. Die nächste Verhandlung ist für den 17. Januar festgesetzt.

Sowohl in Deutschland als auch in Übersee lebenden koptischen Christen wurde für die Weihnachtsfeierlichkeiten besonderer Polizeischutz zugesagt.

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