Freitag , 30 Oktober 2020
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Am Aschermittwoch geht die politisch-närrische Zeit erst los

politischer_aschermittwochDer Aschermittwoch beendet die närrische Zeit und leitet eine 40-tägige Fastenzeit ein. Nach der kirchlichen Auslegung beginnt damit die Zeit der Buße und Einkehr, Asche wird aufs Haupt gestreut und der Mensch mit der Sünde seines armseligen Daseins konfrontiert. Beim politischen Aschermittwoch hingehen geht es überwiegend darum, die Gegenparteien mit der Armseligkeit ihres sündigen Daseins zu konfrontieren, neue Kraft aus der Kontroverse und dem konsumierten Bier zu schöpfen und die Ziele zu formulieren. Diese kabarettistische Tagung deutscher Parteien zählt zu den wenigen allgemein verträglichen Politikveranstaltungen und dürfte uns in diesem Jahr besonders faszinieren. Natürlich ist es grundsätzlich von Vorteil mit einem gesunden Humor ausgestattet zu sein. Obwohl sich ein kranker Humor als noch vorteilhafter erweist.

Einen der vielen Vorwürfe, der allen Parteien vorzuwerfen ist, dass sich die Parteien nur darüber definieren, Gegner ihrer politischen Gegner zu sein. Und ihre jeweilige Stärke dadurch beweisen, wie sie sich gegenüber ihren Gegnern durchsetzen. Die Grünen haben einen Vorteil daraus gezogen, dass sich Stefan Mappus einen Namen als „Rambo des Südens“ erarbeitete. Die CDU in Baden-Württemberg erhielt dadurch wieder Zuwachs an Wählerstimmen in den Umfragewerten, weil die Umfragewerte zeigten, dass die Grünen Zuwachs an Wählerstimmen bekommen. Sogar die FDP gerät in die Verlegenheit zukünftig noch mitregieren zu müssen, weil einige Protestwähler von den Parteien ihres Herzens frustriert sind und sich durch einen Amoklauf in der Wahlkabine rächen. Die SPD schimpft über die CDU, die CDU schimpft über die SPD, alle schimpfen über die FDP und die Linke schimpft über alle. Im Westen nichts neues, ich Osten sowieso nicht.

Auch die Kleinstparteien sollten wir nicht vergessen. Was wäre die Piratenpartei ohne die Paranoia des einstigen Innenministers Schäuble? Ein Riesenglück für die Piraten, dass auch der neue Innenminister unter Wahnvorstellungen leidet. Dass die Piratenpartei ursprünglich aus dem Zweck heraus entstanden ist, eine Änderung der Urheberrechte zu bewirken, sollte man den ihr erst dann aufs Brot schmieren, wenn unser von allen verehrter Karl-Theodor zu Guttenberg, wegen Verletzung der Urheberrechte, rechtskräftig verknackt worden ist.

Einen Zugewinn werden die Bürgerparteien bekommen, von denen man zwar nicht weiß, ob sie links oder rechts sind, man aber davon ausgehen kann, dass sie nie oben sein werden. Das vor allem wegen der mathematischen Problematik, dass es einen quantitativen Zugewinn an der Menge der Kleinstparteien gibt, auf die sich zwar mehr oder weniger gleichmäßig die Wählerstimmen verteilen aber nie ausreichen die 5% Hürde zu überschreiten. Natürlich wird Die Partei auch einen deutlichen Stimmenzuwachs erfahren, Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative. Weil Die Partei immer recht hat.

Allerdings wird es angesichts des diese Woche über uns hereinbrechenden politischen Aschermittwochs, selbst für Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative schwierig, Schritt zu halten. Während für unsere katholischen Mitmenschen die Fastenzeit mit Buße und Einkehr beginnt, ist für die Bezieher von Diäten die närrische Zeit noch lange nicht vorbei. Im Gegenteil!

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