Donnerstag , 21 Oktober 2021
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Dienen brennende Ölfelder der Einhaltung des Flugverbots?

brennendes_oelfeld_kuwaitErst kürzlich wurde von The Intelligence ein Beitrag veröffentlicht, der sich mit der Unhaltbarkeit der Behauptung auseinander setzt, alle Angriffe gegen Libyen würden der Errichtung einer Flugverbotszone dienen. Wie in den Medien beiläufig Erwähnung findet, wurde gestern, Mittwoch, ein Ölfeld durch die britische Air Force bombardiert. Bei dem Angriff kamen mehrere Zivilisten, Wachpersonal und Arbeiter, ums Leben. Und noch immer wird nicht eingestanden, dass es sich um einen Krieg ohne Kriegserklärung handelt.

„Angriffskrieg ist ein Verbrechen!“ Insbesondere in Deutschland hat man uns diesen Satz oft genug eingetrichtert. 1939 wurde ein Angriffskrieg mit der Lüge begründet, dass polnische Soldaten zu schießen begonnen hätten. Ab 5:45 Uhr wurde dann eben zurück geschossen. Ohne jemals einen Beweis zu erbringen, wurde Osama Bin Laden beschuldigt, die Terroranschläge vom 11. September 2001 organisiert zu haben. Kurz darauf erfolgte der Angriff auf Afghanistan, angeblich um Bin Laden zu schnappen. Zehn Jahre später befinden sich ausländische Truppen noch immer im Land. Im Jahr 2003 wurde die nachweisliche Lüge von den Vereinigten Staaten vor den Vereinten Nationen vorgebracht, Saddam Hussein würde über Massenvernichtungswaffen verfügen. Ein neuer Angriffskrieg erfolgte, dessen Betreiber bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Und während sich Muammar Gaddafi seit längerem bemüht, einen bewaffneten Aufstand niederzuschlagen, wurde vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Errichtung einer Flugverbotszone ermächtigt. Seit 19. März erfolgt Angriff um Angriff. Ohne Kriegserklärung.

Der vor zwei Tagen erschienene Beitrag, „Flugverbotszone ein Betrug“, setzte sich bereits ausführlich mit dieser Täuschung auseinander, die noch dazu bereitwillig von fast allen anerkannten Medien Verbreitung findet. Der gestrige Vorfall liefert einen weiteren Beweis dafür, dass es allen Beteiligten an diesem Krieg keineswegs um eine Flugverbotszone geht, sondern um den Sturz von Muammar Gaddafi. Britische Kampfflugzeuge griffen am Mittwoch die Ölfelder von Sarir an.

„Ohne Zweifel handelt es sich dabei um Aggression … Es handelt sich um einen Verstoß gegen internationales Recht und es ist nicht von der UN-Resolution gedeckt“, zitiert der Guardian den stellvertretenden libyschen Außenminister Khaled Kalim. Während eine Meldung von Reuters die Zahl der zivilen Todesopfer auf drei herunterspielt, erklärte Kalim einer Gruppe von Reportern in Tripolis, dass drei Sicherheitsbeamte und mehrere Arbeiter bei dem Angriff ums Leben kamen. Die Sicherheitsbeamten waren, so Kalim, Angestellte einer privaten Firma und somit nicht Angehörige der libyschen Streitkräfte.

Bei den angegriffenen Ölfeldern handelt es sich um die größten Vorkommen des Landes. Rund 80 Prozent des libyschen Öls wird in Sarir gefördert.

Von wem dieser Angriff befohlen wurde, ist vorläufig noch nicht bekannt. Die Entwicklung der Ereignisse verfolgend, ist allerdings auch mit keinerlei Konsequenzen für diese Aktion, bei der es sich um ein Kriegsverbrechen handeln könnte, zu rechnen.

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