Mittwoch , 19 Februar 2020
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Zum Glück explodieren Bomben selten

UPS_flugzeugAuch wenn uns durch den neusten Bombenalarm die permanente Gefahr des internationalen Terrorismus neu vor Augen geführt wurde, wieder einmal ist es gelungen, das Schlimmste zu verhindern. Wir können aufatmen. US-Präsident Obama, der sich auf eine Niederlage der Demokraten bei den kommenden Wahlen einstellen muss, erachtet die neue Bedrohung als ernsthaft. Je mehr Zeit ohne Anschlag verstreicht desto mehr Menschen fragen sich, was aus dem „Krieg gegen Terrorismus“ nun werden soll. Immerhin haben die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen unvergleichlich mehr Schaden angerichtet als alle Terroranschläge zusammen.

Regelmäßig erinnern uns die Medien an die Gefahr des Terrorismus. Und regelmäßig sterben Menschen im Irak und in Afghanistan, was Extremisten noch weiter provozieren könnte. Vor kurzem wurden Geheimdienst-Meldungen veröffentlicht, gefolgt von einer neuen Botschaft Bin Ladens, die vor neuen Anschlägen in Europa, insbesondere in Frankreich, warnten. Das Planziel der am Freitag glücklicherweise entdeckten Paketbomben war zwar Chicago, doch entdeckt wurden sie genau zum richtigen Zeitpunkt. Kurz nach der erfolgten Warnung.

Nicht ganz eindeutig ist, ob diese Bomben auch jemals explodiert wären. Von einer möglichen Testsendung wird geschrieben, also einfach ein Versuch, wie locker und leicht sich Bomben verschicken lassen. Der entdeckte Sprengstoff PETN war übrigens der gleiche, den Umar Farouk Abdulmutallab am 25. Dezember des Vorjahres in einer Linienmaschine nach Detroit bei sich führte. Auch damals war Allah scheinbar nicht auf der Seite des Attentäters. Zwar gelang es ihm, sich selbst in Brand zu setzen, doch explodiert ist weder er noch das Flugzeug.

Ein weiterer Anschlag konnte am 1. Mai in New York verhindert werden. Aus dem, am Times Square abgestellten, Fahrzeug stieg zwar Rauch auf, sodass es rechtzeitig entdeckt werden konnte, doch in die Luft flog es nicht.

Leider gab es auch Bombenanschläge, die nicht vereitelt werden konnten. Etwa in der Moskauer U-Bahn am 29. März, bei dem zumindest 40 Menschen ums Leben kamen. Oder am Sonntag in Istanbul, bei dem es, vom Selbstmordattentäter abgesehen, zum Glück zumindest vorläufig nur Verletzte gab. Diese Verbrechen gehen jedoch auf landesspezifische Probleme, der russische Konflikt mit Tschetschenien und der türkische mit den Kurden, zurück. Al-Kaida und vergleichbare Organisationen zeichnen sich regelmäßig durch weniger Effizienz aus. Ist es das dichte Netz der Sicherheitsvorkehrungen, das uns vor Bluttaten und Massenmord bewahrt, oder mangelt es den islamistischen Bombenbastlern an Geschick? Sollte dies der Fall sein, so bleibt zu hoffen, dass Bin Laden seine Getreuen nicht nach Tschetschenien oder nach Kurdistan zur Ausbildung schickt.

Niemand wünscht sich, dass Terrordrohungen verwirklicht werden. Auch Sensationslust stößt auf Grenzen. Aber, genauso wenig wie wir, als gemeine Bürger, mit Terror konfrontiert werden wollen, so wenig Begeisterung können wir für einen scheinbar endlosen Krieg gegen ein unsichtbares Gespenst aufbringen. Gleichzeitig bleibt aber auch zu hoffen, dass sich die Drahtzieher des sogenannten „Krieges gegen den Terrorismus“ nicht selbst genötigt finden, dessen Notwenigkeit ernsthaft zu untermauern.

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