Donnerstag , 20 September 2018
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Schlecht Luft bekommen – Atemnot: Ursachen und schnelle Hilfe

Jeder der seinem Körper sportliche Höchstleistungen abverlangt, kennt das Gefühl: Die Lunge brennt und jeder Zelle des Körpers fehlt es an Sauerstoff. Frische Luft hilft, dem Atemreflex nachzugeben und so schnell wie möglich zur gewohnten Atmenfrequenz zurückzukehren. Bei sportlicher Belastung oder auch nach dem Treppensteigen bei einem grippalen Infekt kommen wir schnell “aus der Puste”, wir können uns dieses Phänomen erklären und geraten nicht in Panik, denn wir wissen: Nach ein paar bewussten, tiefen Atemzügen wird das Atmen wieder leichter.

Tritt Atemnot jedoch akut auf ohne das Betroffene eine Erklärung dafür haben, ist dieser Zustand oftmals und nicht ganz ohne Grund mit Panik verbunden. Das Gefühl keine Luft zu bekommen wird als quälend und lebensbedrohlich beschrieben.
Doch was kann es für Ursachen haben, wenn plötzlich die Luft ausbleibt? Wie können Angehörige helfen, um den Betroffenen zu unterstützen?

Definition Atemnot

Das Gefühl schwer oder gar keine Luft zu bekommen bezeichnen Mediziner als Dyspnoe (Atemnot).
Normalerweise atmet der Mensch automatisch. Frische Luft gibt Landlebewesen Zug um Zug neue Energie und versorgt den Körper mit ausreichend Sauerstoff. Der Atem kann aber auch ganz bewusst gesteuert werden.
Etwas beim Singen, beim Sport, in der Meditation und sogar bei Stresssituationen wie die Geburt eines Kindes kann der richtige Atemrhythmus für Entspannung sorgen.

Atemnot beschreibt nicht die vorübergehende Kurzatmigkeit nach einer körperlichen Anstrengung, sondern das vorerst nicht zu erklärende Gefühl eines Betroffenen, kurzatmig zu sein und schlecht Luft zu bekommen. In extremen Fällen von Atemnot beschreiben Patienten den Zustand, gar keine Luft zu bekommen. Betroffene berichten von Begleitsymptomen wie körperlicher Schwäche, Kreislaufschwankungen sowie einer Extremsituation für die Psyche.

Akut auftretende Atemnot muss im Extremfall so schnell wie möglich medizinisch behandelt werden, denn Atemnot ist ein Symptom, das häufig sehr große Angst bis hin zur Todesangst auslöst.
Angst alleine reicht bereits aus, um weitere Atemnot zu verursachen – somit befinden sich Betroffene in einem Teufelskreis, aus dem sie so schnell wie möglich herauskommen müssen.

Bild schwangere Frau

Ursachen von akuter Atemnot

Die Hauptursache für Atemnot sind Lungen-, Herz- und Atemwegserkrankungen. Aber auch allergische Reaktionen und chronische Erkrankungen wie Asthma können zu akuter Atemnot führen.
Als Hauptsymptom für Erkrankungen der Lunge und der Atemwege kann Atemnot mit weiteren Symptomen wie blutigem Husten und Brustschmerzen auftreten. Auch Betroffene einer Herzkrankheit klagen häufig über Kurzatmigkeit bis hin zur Atemnot. Bei einem Herzinfarkt beispielsweise ist das Herz nicht mehr in der Lage genügend Blut durch den Körper zu pumpen.

Angesammelte Flüssigkeit staut sich in der Lunge, das Atemvolumen verkleinert sich drastisch, akute Atemnot ist die Folge.

ACHTUNG: Atemnot ist manchmal sogar das einzige Symptom für einen Herzinfarkt und daher unbedingt ernst zu nehmen.
Allergische Reaktionen können zur Folge haben, dass die Luftröhre und/oder die Bronchien anschwellen, der Patient bekommt nur noch schwer und mit großem Widerstand, in Extremfällen sogar gar keine Luft mehr.

Auch Rauchvergiftungen, oder Flüssigkeiten, die über die Luftröhre in die Lunge gelangt sind ebenso wie starker Reizhusten eine Ursache von Atemnot.
Seelische Belastungen, psychische Erkrankungen, Verformungen der Wirbelsäule, Blutarmut (Anämie) oder Rippenverletzungen sind ebenfalls als mögliche Ursachen von akuter Atemnot zu nennen.

Auch Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel können über Luftnot klagen, da die große Gebärmutter mit dem Ungeborenen die Lunge einengt, was ein gewohntes Einatmen zunehmend erschweren kann.

Durch die vielen möglichen Ursachen stellt Atemnot und Kurzatmigkeit ein häufiges Symptom dar, dass je nach Ausprägung sofortiger medizinischer Behandlung bedarf.

Bild Notarzt

Erste Hilfe bei Atemnot

Eines steht fest: Bei akut auftretender Atemnot sollte unverzüglich ein Notarzt verständigt werden (Telefon deutschlandweit 112).
Auch dann, wenn eine chronische Erkrankung wie Asthma, Herzschwäche oder bestimmte Arten der Bronchitis vorliegen, die mit Atemnot einhergehen, können diese Erkrankungen sich akut so stark verschlechtern, dass für den Betroffenen Lebensgefahr besteht.

Gerade Patienten mit chronischen Erkrankungen haben mit ihrem behandelnden Arzt sicher eine Art Notfallplan erstellt, der genaue Schritte bei akuter Atemnot vorgibt. Allein das Gefühl, in einer so lähmenden Situation handlungsfähig zu sein, gibt vielen Betroffenen Sicherheit und nimmt die Angst.

Notfallsprays, die die Atemwege weiten oder andere Bedarfsmedikamente können in solchen Fällen eingesetzt werden und sollten daher immer von Betroffenen mitgeführt werden.

Sowohl Betroffene als auch Ersthelfer sollten versuchen, Ruhe zu bewahren. Das Hochlagern der Arme kann dem Betroffenen helfen, besser Luft zu bekommen, allerdings sollte hier darauf geachtet werden, dass die Position als angenehm empfunden wird.

Bild joggen

Damit es gar nicht erst zu Atemnot kommt

Menschen, die bisher noch nicht unter Atemnot leiden mussten, können dem unangenehmen Symptom vorbeugen.
Hierzu empfiehlt sich neben Rauchverzicht auch regelmäßige körperliche Bewegung.
Sport lässt das Lungenvolumen wachsen und trainiert den Atem. Auch ein normales Körpergewicht und die regelmäßige Einnahme verordneter Medikamente bei chronisch Erkrankten beugt Atemnot vor. Bei Kenntnissen über Allergien, zum Beispiel bei Heuschnupfen, empfiehlt es sich, den Allergieauslöser (Pollen) zu kennen, bestimmen zu lassen und zukünftig zu meiden, sofern es geht.

Fazit

Atemnot ist ein sehr unangenehmes Symptom körperlich-organischer Ursachen bis hin zu psychischen oder seelischen Belastungen. Die genaue Ursache und anschließende Behandlung kann nur durch einen (Fach)Arzt festgestellt werden und ist äußerst wichtig, um wieder durchatmen zu können. Ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt und gegebenenfalls weitere Untersuchungen sind daher angebracht, auch wenn das Symptom nur hin und wieder auftritt und rasch wieder verschwindet.

Bildernachweis: Titelbild – Frau hat Atemnot Urheber: maridav / 123RF Standard-Bild
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Ein Kommentar

  1. Hatte ein ähnliches Problem und seit ich das rauchen endlich aufgeben konnte und öfter mal einfach spazieren gehe ist es schon um einiges besser geworden. Demnächst steht ein Check an bei dem hoffentlich festgestellt wird das sonst nichts weiter ist und ich einfach so weiter machen soll

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