Mittwoch , 22 Mai 2019
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Assad warnt vor neuem Osmanenreich

recep erdogan pin 250Während sich die westlichen Medien zusehends bemühen, den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad als skrupellosen Diktator zu porträtieren, erfordert objektive Berichterstattung auch die Weitergabe von Assads Stellungnahmen. Neben Irak und Ägypten erachtet er Syrien als Stabilitätsgarant in der Region. Katar beschuldigt er, die in Syrien kämpfenden Terroristen zu finanzieren. Und was den ehemaligen Verbünden Türkei betrifft, warnt Assad davor, dass deren Ziel die Neuerrichtung eines Osmanischen Reiches sei.

Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte die ägyptische Nachrichtenseite Ahram-Online Auszüge aus einem Interview mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Nicht zum ersten Mal klagt er darüber, Opfer einer vom Ausland gesteuerten Kampagne zu sein.

Das Emirat Katar beschuldigt er, den durch Ölvorkommnisse bedingten Reichtum dazu zu nutzen, „Geschichte zu kaufen“ und zu versuchen, zu einer einflussreichen Kraft in der Region zu werden. In Zusammenarbeit mit dem Westen versorge Katar die Terroristen in Syrien mit Geld und Waffen, um das Szenario von Libyen zu wiederholen.

Äußerst enttäuscht zeigt sich Bashar al-Assad von der politischen Führung in Ankara. Dem ehemaligen Verbündeten ginge es keineswegs um das Wohlergehen der Menschen, sondern ausschließlich um die eigenen Bestrebungen. Zu diesen zähle – so der Präsident wörtlich – ein „neues Osmanisches Reich“.

Beschuldigungen, dass die Türkei ihren Einfluss weit über die eigenen Landesgrenzen auszudehnen versucht, scheinen dabei jedoch nicht ganz unbegründet. Man erinnere sich an die absurde Forderung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdo?an im März 2010, dass türkischstämmige Kinder in Deutschland türkisch als erste Sprache zu lernen hätten. Eine Vorstellung, die zweifellos jedem Integrationsgedanken widerstrebt. Wie würden wohl die Reaktionen darauf ausfallen, würde die deutsche Kanzlerin die US-Regierung auffordern, dafür zu sorgen, Kinder deutscher Einwanderer auf Staatskosten auf Deutsch zu unterrichten? Was Erdogan betrifft, so kann es ihm wohl nur darum gegangen sein, die Bindung seiner Landsleute an ihre eigentliche Heimat zu verstärken.

Die folgende Geschichtskarte vermittelt einen groben Überblick über die Ausdehnung des ehemaligen Osmanischen Reiches an seinem Höhepunkt im Jahr 1683. Die in ocker eingezeichneten Gebiete, zu denen u. a. Ungarn zählte, galten nicht als Teil des Reiches, sondern als tributpflichtige Vasallenstaaten. Die erfolgreiche Verteidigung Wiens im Jahr 1683 verhinderte nicht nur ein weiteres Vordringen in den Norden, auch wurde damit das Ende der permanenten Bedrohung Europas durch die Türken eingeleitet.

osmanisches reich karte

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