Mittwoch , 5 August 2020
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Liebe Frau Merkel, wer soll denn nun ihr neues Herzblatt sein?

schloss bellevueMan möchte singen: „Ja, ja der Wolf ist tot, der Wolf ist tot, der Wolf ist tot, ach wie gut, dass niemand weiß, dass es die Frau Merkel beißt.“ Die Frau hat aber auch einen Präsidenten-Verschleiß. Köhler ist uns ja noch seicht aus dem Amt geglitten, war aber auch vorher kaum greifbar, fast unsichtbar, farblos, mehr eine amorphe Masse. Aber er hatte immerhin Meinungen, wenn er auch wahrscheinlich nicht wusste, wessen.

Dagegen musste man Herrn Wulf ja förmlich aus dem Amt meißeln. Ein Mann mit Tiger-Pranke und Bärenkräften, mit denen er sich mit aller Macht an sein Amt krallte, glitschig wie ein Aal sich windend durch die immer enger werden Maschen seiner eigenen Verstrickungen. Nun, die Fischer der Staatsanwaltschaft hatten ihn schließlich in der Reuse und warteten nur noch auf Genehmigung unserer obersten Fischereibehörde ihren Fang ins Boot zu hieven.

Dass er nun letztendlich die Konsequenzen gezogen hat, sei wohl der Einsicht in die Tatsache geschuldet, dass es bei einem weiteren Verharren in trotzigem von-sich-weisen und auf-andere-schieben, nur noch schlimmer werden kann, für Amt, Partei und Familie. Unsere aller Bundes-Angela wird es wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge zur Kenntnis genommen haben, hat ihr doch das zähe Ringen des Präsidenten, unerwartet einen Schub in den Sympathiewerten gebracht. Allerorts hört man dann, dass die arme Frau ja nichts dafürkann und sie verkörpert ja auch eine andere Politiker-Klasse. Hart arbeitend, immer ehrlich und redlich sich fürs Volk aufopfernd, das ist unsere Angie.

Wer sich mal rückbesinnt, wird feststellen, dass sie es war, welche sich mit Herrn Köhler eine Durchwink-Marionette für das Amt des Bundespräsidenten durchgeboxt hat, dass der gute Mann outgeburnt ist, hätte man schon vor seiner Wiederwahl wissen können. Aber Sie hatte gelernt mit einem Herrn Wulf konnte ihr das nicht passieren, dieser Mann hatte schon früher als Oppositionsführer bewiesen, dass ihn Jahre mit Ex-Kanzler Schröder vor der Nase, damals noch Ministerpräsident von Niedersachsen und die Widerstände seiner eigenen Landespartei nicht daran hinderten, seine eigenen Ziele rigoros und ohne Rücksicht auf Verluste durchzusetzen. Außerdem verstand es dieser Mann bis vor kurzen hervorragend die Medien, gefiltert und gezielt für sich gewinnbringend außen-darzustellen. Selbst aus einer Affäre mit Trennung von seiner damaligen Frau, hin zu seiner neuen Liebe mit Familienreboot, ging er als gestärkter Sieger. Against all odds, he was the winner.

Das konnte nur Kanzlerins neuer Staatschef ihrer Gnaden sein. Dass ihn gerade das seichte rumlullen mit Presse, Funk und Fernsehen zu Fall bringen würde, davon konnte niemand ausgehen, er selbst am wenigsten. Da frage ich mich doch, wem ist der gute Mann so auf die Füße gestiegen, dass dieser jenen kleinen Stein ins Rollen brachte, der sich zu einer riesen Geröll-Lawine auswuchs und ihn unter sich begrub. Und seien wir doch mal ehrlich, wo ein kleiner Stein an einer massiven Felswand runterrollt, hat er keine andere Möglichkeit als ungehört im Abgrund zu verschwinden, denn nur wo genug Schotter liegt, dass er anstupsen kann und mitreißt, kann es zu einem solchen Erdrutsch kommen.

So liebe Frau Merkel wer soll nun ihr neues Herzblatt sein?

Kandidatin Eins, die fleißige Arbeitsbiene, von der sie sich ihren nächsten Sympathieschub leihen können. Von der sie sich eigentlich schon bei der letzten Nominierung gedrückt haben, weil sie keine anderen Göttinnen neben sich dulden. Wobei immer noch die Frage im Raum steht: „Kann die dat?“

Oder Kandidat Zwei, der Supergau(ck), der sich zwar nicht direkt für sie, aber bisher für die Rechte der Menschen eingesetzt hat. Dessen Größe darin besteht, bescheiden zu sein.

Oder Kandidat Drei, jemand ganz, ganz anderes.

Also meine Favoritin wäre ja der bald arbeitslose Herr Guido, nicht dass ich ihn sonderlich mag oder das ich ihn überhaupt dafür qualifiziert halte, aber als naturverbundener Mensch bin ich immer bereit aussterbenden Arten zu helfen, in dem man sie ins Bewusstsein der Menschen bringt.

In diesem Sinne liebe Frau Kanzlerin, vielleicht merkelt der ein oder andere ja doch was.

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