Unter deutschem Oberkommando werden zurzeit Seemanöver im Mittelmeer abgehalten, an denen sich Deutschland, Frankreich und die Türkei beteiligen. Es handle sich um eine Botschaft an „Terroristen“, erklärte Flottillenadmiral Thorsten Kähler am vergangenen Mittwoch gegenüber der türkischen Presse. Nicht auszuschließen ist, dass der Abschuss eines türkischen Jets durch die syrische Luftabwehr der eigentliche Anlass für das Kriegsspiel ist. Zwar dürfte eine Beteiligung an den besagten Manövern nicht geplant sein, doch führen der französische Flugzeugträger „Charles de Gaulles“ und der US-Flugzeugträger „USS Dwight D. Eisenhower“ gerade gemeinsame Übungen im Mittelmeer durch, bei denen eine französische Maschine zum Absturz kam.
Admiral Thorsten Kähler führt bis November dieses Jahres das Kommando über die „Standing NATO Maritime Group 2“, einem ständigen Einsatzverband der NATO im Mittelmeer.
Unter Berufung auf die türkische Zeitung Hurriyet berichten u. a. Russia Today und PressTV über die gemeinsamen Manöver im östlichen Mittelmeerraum, an der sich drei Fregatten, darunter die deutsche „Bayern“ (F 217), und insgesamt 545 Mann Besatzung beteiligen. Admiral Kähler zufolge wird sich der Verband am 7. Juli von Istanbul aus ins Mittelmeer begeben. „Wir müssen sicherstellen, den Terroristen klarzumachen, dass sie vorsichtig sein müssen; wir sind hier und sorgen für die Sicherheit der NATO-Mitgliedsstaaten“, wird Admiral Kähler wörtlich zitiert. Ein Hinweis darauf, dass es sich um eine „Artikel-5-Mission“ handle, lässt vermuten, dass ein Zusammenhang mit dem Abschuss einer türkischen F-4 Phantom durch die syrische Luftabwehr am 22. Juni besteht. Der Artikel 5 besagt, dass ein Angriff auf einen oder mehrere Mitgliedsstaaten der NATO als Angriff gegen das gesamte Bündnis zu werten ist.
Schon am 29. Juni informierte Defence.net (griechisch), dass zwei Flugzeugträger, die französische „Charles de Gaulles“ und die amerikanische „USS Dwight D. Eisenhower“, ins Mittelmeer verlegt wurden. Bestätigt wird diese Meldung durch einen Unfall, der sich am vergangenen Montag ereignete. Nach dem Absturz eines französischen Jets wurde der Pilot, der sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, von einem US-Hubschrauber der Dwight D. Eisenhower geborgen und auf die Charles de Gaulles gebracht.
Ergänzung: Die beiden Flugzeugträger befanden sich zum Zeitpunkt des gemeldeten Unfalls, also am 3. Juli, in der Bucht von Palma, im westlichen Mittelmeer. Bis zur Küste Syriens wären dies etwa zwei Tagesreisen.
Flugzeugträger „Charles de Gaulles“ (R 91):
Flugzeugträger „USS Dwight D. Eisenhower“ (CVN 69):