Dienstag , 20 August 2019
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Solidarität oder Wahnsinn – Wir retten uns zu Grunde

notbremse_1Gar grausliges hört man aus dem fernen Griechenland. Es droht die Staatspleite und Europa ist schockiert. Gestern Nacht gab es sogar eine Wahl zur Miss Trauensvotum. Dazu sei bemerkt: Man kann den Griechen ja nachsagen was man will, sie gehen zwar (gefühlt) mit 55 in Rente, aber wenn es um das Fortbestehen des Ministerpräsidenten geht, lassen sie sich nicht lumpen und beginnen die entscheidende Abstimmung um kurz vor Mitternacht Ortszeit. Hut ab! Wobei es für diese späte Arbeitszeit sicherlich Nachtzuschlag gibt und wenn man eh schon mal da ist, warum nicht ein paar Stündchen dranhängen und das Geld mitnehmen.

Das alles soll aber eigentlich gar nicht das Thema sein. Vielmehr geht es um den gesunden Menschenverstand, der sich im Zusammenhang mit sämtlichen Rettungsschirmen, Rettungspaketen, Euro-Krisen und unvorstellbaren Milliardensummen offenbar nach Lampukistan verabschiedet hat. Denn würde auch nur einer der Verantwortlichen diesen GSM zumindest noch ansatzweise besitzen, dann würde ihm auffallen, dass alle Hilfe zu spät kommt. Der Patient liegt bereits im unheilbaren Koma, alles, was von nun an zugeführt wird, erhöht nur noch das Leiden – auf Seiten der Geber!

Ich will das gerne an einem kleinen Beispiel verdeutlichen. Zugegeben, es hinkt sicherlich leicht, gesunder Menschenverstand hat nun mal leider nichts mit Volkswirtschaft zu tun, aber sei’s drum, wichtig ist, dass die Botschaft ankommt. Nehmen wir also an, ein sehr guter Freund von uns ist unerwartet der Spielsucht verfallen und hat sein komplettes Vermögen, inkl. aller verfügbaren Kredite, am Roulette-Tisch an das Casino verteilt. Nun steht er bei uns vor der Tür und fragt, ob wir ihm helfen können. Dank einer Erbschaft, die uns selbst nicht gerade als unvermögend dastehen lässt, geben wir ihm ein bisschen davon ab und ermahnen ihn, in Zukunft die Finger von den Jetons zu lassen. Zwei Tage später klingelt er wieder und das Prozedere wiederholt sich – fortan im 2-Tages-Rhythmus, bis wir selbst kein Geld mehr haben. Wie aber bereits beschrieben ist es ja ein sehr guter Freund – so einer dem man gerne den „guten“ Ouzo kredenzt – also läuft man nun selbst zur Bank und nimmt einen Kredit auf. Mehrfach! Bis zu dem Tag, an dem der Banker freundlich aber bestimmt mit dem Kopf schüttelt und uns ein CCC-Rating auf die Stirn tätowiert. Nun hilft uns nur noch ein ebenso guter Freund wie der, der wir für unseren Glückspieler waren. Und ganz nebenbei erwähnt: Mittlerweile sind bereits zwei Personen restlos pleite. Na? Klingelts jetzt?

Wäre nun Griechenland das einzige Land auf diesem Planeten, das, durch welche Umstände auch immer, in die bekannte Notlage gekommen ist, dann wäre das alles kein Problem. Wie wir aber alle wissen, haben schon heute ein paar weitere Nachbarn eine Nummer für die Warteschlange gezogen und – Achtung jetzt kommt’s ganz dick – sämtliche „guten Freunde“ stehen bereits selbst schon so tief in der Kreide, dass es auch den kommenden Generationen nicht gelingen wird, die Tafel wieder sauberzuwischen. Will heißen: Helfen kann nur der, der selbst etwas hat und diesbezüglich sieht es mehr als nur mau aus.

Somit stellt der gesunde Menschenverstand die Frage aller Fragen: Wann zieht endlich jemand die Reißleine und beendet diese Todesspirale? Wann hören wir endlich auf, wie ein Lemming dem bereits vor uns über die Klippe gehüpften Artgenossen hinterher zu springen, in der vollkommen sinnlosen Hoffnung, ihn unterwegs in Richtung Abgrund einzuholen und vor dem Aufprall zu retten? Es wird laut schallen, wenn beide Helden ungebremst aufklatschen. Und sollten sie, entgegen aller Erwartung, nicht unmittelbar dadurch getötet werden, dann werden sie halt vom nächsten Kollegen, der sich mit Sicherheit bereits im “Landeanflug“ befindet, kurzerhand erschlagen!

Es tut mir wirklich sehr leid, dass es ausgerechnet die Griechen trifft, denn alle mir bekannten Angehörigen dieses Volkes sind sehr sympathische Menschen. Aber bekanntlich ist irgendwann immer das erste Mal und es wird noch öfter passieren, die Frage ist nicht ob, sondern wann. Mann könnte die Pleite quasi als Test ansehen und schauen, was passiert. Gleichzeitig wäre dabei auch die Möglichkeit gegeben zu erfahren, wie „systemrelevant“ eine oder mehrere Banken wirklich sind. Wie gesagt, über kurz oder lang wird es sowieso passieren, wieso also nicht Erfahrungen sammeln und mögliche Schlüsse daraus ziehen, Wer weiß, eventuell tauchen dabei ja neue Erkenntnisse auf, wie zumindest ein Teil der Retter selbst gerettet werden können. Auszuschließen ist es zumindest nicht.

Machen wir uns also nichts vor, wir befinden uns alle auf einer bisher ungekannten Talfahrt, die nur deswegen noch nicht zum Frontalcrash geführt hat, weil die Bodentruppen ständig weiterbuddeln, damit noch ein paar Meter hinzugewonnen werden und somit das „Ziel“ ein bisschen nach hinten verlegt wird. Leider nicht schnell genug, um dem anrauschenden Zug davonzukommen.

Wohl dem, der das große Finale mit lediglich ein paar Prellungen übersteht.

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