Freitag , 20 September 2019
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Iran-Krieg: Wer provoziert wen?

us_navy_formationAngriffskriege werden gerne als Verteidigung getarnt. Dieser Strategie bediente sich schon Hitler, als am 1. September 1939 auf Polen „zurückgeschossen“ wurde. Dieser Strategie bediente sich Bush, bei seinen Angriffskriegen gegen Afghanistan und gegen den Irak. Und sobald der offensichtlich bereits beschlossene Krieg gegen den Iran vom Zaun brechen wird, dürfen wir ähnliches erwarten. Die, durch den Iran angedrohte, Blockade der Straße von Hormus weist bereits in diese Richtung. Vom Standpunkt des Iran handelt es sich dabei um eine Maßnahme gegen ungerechtfertige Wirtschaftssanktionen. Was noch fehlt, wäre ein Angriff auf ein Schiff der amerikanischen Kriegsmarine in der Region, wer immer diesen auch durchführen mag.

Mit unglaublicher Gelassenheit vernehmen wir regelmäßig Meldungen über neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran. Selten, wenn überhaupt, werden wir daran erinnert, um was für eine Überheblichkeit es sich dabei handelt. Einige Staaten, allen voran natürlich die USA, beschließen Strafmaßnahmen gegen ein anderes Land. Der Iran ist ein souveräner, unabhängiger Staat. Und über diesen werden Sanktionen verhängt, so wie Lehrer ungehorsame Schuljungen bestrafen. Mit welchem Recht spielt sich die US-Regierung, Handlanger der Banken- und Konzernelite, zur Weltautorität auf? Wenn in diesem Zusammenhang dann noch auf die „internationale Gemeinschaft“ verwiesen wird, dann bedeutet dies bloß, dass sich andere Staaten – und Deutschland ist nicht ausgenommen – schlicht mit dem Stärkeren verbünden. Bravo!

Bei der Meerenge von Hormus handelt es sich um einen bedeutenden Seeweg, über den insbesondere saudi-arabisches und irakisches Erdöl transportiert wird. An der engsten Stelle ist sie bloß 54 km breit. Es bedarf also nicht einmal einer sonderlichen Militärmacht, Handelsschiffe bzw. Öltanker an der Durchfahrt zu hindern.

Wird aus offiziellen iranischen Kreisen nun verlautet, dass eine Blockade der Straße von Hormus nicht ausgeschlossen sei, sollten weitere Wirtschaftssanktionen verhängt werden, so wird dies in einer Art berichtet, als wäre der Iran der Aggressor. Doch vergleichen wir an einem banalen Beispiel: Parkt Ihr Nachbar sein Auto regelmäßig und trotz wiederholter Hinweise vor Ihrer Garageneinfahrt, und eines Tages drohen Sie damit, ihm die Luft aus den Reifen zu lassen, macht Sie dies zum Aggressor?

Die iranische Kriegsmarine führt im Bereich der Straße von Hormus ein Manöver durch. Solche Übungen dienen, internationalen Gepflogenheiten entsprechend, dazu, die eigene Verteidigungsbereitschaft zu demonstrieren. Und genau in dieser Region tauchte, einer Meldung des iranischen Senders PressTV zufolge, ein US-Flugzeugträger auf. Wer provoziert hier wen?

Die Gefahr liegt jedoch nicht in diesem Muskelspiel. Die wirkliche Gefahr besteht darin, dass ein Angriff unter „falscher Flagge“ auf ein US-Schiff durchgeführt werden könnte. Von wem? Von den Amerikanern selbst? Die würden so etwas nie tun? Lesen sie weiter:

Was war der offizielle Anlass dafür, dass die Vereinigten Staaten im Jahr 1965 in den Vietnamkrieg eintraten? Der Angriff auf ein US-Kriegsschiff im Golf von Tonkin, im August 1964, durch nordvietnamesische Schnellboote. Dank der Veröffentlichung eines Pentagon-Berichts durch Daniel Ellsberg, wurde im Jahr 1971 bekannt, dass es sich dabei um eine bewusste Falschmeldung gehandelt hatte, um den Kriegseintritt vor der Öffentlichkeit zu rechtfertigen!

lusitania_warnungWas war übrigens der Anlass dafür, dass sich die Vereinigten Staaten im Jahr 1917 in den ursprünglich innereuropäischen Ersten Weltkrieg einmischten? Der Angriff auf das britische Passagierschiff „RMS Lusitania“ durch ein deutsches U-Boot unter Kapitän Walter Schwieger im Mai 1915. Was der Öffentlichkeit jedoch vorenthalten wurde war, dass es sich dabei um einen Waffen- bzw. Munitionstransport, trotz gegen England verhängter Seeblockade, gehandelt hatte. Die Passagiere wurden bewusst dieser Gefahr ausgesetzt. Nachdem der damalige deutsche Geheimdienst über die Ladung informiert war, wurden in amerikanischen Tageszeitungen Warnungen in Form von bezahlten Anzeigen veröffentlicht. Obwohl die Lusitania von nur einem Torpedo getroffen wurde, berichteten Überlebende von mehreren Explosionen. Auch das rasche Sinken des Schiffes bestätigt das Vorhandensein von Munition.

Am 8. Juni 1967 wurde das US-Aufklärungsschiff „USS-Liberty“ im Mittelmeer von israelischen Kampfflugzeugen angegriffen und schwer beschädigt. 34 US-Matrosen wurden dabei getötet. 172 weitere wurden verletzt. Die einzig logische Erklärung für dieses, als „Irrtum“ deklarierte, Verhalten der Israelis ist, dass Ägypten die Verantwortung hätte zugeschoben werden sollen, um einen US-Angriff zu rechtfertigen. Aus nicht bekannten Gründen, wurde der Beschuss jedoch abgebrochen, wodurch die wahren Urheber des Angriffes bekannt wurden.

Am 26. März 2010 sank das südkoreanische Kriegsschiff „Cheonan“ nach einem Torpedoangriff. Eine „internationale Kommission“, die jedoch ausschließlich aus pro-westlichen Experten bestand, erklärte Nordkorea für diesen Angriff verantwortlich. Von nordkoreanischer Seite wurden die Anschuldigungen kategorisch zurückgewiesen. Weder Russland noch China zeigten sich bereit, die vorliegenden „Beweise“ anzuerkennen. Auch wenn Konsumenten der Massenmedien davon ausgehen, dass der nordkoreanischen Regierung ein derart sinnloser Angriff zuzutrauen wäre, so handelt es sich dabei lediglich um eine, durch die Art der Berichterstattung provozierte, persönliche Meinung, die jeglicher Logik entbehrt. Wesentlich wahrscheinlicher ist ein Angriff unter falscher Flagge, um gegebenenfalls einen Anlass für einen Krieg gegen Nordkorea vorbringen zu können.

Sollte es im Rahmen des iranischen Seemanövers zu einem Feuergefecht zwischen der iranischen und der amerikanischen Kriegsmarine kommen, so dürfen wir uns sicher sein, dass dies als Aggression des Iran erklärt werden wird. Der, vom Rundfunk Berlin-Brandenburg erst kürzlich gefeuerte kritische Journalist Ken Jebsen, erklärte schon Anfang Dezember, dass der geplante Konflikt so dargestellt werden wird, als wäre der Iran eine Bedrohung für die umliegenden Staaten. Insbesondere zu diesem Thema dürfen wir Ken Jebsen zweifellos als Experten einstufen. Sein Vater stammt aus Persien.

Allerdings gibt es ein verlässliches Anzeichen, dass eine Eskalation der Spannungen zumindest während der nächsten Tage noch nicht auf dem Programm steht. Ein Konflikt in der Region würde unweigerlich eine Beeinträchtigung der Schifffahrt, und somit der Öltransporte aus Saudi Arabien und dem Irak, mit sich bringen. Sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten nahm der Preis für Rohöl, trotz der bedrohlichen Meldungen, geringfügig ab. Sobald der Ernstfall eintreten wird, ist jedoch mit einem empfindlichen Preisanstieg zu rechnen. Es scheint sich also, vorläufig noch, um Stimmungsmache zu handeln. Dem Beginn des neuen Jahres 2012 müssen wir aber trotzdem mit berechtigter Sorge entgegensehen.

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