Samstag , 25 Mai 2019
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Kriegsvorbereitungen gehen weiter

„Die Entscheidung ist bereits gefallen“, zitiert die üblicherweise bestens informierte israelische Plattform DEBKA-Files hochrangige Saudi-Prinzen. Die einzig offene Frage sei, ob der Angriff gegen den Iran noch vor den US-Wahlen einsetzen wird oder erst danach. Zweifellos ist eine Verstärkung der militärischen Kräfte sowohl im Raum Iran als auch vor der syrischen Küste zu beobachten. Auf beiden Seiten der möglichen Kriegsgegner werden zurzeit großangelegte Manöver abgehalten.

jet landing uss john c stennis

Zeitungsberichte über möglicherweise bevorstehende Kriege sind immer unerfreulich. Zieht sich das Kriegsgerassel gleichzeitig über mehrere Jahre hin, so wie im Fall Iran, schwindet das öffentliche Interesse allerdings zusehends. Doch insbesondere wenn immer mehr Truppen, Flottenverbände und Flugzeugträger in bestimmte Regionen verlegt werden, ohne dass dies eine Welle der Berichterstattung nach sich zieht, liegt der Verdacht nahe, dass ein tatsächlich gefährlicher Spannungszustand in eine Eskalation ausarten könnte.

Die Stärke der im Persischen Golf stationierten US-Flugzeugträger soll auf vier erhöht werden. Russia Today berichtet von der „USS John C. Stennis“, die im August in der Region eintreffen wird. Aus einem Artikel bei DEBKA-Files geht hervor, dass sich außerdem die „USS Dwight D. Eisenhower“ zusammen mit dem französischen Flugzeugträger „Charles de Gaulles“ anschließen werden. Die beiden letztgenannten Schiffe führten zu Beginn des Monats gemeinsame Übungen im westlichen Mittelmeer durch. Außerdem wird vom Einsatz amerikanischer unbemannter U-Boote berichtet.

Zur gleichen Zeit üben iranische Streitkräfte die Abwehr eines möglichen Angriffes.

Während US-amerikanische Interessen sich offen gegen den Iran richten und immer mehr Staaten dazu gedrängt werden, sich dem Ölembargo anzuschließen, was durch die möglichen Forschungsarbeiten im nuklearen Verteidigungsbereich gerechtfertigt wird, drängen westliche und arabische Staaten gleichzeitig auf ein militärisches Eingreifen in Syrien, in diesem Fall aus angeblich humanitären Gründen. Der wahre Grund sollte eher im engen Bündnis zwischen den beiden Staaten liegen. Immerhin zählt Israel zu den engagiertesten Kriegstreibern gegen den Iran. Sollte Syrien als Verbündeter des Iran in einen möglichen Konflikt eintreten, könnte dies aufgrund der gemeinsamen Grenze mit Israel verheerende Vergeltungsschläge zur Folge haben.

Während Syrien sich auf einen Angriff vorbereitet und am 8. Juli entsprechende Übungen abhielt, setzten zur gleichen Zeit Manöver der „Standing NATO Maritime Group 2“ nahe der syrischen Küste ein. Den Oberbefehl führt der deutsche Flottillenadmiral Thorsten Kähler, der in Istanbul den Medien gegenüber erklärt hatte, dass es sich bei den Kriegsspielen um eine „Botschaft an Terroristen“ handle. (The Intelligence hat darüber berichtet.)

Die Online-Plattform DEBKA-Files, die dafür bekannt ist, Informationen aus israelischen Geheimdienstkreisen zu beziehen, berichtete am 11. Juli, dass sich auch fünf israelische Kriegsschiffe in derselben Region aufhielten. Unter Hinweis auf die russische Unterstützung für Syrien informiert DEBKA-Files über einen aus zumindest elf Schiffen bestehenden russischen Flottenverband, der im östlichen Mittelmeer Stellung beziehen soll.

Auch findet eine Koordination der Übungen Irans und Syriens, die sich simultan auf einen Angriff durch die Westmächte vorbereiten, Erwähnung.

Eine Reihe arabischer Staaten, allen voran Saudi Arabien und Katar, demonstriert offene Unterstützung für die westlichen Interessen. Bei einem kürzlich erfolgten Besuch in Riad vertrauten hochrangige saudi-arabische Prinzen, die für gewöhnlich durch den saudischen Geheimdienst bestens informiert sind, offiziellen Vertretern westlicher und arabischer Staaten an, dass die USA und möglicherweise auch Israel am Rande eines Krieges gegen den Iran stünden – berichtet DEBKA-Files. Die Entscheidung sei bereits gefallen. Offen stünde lediglich die Frage, ob der geplante Zeitpunkt für einen Angriff noch vor oder nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen am 6. November liege. Russia Today spekuliert im bereits erwähnten Artikel sogar mit August für einen möglichen Kriegsbeginn.

Zu hoher Wahrscheinlichkeit ist allerdings anzunehmen, dass die Öffentlichkeit, sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten, wenig Verständnis für einen derart gefährlichen Krieg aufbringen würde. Geschichten über mögliche Bedrohungen durch Massenvernichtungswaffen haben spätestens seit dem Aufdecken der Lügen, die vor zehn Jahren gegen den Irak vorgebracht wurden, an Überzeugungskraft eingebüßt. Auch hat sich sowohl im Irak als auch in Libyen deutlich gezeigt, dass das Ausschalten unerwünschter Regierungschef in keiner Weise der Bevölkerung der betroffenen Länder dient, sondern Tod, Elend und anhaltende Instabilität mit sich bringt.

Nachdem die zurzeit plötzlich beschleunigten Konzentrationen militärischer Verbände, sowohl im Persischen Golf als auch im östlichen Mittelmeerraum, von den internationalen Medienagenturen nur sehr beschränkt verbreitet werden, ist nicht auszuschließen, dass eine Aggression von Seiten des Iran abgewartet wird, bevor die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wieder in diese Richtung gelenkt wird. In welcher Art eine solche erfolgen könnte, ist schwer vorherzusehen. Von Bedeutung wäre, vom Standpunkt westlicher Interessen aus betrachtet, dass es sich um eine medienwirksame Aktion handelt, wie etwa ein „Terroranschlag“, bei dem eine große Zahl unschuldiger Menschen ums Leben kommt. Zu hoffen bleibt, dass sich die Geschichte nicht nochmals wiederholt.

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