Samstag , 24 August 2019
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Digitale Fotos drucken: Viele Drucker haben verstecktes Potential

Mittlerweile eignet sich nahezu jeder Tintenstrahldrucker gut dazu, Farbfotos auf Papier zu bringen. Damit das Ergebnis aber auch den Erwartungen gerecht wird, müssen die Möglichkeiten auch vollständig ausgereizt werden. Ein einfacher Klick auf den Druckbutton ohne vorherige Abstimmung kann zwar zu einem durchaus befriedigenden Ergebnis führen, genauso häufig aber auch zum Gang zum Papierkorb. Das ist besonders deshalb ärgerlich, weil großformatige Fotos nicht unbedingt ein billiges Unterfangen sind – professionelle Labors sind bei großen Mengen an Abzügen je nach Drucker mitunter günstiger. Trotzdem bleibt der eigene Drucker eine ernstzunehmende und vor allem schnelle Alternative.

Hard- und Software spielen eine wichtige Rolle

Auch, wenn ein Bild auf dem Monitor auf den ersten Blick großartig aussieht, muss das nicht unbedingt der Realität entsprechen. Günstige Displays arbeiten häufig mit der Twisted Nematic oder TN-Technik. Diese haben den Nachteil, dass sie bei unterschiedlichen Blickwinkeln leicht zu Farbverfälschungen und Kontraststörungen führen können. Für den Fotodruck ist deshalb ein IPS-Bildschirm empfehlenswert, der eine höhere Farbtreue und -stabilität aufweist. Diese Bildschirme werden mittlerweile häufig auch von guten Laptops verwendet, auf die Sie deshalb – falls Sie ihrem Monitor misstrauen oder deutliche Unterschiede feststellen – zurückgreifen sollten.

Die Software übernimmt die Kommunikation mit dem Drucker und dieser interpretiert diese dann. An dieser Stelle kann es zu schweren Missverständnissen kommen. Denn beide verfügen über ein eigenes Farbmanagement, das Tintenstrahldrucker etwa beim Fotodruck oft automatisch aktivieren. Eine solche doppelte Optimierung kann zu erheblichen Abweichungen von den Originalfarben und der Darstellung auf dem Monitor führen. Deshalb sollte das Farbmanagement immer nur entweder dem Programm oder dem Drucker zugewiesen werden. Ein Fotodrucker zeichnet sich dadurch aus, dass er mehrere Profile zur Auswahl bietet und in der Lage ist, Aufnahmen zielgerichtet zu manipulieren. Besitzt die Software ein Druckmodul mit Farbprofilen und wünschen Sie eine exakte Darstellung, sollten Sie das Farbmanagement des Druckers deaktivieren. Die entsprechende Option findet sich entweder im Druckdialog oder ist direkt im Treiber des Druckers integriert.

Eine kurze Bearbeitung lohnt sich

Um ein wirklich optimales Ergebnis zu erzielen, lohnt sich in fast allen Fällen eine kurze Nachbearbeitung. Prinzipiell können Sie dazu das Programm ihrer Wahl verwenden, solange Sie darauf achten, bei der Konvertierung die Qualitätsverluste so gering wie möglich zu halten. Fotos werden meist im JPG-Format gespeichert, das für eine geringe Dateigröße die Daten komprimiert. Für die Bearbeitung und den Druck sollten Sie jedoch lieber auf verlustfreie Formate wie PNG zurückgreifen. Gute Programme übernehmen auch die Druckersteuerung und erzielen deutlich bessere und farbechte Ergebnisse gegenüber dem im Betriebssystem integrierten Bildbetrachter. Sie müssen dafür nicht extra viel Geld ausgeben – das populäre Grafikprogramm GIMP etwa ist gratis und beherrscht viele Funktionen, die sonst nur sehr leistungsfähige Editoren wie Photoshop beinhalten.

Die passende Auflösung für den Druck

Auch was auf dem Bildschirm erst einmal ganz gut aussieht, kann sich bei einem größeren Ausdruck schnell in einen Pixelhaufen verwandeln. Viele Menschen lassen sich hier von dem Glauben verleiten, die Angabe eines DPI oder PPI-Wertes in einer Bilddatei wäre eine Aussage über die Bildqualität. Dies ist vollständig falsch – entscheidend ist allein die tatsächliche Anzahl der Bildpunkte. Bei einer Kamera sind das die Megapixel oder MP. DPI bezeichnet nichts anderes als die Anzahl der Bildpunkte nach dem Druck gerechnet auf einem Quadratzoll. Verwendet wird die Angabe lediglich in dem seltenen Fall, dass ein Drucker eine Datei ohne Angaben über die Bildgröße gesendet bekommt. Für ein Bild, dass aus der Nähe betrachtet wird, wird eine Auflösung von mindestens 250 DPI empfohlen. Das entspricht bei einem DIN-A4-Blatt ungefähr einer Kameraauflösung von 6 MP, bei einem DIN-A3 Blatt ungefähr 10 Megapixel. Professionelle Labore und Drucker werben mitunter mit Fotoauflösungen bis 9000 DPI. Solche Werte sind allerdings rein theoretisch und für den gewöhnlichen Nutzer vollständig überflüssig. Das menschliche Auge ist nicht annähernd in der Lage, derartige Details wahrzunehmen. Das Bild einer 36 MP-Kamera beispielsweise würde bei einer solchen Auflösung eine Länge von knapp 2 cm und eine Höhe von 1,4 cm aufweisen. Eine 6 MP Kamera – also 3000 x 2000 Bildpunkte – und ein 300 DPI Drucker reichen deshalb vollständig für hochqualitative Ausdrucke in DIN-A4-Format aus.

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Durchschnittliche Ergebnisse sind mit jedem Tintenstrahldrucker möglich

Praktisch jeder heute verkaufte Tintenstrahldrucker schafft eine Auflösung von 300 DPI im Farbdruck. Bei der richtigen Einstellung und einer guten Bearbeitung können deshalb auch auf sehr günstigen Geräten durchaus akzeptable Ergebnisse erzielt werden. Hier relativiert sich allerdings auch schnell der vermeintlich niedrige Preis, denn solche Drucker zeichnen sich meistens besonders beim Fotodruck durch extrem hohe Kosten aus. Vollständig abzuraten ist allerdings davon, Farblaserdrucker für den Fotodruck zu verwenden. Sie verwenden ein vollständig anderes Verfahren, bei dem Tinte nicht aufgetragen, sondern eingebrannt wird. Dadurch sind sie nicht in der Lage, ähnlich gute Farbverläufe darzustellen und ihrer Konkurrenz beim Fotodruck qualitativ weit unterlegen.

Wenn Sie zu den Vieldruckern gehören oder gehobene Ansprüche an ihre Bilder haben, können Sie jedoch die Qualität mit etwas Aufwand durchaus deutlich steigern. Das gelingt entweder durch spezielle Tinten oder einen besonderen Fotodrucker. Spezielle Fototinten gibt es für zahlreiche Modelle und erhöhen den Farbraum. Ein Fotodrucker besitzt deutlich mehr als nur die drei notwendigen Farben und schwarz. Dafür gibt es bei den Tintenstrahldruckern Modelle mit einem abgestuften Farbraum, der beispielsweise mehrere Grautöne umfasst. Die höchste Bildqualität bieten allerdings Drucker nach dem Thermosublimationsverfahren, wie sie auch in Fotostudios etwa für Passbilder verwendet werden. Sie haben allerdings den Nachteil sehr hoher Druckkosten, benötigen ein spezielles Papier und Farbkartuschen mit einer limitierten Anzahl an Ausdrucken. Außerdem sind sie für den Privatgebrauch fast ausschließlich auf die Größe 9×13 cm oder 10×15 cm beschränkt.

Fotopapier holt das Beste aus den Bildern heraus

Normales Papier saugt relativ viel Tinte, was einerseits die Druckkosten erhöht, andererseits aber auch leicht zu “verwaschenen” Übergängen führt. Für eine gute Qualität sollten Sie deshalb auch in das Druckpapier investieren. Der höhere Preis einer Seite relativiert sich leicht, wenn Sie bedenken, dass eine einzelne Farbseite nach unabhängigen Tests zwischen 60 Cent und 1,90 Euro kostet. Fotopapier bietet dabei nicht nur eine bessere Qualität, sondern senkt auch die Tintenkosten, da es deutlich weniger Flüssigkeit aufnimmt und der Drucker deshalb sparsamer dosiert. Selbstverständlich müssen Sie jedoch im Druckmenü das richtige Papier einstellen. Die Oberfläche – glänzend, matt, strukturiert oder körnig – können Sie ganz nach Ihrem persönlichen Geschmack auswählen. Es ist jedoch günstig, wenn es sich entweder um zertifiziertes Fotopapier des Herstellers oder um einen qualitativ hochwertigen Drittanbieter handelt. Leider vertragen sich nämlich nicht alle Papiere eines Unternehmens mit einem Drucker der Konkurrenz. Auf Nachfragen sagten dazu mehrere Pressesprecher aus, es müsse sich um einen reinen Zufall handeln…

Bildernachweis:
Titelbild – CC0 Public Domain / Pixabay.com

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