Montag , 8 August 2022
Startseite » Politik » International » Iran: Kriegshetze nimmt bedrohliche Formen an

Iran: Kriegshetze nimmt bedrohliche Formen an

israeli_air_forceSeit Jahren steht die Möglichkeit im Raum, dass von den Westmächten ein Angriffskrieg gegen den Iran geführt werden könnte. Plötzlich summieren sich die Anzeichen, dass es bald so weit sein mag. Die kleinste Atommacht der Welt diskutiert den ersten Schritt – und testet bereits Raketen. In den USA wurde kürzlich ein fadenscheiniges Mordkomplott „aufgedeckt“, hinter dem die iranische Regierung stecken soll. Und nach acht Jahren Krieg, kündigte US-Präsident Obama vor kurzem an, alle Truppen noch vor Jahresende aus dem Irak abzuziehen. Sollte es für die rund 100.000 Soldaten andere Einsatzpläne geben? Selbst die steigenden Börsenkurse von Kriegsaktien dienen als bedrohliche Bestätigung.

Die seit Jahren ständig wiederholten Kriegsdrohungen gegen den Iran verloren immer mehr als Glaubwürdigkeit. Im August des Vorjahres vermittelten Nachrichten, insbesondere aus Israel, den Eindruck, als würde ein Angriff vor der Tür stehen. Zur gleichen Zeit verzeichneten die Aktien der Hersteller von Kriegsgerät jedoch teils massive Kurseinbrüche.

Anders heute. Die Aktien von Alliant Techsystem Inc. (ATK), Produzent von Maschinengewehren und Munition, notierten am Nachmittag um mehr als zwölf Prozent höher als am Vortag. Wenn auch nicht ganz so massiv, doch verzeichneten auch Boeing sowie die Hersteller von Blackhawk Helikoptern oder von Tomahawk-Raketen deutliche Gewinne.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu setzt sich in den eigenen Reihen für einen Erstschlag gegen den Iran ein. Verteidigungsminister Ehud Barak und Außenminister Liebermann sind auf seiner Seite. Meinungsumfragen zufolge, sprechen sich 41 Prozent der israelischen Bevölkerung für und 39 Prozent gegen einen Angriffskrieg gegen den Iran aus. Der Rest ist unentschlossen.

Als Grund wird natürlich, wie schon während der vergangenen Jahre, der Verdacht hergenommen, Iran könnte an der Produktion von Atomwaffen arbeiten. Der Spiegel verwendet in diesem Zusammenhang den Begriff „Brachial-Diplomatie“. Damit wird die Hoffnung ausgedrückt, dass es sich bei Raketentests, Militärmanövern und Verbalattacken um israelische Drohgebärden handeln könnte, und „womöglich ist alles nur ein Polit-Poker um Teherans Atomprogramm“.

Sollte ein Krieg gegen den Iran geplant sein, so können wir davon ausgehen, dass dieser eher wenig mit einem möglichen Atomwaffenprogramm zu tun hat. Auch der Irak wurde beschuldigt, über Massenvernichtungswaffen zu verfügen. Falsche Beweise wurden fabriziert. Selbst ein aus dem Irak geflüchteter gemeiner Dieb mit Codenamen „Curveball“ wurde – unterstützt vom deutschen Bundesnachrichtendienst – als „Zeuge“ präsentiert. Und bei allem handelte es sich um Lügen. Obwohl weltweit Millionen von Menschen zu Anfang des Jahres 2003 durch die Straßen vieler Städte zogen, um gegen einen Krieg zu demonstrieren, wurde der Irak brutal angegriffen. Verlässlichen Hochrechnungen zufolge, wurden mehr als eine Million Menschen in diesem Krieg getötet.

Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass es im Iran tatsächlich Bestrebungen geben könnte, Atomwaffen herzustellen. In der modernen Weltpolitik handelt es sich dabei um die einzig verlässliche Möglichkeit, Angriffskriegen vorzubeugen. Nur die Fähigkeit zu einem nuklearen Gegenschlag kann als Friedensgarantie erachtet werden, sobald ein Staat sich bemüht, seine nationale Souveränität zu erhalten, um sich nicht von den internationalen Finanzelementen überrollen zu lassen. Diese Tatsache mag schockierend klingen, lässt sich an mehreren Beispielen jedoch problemlos nachvollziehen.

Die jüngsten Kriegbestrebungen gegen den Iran gehen von Israel aus. Dieser Staat am Mittelmeer mit knapp acht Millionen Einwohnern und einer Fläche, die etwa der des Bundeslandes Hessen entspricht, verfügt, glaubwürdigen Berichten zufolge, über zumindest 80, manche Schätzungen sprechen von 300, nukleare Sprengköpfe. Raketen mit einer Reichweite, um Teheran zu attackieren, die auch über die Kapazität zum Transport nuklearer Sprengköpfe verfügen, werden zur Zeit massiv getestet.

Würde Israel einen Krieg gegen den Iran ohne internationale Rückendeckung anzetteln? Mit Sicherheit nicht. Meldungen zufolge, könnte sich Großbritannien bereits im Zustand der Aufrüstung befinden.

Dass die Vereinigten Staaten als permanente Schutzmacht Israels bereits Teil des Planes, sollte ein solcher bestehen, sein müssten, lässt sich natürlich durchaus erwarten. Erst vor drei Wochen bemühten sich die amerikanischen Medien, wieder einmal gegen den Iran Stimmung zu machen, indem sie behaupteten, einen Mordkomplott gegen den saudi-arabischen Botschafter in Washington vereitelt zu haben. Dabei wurden selbst innerhalb der Vereinigten Staaten völlig berechtigte Zweifel daran geäußert, dass für ein derart dilettantisches Vorhaben tatsächlich die iranische Regierung oder der dortige Geheimdienst verantwortlich sein könnten.

Auch wenn die Erklärungen für den plötzlichen Truppenabzug aus dem Irak völlig andere sind, so stellt sich trotzdem die Frage, ob hier ein Zusammenhang bestehen könnte. Die scheinbar guten Nachrichten kamen letztendlich doch etwas überraschend. Und der geplante Abzug soll noch dazu unglaublich rasch erfolgen. Innerhalb der nächsten zwei Monate.

Wie schon im Zusammenhang mit anderen kriegerischen Ereignissen, wird die Weltöffentlichkeit, sollte es zu einem bewaffneten Konflikt kommen, diesen vermutlich wieder kommentarlos hinnehmen oder sogar unterstützen. Schließlich ist der iranische Präsident Maumud Ahmadinedschad von den Medien lange genug zur Gefahr für den Weltfrieden erklärt worden. Und wenn der am Ende noch Atomwaffen zur Verfügung haben könnte, dann stellt sich natürlich die westliche Welt einheitlich gegen ihn.

Es gibt eine Reihe von Ländern, die Atomwaffen besitzen. Dazu zählen die Vereinigten Staaten, Russland, China, Frankreich, Indien, Pakistan – und auch Israel. Mit einer sagenhaften Selbstverständlichkeit gehen wir davon aus, dass die genannten Länder diese Waffen ja wohl nie einsetzen würden, wobei es gerade die Vereinigten Staaten waren, die genau dies im Jahr 1945 bereits getan haben. Wer vermittelt uns den Eindruck, dass wir diesen Regierungen vertrauen dürfen, anderen aber nicht? Vergessen wir in unserem Vergleich einmal kurz die Namen der beteiligten Länder. Betrachten wir schlicht die Situation, dass ein Kleinstaat, der entgegen jeder internationalen Regelung über Atomwaffen verfügt, sich daran macht, einen anderen Staat zu bekriegen, weil dieser Atomwaffen herstellen könnte. Und die westliche Welt scheint dieses Vorhaben zu unterstützen. Wirkt das nicht irgendwie absurd? Und zu allem Überdruss ist nicht einmal auszuschließen, dass es sich bei einem Erstschlag gegen den Iran um einen Atomangriff handeln könnte.

Check Also

Manipultaion Rand Coperation

RAND Corporation: Globale Manipulation – Verschwörungstheorie oder geziele Operation?

Wie viel Einfluss üben Organisationen wie die amerikanische RAND Corporation oder das britische Tavistock Institute …

Ein Kommentar

  1. Es ist halt jedes Mittel recht endlich den großen Krieg zu Starten, gell Netanjahu und Trumpl?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.