Montag , 30 März 2020
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Saif Gaddafi: „Der Internationale Gerichtshof kann scheißen gehen!“

saif_gaddafi_aug_23Noch gestern waren die Medien voll von Jubelmeldungen: Tripolis von den Rebellen eingenommen! Gaddafis Sohn Saif gefangen! Unkritisch gaben die internationalen Nachrichtensender Gerüchte weiter, die angeblich von den Aufständischen verbreitet wurden. Lediglich ein Artikel bei Russia Today stellte klar, dass es keine exakten Angaben über die Situation in der libyschen Hauptstadt gäbe. Sicher sei nur, dass Chaos herrsche. Am Montag abend zeigte sich der angeblich gefangen genommen Said Gaddafi plötzlich in den Straßen, wurde von den Bürgern umjubelt und stellte sich Reportern für Interviews zur Verfügung.

Seit Monaten bemühen sich die internationalen Medien, den Eindruck zu vermitteln, dass sich das „libysche Volk“ gegen Diktator Gaddafi und seine engsten Vertrauten erhebe. Alle Hinweise darauf, dass es sich in erster Linie um einen Konflikt der einzelnen libyschen Stämme handelt, dass sich nicht friedvolle Demonstranten gegen die Regierung unter Gaddafi erheben, sondern bewaffnete Kämpfer, werden meist restlos ignoriert.

Die letzten Meldungen lauteten, dass Tripolis „befreit“ sei. Der Fernsehsender befände sich unter der Kontrolle der Rebellen, was die Einstellung der Sendungen aus der Hauptstadt erkläre. Und Die Welt ließ sogar wissen, dass die Verhaftung von Saif Gaddafi vom Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag bestätigt worden sei.

Plötzlich tauchte Saif Gaddafi in der Nähe des Hotels Rixos auf, in dem ein Großteil der Mitglieder der internationalen Presse untergebracht ist. Jubelnde Menschen umringten ihn. Vor laufender Kamera stellte er sich den Fragen von Journalisten. Wie ist es erklärbar, dass der Sohn des angeblich verhassten Diktators es wagt, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen?

Den Abbruch aller Sendungen durch das libysche Staatsfernsehen erklärte er dadurch, dass die Kommunikation durch den Einsatz elektronischer Kampfmittel blockiert worden sei. Auch fand eine, von The Intelligence gestern veröffentlichte Beobachtung durch den, sich in Tripolis aufhaltenden, Journalisten Thiery Meyssan Bestätigung, nämlich, dass Saboteure über den Seeweg in die Stadt geschmuggelt wurden.

Was im folgenden Video von Euro-News nicht zu sehen ist, findet sich bei Reuters. Eine Journalistin fragt Saif Gaddafi, was er zu tun gedenke, falls man ihn doch an den Internationalen Strafgerichtshof ausliefern werde. Zwar ist seine Stimme nicht zu hören, die Lippenbewegungen lassen jedoch deutlich erkennen, dass die Antwort auf englisch kam: „Screw the International Court!“ Auf gut deutsch: „Der Internationale Gerichtshof kann scheißen gehen!“

Ist dem Sohn des libyschen Staatsoberhauptes, der als dessen Nachfolger vorgesehen ist oder war, eine derart harsche Bemerkung zu verdenken? Die Fakten betrachtend, nicht unbedingt. Nachdem einige Länder, zu denen unter anderem die Vereinigten Staaten zählen, sich diesem Gerichtshof nicht unterstellen, fällt es schwer, ihn als internationale Autorität anzuerkennen. Was man in Libyen von der „internationalen Gemeinschaft“ hält, die Vereinten Nationen eingeschlossen, nachdem diese eine – nach Ansicht der legitimen Regierung – rechtswidrige Revolte mittels Kampfbombern und Tomahawk-Raketen, unter Verwendung von Uran-Munition, unterstützt, bedarf gewiss keiner näheren Erklärung.

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