Sonntag , 26 Mai 2019
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Nur eines ist sicher: Die Lage ist ernst!

blitz_der_erkenntnisNicht erst seit der Titanic wissen wir, dass Sicherheitsbeteuerungen an sich in die Katastrophe führen können. Seinerzeit riss das Schlagwort „unsinkbar“ rund 1500 Menschen in den Tod durch Ertrinken, Erfrieren, widrige Umstände und Ignoranz. In neueren Zeiten brachte uns der geblümelte Ausdruck „Die Rente ist sicher“ zum Lachen, zumindest solange, bis die Betroffenen ins Straucheln gerieten und die Lacher im Halse stecken blieben. Wer sich nun frohlockend selbst auf die Schultern klopfte, weil er neben den Zwangsbeiträgen zur stets fremdbedienten Rentenkasse noch in krisensichere Lebensversicherungen à la Riester & Co investierte, wurde lediglich zeitverzögert vom Blitz der Erkenntnis getroffen. Aber Hauptsache, der Euro ist krisensicher – dies wurde und wird uns ja seit Jahren gebetsmühlenartig versichert. Und je häufiger das Vertrauen beim Bürger bröckelt, desto schneller werden die entstehenden Krater bei den Banken gestopft.

Das Verlangen, der Sicherheit der saubersten Energiequelle aller Zeiten zu huldigen, ist nach Fukushima sicherlich nicht mehr ganz so stark ausgeprägt. Gut, bei manchem dauert es länger, Putin hatte noch Ende April als Reaktion auf das Unglück von Fukushima betont, dass die Atommeiler des Landes mit den „weltweit besten“ Sicherheitssystemen ausgestattet seien, obwohl selbst ein regierungsseitiger Untersuchungsbericht feststellt, dass die bauliche Stabilität der meisten russischen Kraftwerke nicht den derzeitigen Anforderungen entspräche.

Der allgemeinen Verunsicherung sollen dafür spärlich gestreute Meldungen entgegenwirken. Wenn zum Beispiel zu lesen ist, dass nunmehr in mindestens 30 japanischen Provinzen radioaktiv verseuchtes Rindfleisch gefunden wurde, fühlt sich der Leser doch gleich umfassend informiert. Inwieweit dieses Fleisch, gewinnbringend weiterverarbeitet, umetikettiert, somit unbemerkt in den internationalen Handel geschleust und schlussendlich auch auf unseren heimischen Tellerchen gelandet wird – Nachschub wird es reichlich geben – dazu schweigt der Verbraucherschutz. Ist auch besser so, nicht erst seit Dioxin- und Futtermittelskandal wissen wir, dass er heillos überfordert ist.

Dabei sollten wir dies unseren Politikern nachsehen: Sie haben ihre „Berufung“ ja nicht gelernt, jede Aktion ist das Ergebnis außerordentlicher Anstrengung und Bemühung und, je nach Veranlagung, Wissen und Intellekt, mehr oder weniger erfolgreich. Also, bitte gönnen Sie unseren Parlamentariern doch die pauschale Verteilung von Verdienstorden! Laut Welt online werden pro Legislaturperiode etwa 30 Ehrungen für alle Abgeordneten zur Verfügung gestellt, die Definition von Wikipedia erstickt wohl jegliche Kritik im Keime: „Das Bundesverdienstkreuz wird verliehen für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet.“

Lodern Kritik und Misstrauen dennoch unerwartet hartnäckig auf, dürfte dies die innere Sicherheit verstärken. Dieser Zusammenhang wurde so bisher öffentlich nicht untermauert, macht die Sache aber gerade deshalb mit Sicherheit gefährlicher.

Seit dem Sommerinterview mit unserer Kanzlerin Mitte Juli in der ARD hat sich zumindest meine Sicht zur Lage noch verschärft: Merkels Bekräftigung, das Geld und die Spareinlagen deutscher Bürger seien sicher, wirkt auf mich wie ein ausgemachter Angriff auf unser Eingemachtes.

Hoffnung würde mit Sicherheit aufkeimen, wenn die geplante engere Zusammenarbeit mit Russland, nicht nur auf dem Energiesektor, eines zu bedeuten hätte: Vielleicht liebäugelt Merkel ja vorzeitig mit einer wohlverdienenden Altkanzlerdatscha in der Schröderkolonie, sponsered by Gasprom.

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