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Die Welt spricht immer mehr von Krieg

russian_victory_paradeWirtschaftskrisen und Kriege gingen in der Geschichte Hand in Hand. Durch den Angriff auf die britische Botschaft, bestätigt der Iran seine Rolle als „Sündenbock“. Im chinesischen Fernsehen wird erklärt, dass „China nicht zögern werde, den Iran zu verteidigen“. Der NATO-Angriff auf einen pakistanischen Grenzposten, bei dem zumindest 24 Soldaten getötet wurden, gleicht einer Provokation. Und zur selben Zeit hält Präsident Medwedew eine Rede an die Nation, in der er die bedingungslose Verteidigungsbereitschaft Russlands zum Ausdruck bringt.

Es war im März des Vorjahres, dass die Ansichten von Konstantin Sivkov, Vizepräsident der russischen Akademie für geopolitische Angelegenheiten, zur Veröffentlichung gelangten. Ihm zufolge, hätte der dritte Weltkrieg schon lange begonnen. Ziel des Konfliktes wäre, die Welt in eine hierarchische Ordnung zu zwängen, ohne Spielraum für Individualismus, traditionelle Lebensweisen und souveräne Staatsgefüge. An der Spitze stehe eine Finanzelite, der es im Laufe des 20. Jahrhunderts gelungen sei, die westlichen Industriestaaten unter ihre Kontrolle zu bringen. Nach vielen Jahren wirtschaftlichen Drucks auf die Schwellenländer, erachtete Sivkov die dritte und letzte Phase, zu Beginn des Vorjahres, bereits als eingeleitet. Wirtschaftssanktionen und lokalen Militäraktionen würden sich, seiner Ansicht nach, im Laufe der Jahre zu einem massiven und offenen Krieg ausweiten. Russland mit seinem überaus mächtigen Arsenal an Atomwaffen würde sich, nach Sivkovs Überzeugung, zur Verteidigung jenes Teiles der Welt erheben, der noch nicht vom westlichen Imperialismus dominiert ist.

Obwohl der russische Präsident Dimitri Medwedew in seiner, am 23. November erfolgten, Fernsehansprache auf die fortgesetzte Dialogbereitschaft mit der NATO und den USA deutlich verweist, könnte die gesamte Botschaft aber durchaus auch als Vorbereitung auf einen bevorstehenden Konflikt verstanden werden. Medwedew erklärte unmissverständlich, dass Russland sich an keinem Programm beteiligen werde, das die „nukleare Abschreckungsfähigkeit  schwächen könnte“, und kritisierte gleichzeitig den Ausbau von Raketenstellungen in Polen, der Türkei, in Rumänien und Spanien.

Worauf die Bestrebungen der westlichen Militärmächte und somit die russische Besorgnis hinauslaufen könnten, erklärte Konstantin Sivkov im März 2010 mit folgendem Satz:

„Russland müsste mit der physischen Eliminierung seines Nuklear-Potentials während der ersten Phasen des Weltkrieges rechnen, was zu einem uneingeschränkten Einsatz von Atomwaffen durch die neo-imperialistische Koalition führen würde und einen Gewinn des Krieges mit sich bringen wird.“

In seiner Rede an die Nation sagte Medwedew wörtlich:

„Anstatt die Bereitschaft zu zeigen, unsere Bedenken gegenüber dem europäischen Raketenabwehrsystem anzuhören und zu verstehen, wiederholten sie nur, dass die Pläne sich nicht gegen Russland richteten und dass daher kein Grund zur Besorgnis bestehe.“

Gegen wen sonst sollten sich diese Raketenstellungen richten? Vom Standpunkt Russlands aus betrachtet, besteht durchaus Grund zu befürchten, dass die Westmächte versuchen könnten, einen nuklearen Gegenschlag dadurch zu verhindern, indem zumindest ein Großteil der Abschussbasen und Lagerstätten durch einen Simultanangriff ausgeschaltet werden.

Zu Zeiten des Kalten Krieges lebten wir mit dem Glauben, dass gerade auf Grund der Verfügbarkeit von Atomwaffen ein großer Krieg auszuschließen wäre. Wir wurden informiert, dass ein Atomkrieg dem „Ende der Welt“ gleichkäme. Doch mittlerweile leben wir in einer Welt, in der die nukleare Belastung bereits deutlich angestiegen ist. Neben mehreren Reaktorunfällen wie in Tschernobyl und Fukushima und dem Versenken Tausender Tonnen von radioaktivem Müll in den Meeren, wurden unzählige Atomwaffentests durchgeführt, bei denen immer wieder Strahlung in die Atmosphäre gelangte. Der rücksichtlose Einsatz von abgereichertem Uran ist bereits bestens bekannt. Und, wie der britische Nuklearexperte Dr. Christopher Busby erst kürzlich in Erfahrung brachte, ist die Gegend um die irakische Stadt Falludschah auch mit angereichertem Uran verseucht. Woraus er wiederum schließt, dass die Amerikaner über eine Art von Geheimwaffe verfügen müssten. Anders lassen sich die Uran-Ablagerungen nicht erklären. Sich also auf Skrupel zu verlassen, die den Einsatz von Atomwaffen ausschließen sollten, gleicht in Anbetracht der Fakten nichts anderem als leerer Hoffnung. Schließlich hat sich die Weltbevölkerung ja auch schon an den regelmäßigen Anstieg von Krebserkrankungen gewöhnt, ohne auf deren Ursachen hingewiesen zu werden.

Und wo steht China?

Am 26. November war bei Mail-Online als Schlagzeile zu lesen: „Wird der dritte Weltkrieg zwischen den USA und China erfolgen?“ Und schon im ersten Satz wird auf die massive Aufrüstung in China verwiesen. Dem Autor des Artikels zufolge, war es China, das einen Angriff auf Nord-Korea, nach dem Versenken des süd-koreanischen Kriegsschiffes Cheonan, nicht zugelassen hatte. Doch, neben langen Ausführungen bezüglich eines möglichen Kräftemessens vom Standpunkt eines westlichen Analysten aus betrachtet, im chinesischen Fernsehen wurde erst kürzlich auf die erstklassige Partnerschaft zwischen China und dem Iran verwiesen. Die Sprecherin zitiert Xia Ming, einen Professor für Politikwissenschaften an einer New Yorker Universität:

„China und der Iran finden sich mit massiven westlichen Herausforderungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur konfrontiert. Diese beiden Länder zeichnen sich durch koordinierte Zusammenarbeit auf der internationalen Bühne aus. Wir sehen also, dass China und der Iran eng verbunden sind, mit Zusammenarbeit in Angelegenheiten wie Energie, Waffen und so weiter.“

Obwohl von den Vereinten Nationen bereits vier Sanktionsrunden gegen den Iran durchgeführt wurden, scheint der Energie-Export darunter kaum gelitten zu haben. Unter Verweis auf westliche Meldungen, erinnert die chinesische Sprecherin an den regen Handel zwischen den beiden Ländern.

China wird den Iran beschützen, auch wenn dies zu einem Weltkrieg führt

Der deutlichste Ausdruck der chinesischen Politik findet sich in der Erklärung von Generalmajor Zhang Zhaozhong, Professor an der „Nationalen Chinesischen Verteidigungsuniversität“, dass China nicht zögern werde, den Iran zu beschützen, auch wenn dadurch ein Weltkrieg ausgelöst werden sollte.

Die Bedrohungen gegen den Iran, unter dem Vorwand einer möglichen Herstellung von Atomwaffen, dauern nun schon mehrere Jahre an. Wiederholt vermittelten die einzelnen Meldungen den Eindruck, als würde ein Angriff nahe bevorstehen. Allerdings, die jüngsten Entwicklungen beobachtend, könnte sich die Situation nun tatsächlich verschärfen. Insbesondere der kürzlich erfolgte Angriff gegen die britische Botschaft in Teheran, der, wie es den Anschein erweckt, von den Sicherheitskräften in keiner Form zu unterbinden versucht wurde, führte zu drastischen Einschränkungen der diplomatischen Beziehungen.

In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass beide Weltkriege durch Angriffe auf Staaten ausgelöst wurden, die nur am Rande der internationalen Szene standen. Im Jahr 1914 marschierten österreichische Truppen in Serbien ein. Als offizieller Anlass galt, dass das Mordkomplott gegen den Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo von dort aus koordiniert worden war. Russland rüstete zur Verteidigung Serbiens, Deutschland marschierte gegen Russland, Frankreich war wiederum ein russischer Bündnispartner und England schaltete sich zur Unterstützung Frankreichs ein. Und 1939 begann alles mit Hitlers Überfall auf Polen, worauf England zusammen mit Frankreich Deutschland den Krieg erklärten. Könnte es sein, dass der Iran die Rolle des Zündfunken für einen dritten Weltkrieg spielen wird?

Doch, um nochmals auf Sivkovs Thesen zu sprechen zu kommen, Ziel eines dritten Weltkrieges wäre die Dominanz über all jene Staaten, die sich bis dato noch nicht bereit erklärten, sich in das moderne internationale Wirtschaftssystem bedingungslos einzugliedern.  Pakistan schien, insbesondere seit Beginn des sogenannten „Krieges gegen den Terrorismus“, ein Bündnispartner Amerikas zu sein. Nach der eigenständigen Militäraktion der USA auf pakistanischem Territorium im Mai, bei der angeblich Osama Bin Laden getötet wurde, setzten bereits gewisse Spannungen ein, die sich nach dem Angriff auf einen pakistanischen Grenzposten am vergangenen Samstag noch weiter verschärften.

Sollte in der Region ein Krieg ausbrechen, an dem Pakistan beteiligt ist, so ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten, dass auch Indien in den Konflikt eingreifen wird. Die Spannung zwischen den beiden indischen Staaten, die erst nach Ende der englischen Besatzung getrennt wurden, wird seit Jahrzehnten aufrecht erhalten. Neben anhaltenden Kampfhandlungen in Kaschmir, werden pakistanische Terroristen für eine Reihe von Terroranschlägen, insbesondere für jene in Mumbai, sowohl im November 2008 als auch im Juli 2011, verantwortlich gehalten. Wie bei allen Terroranschlägen ist auch hier nicht auszuschließen, dass eine dritte Kraft ihre Finger im Spiel haben könnte. Beide Staaten, sowohl Indien als auch Pakistan, verfügen über nukleare Waffen.

Die gegebene Situation betrachtend, gleicht die Welt leider wirklich einem Pulverfass. Wie wahrscheinlich der Ausbruch eines Krieges solchen Ausmaßes ist, lässt sich nur schwer einschätzen. Mit Sicherheit ist es aber nicht angebracht, sich dabei von Gefühlen, wie: „Das kann ich mir einfach nicht vorstellen“, leiten zu lassen. Vieles von dem, was über unsere Welt hereingebrochen ist, hätten wir noch vor einigen Jahren für absolut unmöglich gehalten.

Nachdem auch die massivsten Proteste Kriege nicht verhindern können, wie sich im Jahr 2003 vor dem Überfall auf den Irak nur zu deutlich unter Beweis gestellt hatte, bleibt lediglich zu hoffen, dass die auf Krieg verweisende Konzentration von Berichten bloß Ängste schüren soll. Was immer der Zweck dafür auch sein mag. Doch, neben den Schlagzeilen in den westlichen Medien, wird gleichzeitig auch die Bevölkerung Russlands und Chinas auf die Möglichkeit eines Krieges eingestimmt. Sicher ist all dies zusammen noch lange kein Grund zur Panik, gewiss aber zur Sorge.

 

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