Mittwoch , 20 Oktober 2021
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Morgen zur Demo? Nein, es gibt auch einen Plan B (Achtung Satire!)

100_euro_scheineNun, haben sie Windjacke, den etwas wärmeren Pulli und die Cordhose, die festen Halbschuhe für die Samstagsdemo schon bereitgestellt?. Ist die Anwältin, der Anwalt schon informiert, ist er auf Anschuldigungen wegen Landfriedensbruchs und passiven Widerstand vorbereitet? Haben sie schon an ein zweites Bankkonto gedacht, falls das erste auf Grund der Demoteilnahme gekündigt wird? Das wichtigste Utensil, haben sie an den Fresskorb, eventuell sogar an einen Flachmann (gefüllt) gedacht? Vergessen sie auf keinen Fall, Omi und Opa gehen am Samstag meistens zu ihrem Chi Gong-Kurs, rufen sie auf jeden Fall heute am Abend noch mal an, sonst nimmt ihnen morgen niemand die Kinder ab. Letzte Frage: Was passiert wohl am Montag, wenn ihr Chef sie auf der Demo sieht? Tja, was nun …?

All diese Fragen habe ich mir auch gestellt und nach heldenhaftem Ringen mit mir selbst eine Entscheidung getroffen. Ich gehe nicht zu dieser Demonstration. Zum einen mag ich nicht eine halbe Nacht in einem Kessel verbringen, welcher von angefressenen Bundespolizistinnen und Bundespolizisten gebildet wird, welche sich für das Wochenende ebenfalls etwas anderes vorgenommen haben – und dann habe ich eine viel bessere Idee. Ich gründe eine Bank.

Hören sie auf zu lachen, es ist mein voller Ernst. Wer mir jetzt kapitalistische Ambitionen unterstellt, oder noch deutlicher, wer mich jetzt einen Gierhals nennen will, ihr irrt euch – und zwar ziemlich ordentlich. Diese revolutionäre Idee verdanke ich Angela Merkel. Ja – sie haben sich nicht verlesen, uns Angie war es.

Ihre klare und deutliche Ansprache des Problems, ihr unbezähmbarer Wille, Schaden von uns allen abzuwenden, er hat es mir angetan. Tja, letzte Woche irrte ich mich, sie meint es gut mit uns, mit euch und mit mir. Vielleicht mag ich sie jetzt sogar ein bisschen. Sie hat in ihren Maßnahmenkatalog die Zwangskapitalisierung der Banken aufgenommen. Ja, die Gute, das hat sie wirklich. Und weil sie das beschlossen hat, deswegen habe auch ich beschlossen. Ich gründe eine Bank. Am Montagmorgen flitze ich ins Rathaus, hole mir einen Gewerbeschein und hänge ein Schild, welches auf die neue Bank hinweist, direkt neben die Eingangstür, direkt unter unser Namensschild „Maison de Rose et Pierre“. An diese Stelle kommt das Schild, Format DIN A5 und in Plastikfolie. Montagmittag leihe ich mir von Eltern, Freunden und Geschwistern all das, was es an Barem gibt. Dann rausche ich in die Stadt und kaufe alles auf, was ich an Staatsanleihen von Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Italien und den USA erhalten kann. Dienstagmorgen melde ich Bestand, die nicht mehr vorhandene Liquidität und die zweifellos dann vorhandenen Verbindlichkeiten an die Bafin. Anschließend wird folgendes passieren:

  • Ich bekomme eine größere Kapitalspritze.

  • Ich darf eine Badbank gründen und den Schrott auslagern, weil er so toxisch ist.

  • Für die Gründung der Badbank beantrage und erhalte ich eine Anschubfinanzierung.

  • Für die Aufrechterhaltung und Garantie der Arbeitsplätze erhalte ich Zuschüsse von der ARGE.

  • Ich gehe mit meiner Bank an die Börse und verhämmere die Aktien an Spekulanten.

  • Einen Tag später kaufe ich mir einen Porsche und zwei Paar Schuhe, damit ich besser treten kann.

So, und nicht anders, so wird es werden und sein. Verstehen sie jetzt, warum ich am Samstag keine Zeit habe?

Und jetzt der ultimative Hammer: Mit meinem Verzicht auf Demonstrationsteilnahme und der Durchführung der aufgezeigten Maßnahmen bin ich euer größtmöglicher Unterstützer. Die mir Banker aufgezwungene Knete wird nur aus dem einen Grund von mir angenommen:

  • Er steht den anderen Banken nicht mehr zur Verfügung.

  • Mit meinem Börsengang entziehe ich den Spekulanten einen exorbitant hohen Betrag aus deren Barvermögen. Ist es bei mir gelandet, so wird es den Profithaien und Heuschrecken nicht mehr zur Verfügung stehen.

  • Ich entlasse keine verdienten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Heiderose und ich bleiben in Lohn und Brot und fallen der Allgemeinheit nicht zur Last.

  • Mit dem gezielten Einsatz der jetzt freien Mittel sichere ich durch gezielte und nachhaltige Investitionen Arbeitsplätze und bezahle hohe Steuern für den von mir durchgeführten Stützungskonsum.

Nein, ihr müsst mir nicht gratulieren. Wischt Freuden- und Dankbarkeitstränen ab, das ist doch nicht nötig. Schön, dass ihr es versteht, ich kann morgen nicht auf die Demonstration.

In diesem Sinne…

© Peter Reuter

Anmerkung der Redaktion: Wer keine eigene Bank gründen will, der findet hier alle Informationen zu Veranstaltungsorten in ganz Deutschland.

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